Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 13 (1849)
- Issue
- Heft 31 (30.7.1849)
- Date
- 1849-07-30
- Page
- Seite 430 (sequence 6)
- Language
- German
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430 Bäder (Mikwot), Begräbnißplätze, Kultusrequisüe u. s. w. waren im Laufe der Zeit angeschafft worden. Ein eigenes Gericht mußte unterhalten werden und neben den vielen eigenen Armen war der fortwährende Durchzug der noch bis auf unsere Zeiten so zahlreichen heimathlosen Juden eine schwere und doch nicht abzuwälzende Last. Nach Kopenhagen war ein bedeutendes Schutzgeld (Krt. Mk. 10,000 jährlich und 1000 Dukaten bei jedem Thronwechsel), und an die Hamburger Kämmerei ein namhafter, wenn auch höchst liberal angesetzter Schoß (Bko. Mk. 8000 jährlich), zu entrichten: mancherlei Umstände damaligen Stils erlaubten nicht, die von subalternen Behörden und Beamten häufig angebrachten Forderungen jedesmal abzuweisen. Und da erscheint es denn ganz natürlich, daß unsere Vorgänger, obgleich Beiträge zahlend, gegen welche unsere heutigen Ansätze sehr Zurückbleiben, keinen Anstand nahmen, durch Verwendung jener nie zurückzufordernden Stiftungsgelder, ihren Nachkommen neben den kirchlichen, politischen und materiellen Besitzthümern auch diese Rentenlast zu hinterlaffen. Es ist wol keine alte und bedeutende jüdische Gemeinde ganz frei von Schulden, die Unsrige hat deren indessen weder aufkündbare noch durch Anleihen aufgenommcne. Mit dem 1. Januar 1817 begann durch Errichtung unserer Aussteuerkommission eine neue Finanzperiode für die Gemeinde. Damals stellte sich die Schuldenmaffe folgendermaßen: Stiftungsfonds von 76 auf immerwährende Renten bei der Gemeinde belegten Kapitalien Krt. Mk. 395,698; Guthaben der Waisenanstalt Krt. Mk. 7375, Guthaben der Klausen Krt. Mk. 40,589. 8 Schill., Guthaben einiger Brüderschaften Krt. Mk. 2675, zusammen Krt. Mk. 50,639. 8 Schill.; verschiedene kündbare Schulden und rückständige Zinsen pro Krt. Mk. 31,000; in Summa Krt. Mk. 467,337. 8 Schill. Die damals vorhandenen baaren Fonds wurden wegen der, als Folge der verminderten Einnahmen angewachsenen kündbaren Schulden abgesondert, um zur Deckung der Aussteuergelder (siehe pag. 8) zu dienen. Es ist indeß zu bemerken, daß wegen der soeben beendigten Kriegsjahre der Betrag der guten Steuerrückstände ansehnlich war, und daher die nächstfolgenden Jahre eine merkliche Besserung zeigen. Folgendes ist nun der gegenwärtige Schuldenstatus der Gemeinde, aufgemacht am 31. Dezember 1848. A. 111 auf immerwährende Rente bei der Gemeinde belegte Stiftungen haben als Begründungsfonds zu verschiedenen Zeiten laut Tab. I. eingezahlt in Banko und Kassa . Krt.Mk. 452,892. 14 Sch. (außer dem in Effekten deponirten Werth laut Tab. I. Annexe 2 wovon weiterhin.) Als unkündbar ist sukzessiv baar eingegangen: von der Talmud- Tora-Schule, für ihr zugefallene Legate und Geschenke, sämmtlich nach 1817 Krt.Mk. 30,127.2 Sch. Bekleidungsanstalt dieser Schule (ebenso) Krt. Mk. 3502. 2 Sch. Waisenanstalt (theils aus älterer theils aus neuerer Zeit Krt.Mk. 24,676. 2 Sch. Klausanstalr (ebenso) Krt. Mk. 48,789. 8 Sch. Verein zur Unterstützung armer Greise (ebenso) Krt. Mk. 4077. 8 Sch. Beerdigungs-Brüderschaft (aus älterer Zeit)Krt.Mk. 1175, zusammen .... Krt.Mk. 112,347. 6Sch. Summa: Stiftungsfonds, und als unkündbar betrachtete Schulden .Krt. Mk. 565,240. 4 Sch. B. Legate, welche unseren eigenen Anstalten auf ihren Namen zugefallen und der Gemeinde übergeben sind, nämlich: deutsch-israelitische Armenanstalt Krt. Mk. 3487. 8 Sch., deutsch-israelit. Mädchenschule Krt. Mk. 10,817, israel. Krankenhaus Krt. Mk. 55,000, zusammen .... Krt. Mk. 69,304. 8 Sch. Krt. Mk. 634,544. 12 Sch. 6. Der separat verwaltete Synagogen-Baufonds, entstanden aus den Entschädigungsgeldern für die 1842 abgebrannteSynagoge nebst einigen Legaten, zuzüglich gewonnener Zinsen . . . Krt.Mk. 57,075. 6Sch. Krt.Mk. 691,620. 2 Sch. v. Deponirte Gelder . Krt.Mk. 62,196. 8Sch. Total Krt.Mk. 753,816. lOSch. Gegen die obigen, durch Annahme der ursprünglichen