Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 13 (1849)
- Issue
- Heft 31 (30.7.1849)
- Date
- 1849-07-30
- Page
- Seite 435 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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485 fahren Manche ig der inthei- > in 4 jedoch Skizze HDK3 ß dcrr Kin- Glaun Ar- >r ge- Blick r den ie lit- Löch- , um rhand eiben, laben, lt der in die gleich rachen Jr>*l£) it den Hakto-!äklerer erst -schall n den rd sie verurhausi ihre wcllmuds m hat affen, rorher 'gleich nrfniß n gut oschen seinen Wia in der Bibel, Mischna oder Talmud, nach seiner Kenntniß, ohne dazu eine bestimmte Zeit zu haben, denn er ist indessen gewiß, daß seine Frau schon für ihn und die Kinder in der Bude sorgte — und seine Kinder befinden sich den ganzen Tag in dem Chedar, um dort mit und ohne den Melamed die Zeit in Schwatzen zu verbringen, da der litthauer Melamed außer seiner Unkenntniß in der neuen Übersetzung der Bibel rc., wovon weder er noch der Schüler einen Begriff hat, auch manchmal sich mit Ehestiftungen (2">2'N''A) beschäftigte, wovon er auch Etwas verdient, und im Stande ist für den Schein zu bezahlen, den er laut jetzigem Gesetze von dem Schuldirektor erhalten muß, wenn er sich unter die Klasse der Melamdim rechnen will. So versteht es sich schon von selbst, daß solche Leute — die Reichen und Gutgesinnten ausgenommen — von Bildung ihrer Kinder, von Ackerbau rc. gar keine Idee haben, und wenn eine jüdische Gemeinde in ihrer Mitte noch einige Reiche und Gelehrte hat, so haben die Reichen (n-T’53) — wenn es sich etwa um Nerbefserung ihrer Zustände oder des Kultus handelte — an Allem Schuld. Denn die Reichen halten sich oft leider von solchen Umänderungen zu Gunsten ihrer armen Glaubensgenossen ganz entfernt. Ich kenne z. B. den reichen, gelehrten und gebildeten Herrn S. R. zu M...., dessen Söhne einige Sprachen studiren und dessen Töchter recht gut Forlepiano spielen, der jährlich für seine armen Glaubensgenossen und zu Ausgaben der Synagoge einige hundert Rubel S. spendet, auch vielen Menschen bei seinem großen Geschäfte zu verdienen giebt, dennoch nie wagte, das Mindeste weder in Gemeindenoch in Kultussachen zu verändern und zu verbessern, indem er wie auch seine Gefährten und. Freunde stets das Murren des Pöbels fürchten. Man wollte z. B. am vorigen Ostern in der Synagoge zu M.... das große Stück Machsor ’-ü nban im Mußaphgebet wie auch das Mizwotverkaufen abschaffen, und da die der Synagoge darüber nicht übereinstimmten, so fragte man bei Herrn S...le um seine Meinung an — und trotz seines großen Wunsches, schon längst dieses Alles abzuschaffen, fürchtete er doch seine Meinung zu äußern, und es blieb bei dem alten Ritus. (Fortsetz, folgt.) Abhandlungen verschiedenen Inhalts. Synagogengesang. Berkach bei Meiningen, 16. Juli 1849. Kirchengesang und Chocbildung haben ihren hauptsächlichen Ursprung von den Israeliten, zu deren Vervollkommnung besonders David und Salomo Großes aufgeopfert; denn bekanntlich wurden 4000 Sänger in verschiedenen Abtheilungen von 288 Sängern unter mehreren Hauptdirigenten, als: Affaph, Jeduthun, Hemanrc. eingeübt (1. Chron. 23, 5. und 25, 7. rc.) Selbst in unseren hebräischen Gebeten wird großen Theils vom Gesänge Erwähnung gethan, wie z. B. — b*nu^ -om mo73 -psr» tk — mwT mnsm — trw “o iwiab 'nnr — w-in tü 'nb y-pid rc. ^b"i33 Aber gerade dieser Gegenstand ist es, der bei uns statt einer immer größern Vervollkommnung leider einen immer starkern Krebsgang genommen hat, und welchen wir zu seiner weitern Veredelung bisher noch anderen Konfessionen überlassen haben. — Wol vielerlei wichtige Umstände, von denen wir später ausführlich sprechen werden, waren in verschiedenen Perioden die Ursache davon; aber jetzt, da volle Glaubensfreiheit und Unbeschranktheit in der häuslichen und öffentlichen Uebung jeder Religion gewährleistet, da schon lange auch bei uns ein reges Geistesleben, das Gefühl für's Wahre, Schöne, Gute und Erhabene erwacht ist; jetzt wäre es ein Verbrechen an unserer Zeit und Generation, wenn wir noch länger dieses große Feld, auf welchem nur einzelne Stellen erst urbar gemacht, brach liegen lasten, und nicht auf seiner ganzen Fläche labende Früchte tragen lassen wollten. — Jeder Stand lebt und strebt, wirkt und kämpft für seinen Beruf, vorwärts bewegt sich das große Rad der Zeit, und wir, theuere Kollegen: Lehrer und Vorsänger! wir wollten in dieser Hinsicht noch länger stillstehen, indifferent sein, die Nachtmütze aufsetzen, uns damit auf's Ruhekissen legen und sprechen: ich mach's doch nicht anders, mir zu lieb werde es wie eswerden will —? Nein, nicht länger laßt uns säumen, nicht blos Vorschläge machen und von diesem wichtigen Punkte blos sprechen, sondern Hand antegen, praktisch ausführen, was wir wollen und können; laßt uns harmonisch Zusammenwirken imd leisten so viel Jeder in dieser Beziehung leisten kann. Wenn Jeder von uns wenigstens nur ein Steinchen beitragt zu einem solchen Bau, der durch Zeit