Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 13 (1849)
- Issue
- Heft 33 (13.8.1849)
- Date
- 1849-08-13
- Page
- Seite 463 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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463 Unna, im August. (Privatmitth.) Wenn auch augenblicklich die politischen Ereignisse noch so sehr in den Vordergrund treten und alles Andere, als von geringerer Erheblichkeit verdecken, so dürfen wir dennoch nicht zugeben, daß die höchsten Interessen des Lebens dadurch zurückgedrängt, cvent. gefährdet werden. Zu diesen Letzteren dürfen wir unzweifelhaft die Schulen zählen und alle diejenigen Institutionen, welche die Hebung und Förderung derselben bezwecken — die Konferenzen. Der Ansicht unsers Präses, die jüngst« unserer Konferenzen, zu vertagen, konnte man nur bcistimmen, so wie überhaupt schon früher Viele aus mehrfachen Gründen für eine jährlich einmal stattfindende Konferenz waren. Da nun bis jetzt nichts Näheres über das Wann? und Wo? unserer nächsten Zusammenkunft laut geworden, auch hoffentlich der frühere Vertagungsgrund — die noch nicht erfolgte Emanation des Unterrichtsgesetzes — recht bald beseitigt sein wird, da ferner der Anschluß an die vom Koll. Wedell in No. 27 erwähnte Denkschrift wol einer Erörterung, und zwar einer baldigen werth ist, so erlaube ich mir, denBetheiligten den Vorschlag zu einer Konferenz in Bielefeld am 3. und 4. Oktober c. zur gefälligen Erwägung vorzulegen. Die Gründe, welche mich außerdem hierzu bestimmen, sind folgende: Am erstgenannten Tage wird auch die Provinzialkonferenz unserer christlichen Kollegen am gedachten Orte stattsinden, mancher israelitische Lehrer würde ohnedies sich an derselben betheiligen, so wie überhaupt, da man auch dort das vorerwähnte Gesetz debattiren wird, eine tüchtige Vertretung der jüdischen Volkslehrer nur erwünscht sein möchte. Dazu kommt noch die günstige Lage Bielefelds, als der Mittelpunkt unseres Bezirkes, die schnellen nach den verschiedensten Richtungen verzweigten Beförderungsmittel, und der Umstand, daß wegen der Halbfeiertage auch die Schule nicht beeinträchtigt wird. Willkommen wäre es, wenn dieser Vorschlag näher geprüft und im Bejahungsfälle von Seiten des geehrten Herrn Konferenzvorstebers das Erforderliche zur Realisirung desselben eingeleitet würde. B. Alsbach. Hamburg, 29. Juli. (Privatmitth. Hamburgiensia. Fortsetzung.) Diesem enormen Armenwesen gegenüber, fragen wir auch nach den Kultus kosten, und diese sind sehr bescheiden: „Als Hauptausgabe zeigt sich der Salarienetat, bestehend in Krt. Krt. 6000 für den Herrn geistlichen Beamten (eigentlich Krt. Mk. 4500 Gehalt und 1500 als Entschädigung für die sämmtlichen Akzidentien) Mk. 3600 für neun verschiedene Beamte, nämlich: einen Assistenzrabbiner, zwei Vorsänger und zwei Küster, — welche vier Personen zugleich die Beglaubigten sind — zwei Untervorsänger und zwei Unterküster. Die Administrationssalarien sind seit vielen Jahren unverändert Krt. Mk. 5200 für den Rechtskonsulenten, den Gemeindesekretär, den Kaffcnbeamten und den Kaffenboten. Finanzielle Spesen, nämlich Provision wegen angebrachter Kaffenbillets, Agioverlust (diesmal ungewöhnlich hoch wegen Entwerthung der N^/z) rc. betragen 1848 Krt. Mk. 036. Verwaltungsspcscn, nämlich Kanzelci-, Behörden- und Kopialienkosten, und diverse kleine Ausgaben für Archiv, Bibliothek und Gemeindescheine rc. Krt. 590. Kosten der Beaufsichtigung der Fremden Krt. Mk. 443 und eigentliche Büreaukosten, einschließlich Beleuchtung und Heizung sämmtlicher Administrationslokale Krt. Mk. 884. 9 Schill." Eine der glänzendsten Seiten des hamburgischen Gemeindewesens ist das „Erziehungswesen", wir geben daher den Bericht hier vollständig. „Dies ist derjenige unserer Verwaltungsgegenstände, welcher während der Epoche, die diese Darstellung umfaßt, die meisten und wesentlichsten Veränderungen erfahren hat, und wo unsere Geldmittel am Erfolgreichsten verwendet sind. Unsere Schulen sind der Stolz unserer Gemeinde, sie sind jedem einzelnen ihrer Mitglieder lieb und werth, und wir glauben ihnen mehr als eine trockene Aufzählung der Einnahmen und Ausgaben widmen zu müssen. Die Gemeinde besitzt 2 Knaben- und 2 Mädchenfreischulen, die im Ganzen von beiläufig 600 Kindern besucht werden. Von Allen ist Rühmliches zu sagen, und ein freundliches Licht wird über sie geworfen, wenn wir die Angabe vorausschicken, daß Fälle, wo Eltern ihre Kinder dem Schulbesuch entziehen, oder ihnen die Zeit zu den im Hause zu machenden Arbeiten nicht gönnen, bisher so gut wie gar nicht verkommen: ein sehr günstiger Umstand, der wesentlich durch die Schülerbekleidungsanstalten erleichtert wird. Daß übrigens das Jahr 1848 die Summe der Privatbeiträge bei allen diesen Instituten vermindert hat, hängt blos mit den