Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 13 (1849)
- Issue
- Heft 30 (23.7.1849)
- Date
- 1849-07-23
- Page
- Seite 422 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Greis nahm es an. Er bedurfte dessen nicht. Ein Wagen und Diener erwarteten ihn. Aber er hatte eine Absicht, als er den Arm der schönen Jüdin annahm, er wollte mit ihr plaudern, um die Eindrücke besser zu beurtheilen, deren Zeuge er gewesen. Sie sind nicht in diesem Lande geboren, Mamsell? Ja und nein, mein Herr. Ich bin in Wilna geboren; in Polen, nach den Patrioten, in Rußland, nach den Befehlen des Kaisers Alexander. Sie haben Reisen gemacht? Sara seufzte. Ja, Herr; ich habe Deutschland durchreist, antwortete sie; ich war einige Zeit in Paris. Ohne Zweifel waren Sie dort mehrmals im Theater? Ja, mein Herr, sogar oft. Ich war dort in den Logen, auf den ersten Plätzen, ohne daß Jemand dort widersprochen: man fordert da den Preis des Billets, man fragt nicht nach der Religion des Zahlenden. Und Sie sind nicht in Paris geblieben? frug der Unbekannte, sichtlich ergriffen, daß in seinem Vaterlande die Vorurtheile so tiefe Wurzeln noch hatten. Wie Sie sehen. Es sind ohne Zweifel Familienangelegenheiten, die Sie genöthlgt haben zurückzukehren? Nein; und wenn ich allein meine persönlichen Interessen im Auge gehabt hatte, so wäre ich in Frankreich geblieben. Aber fern von meinem Vaterlande, von meiner Familie, von meinen Glaubensgenossen, glaubte ich, es wäre nicht recht, mich zu vergnügen und glücklich zu leben, während meine Brüder leiden; ich bin aus eigenem Willen zurückgekehrt, wissend was ich that, bereit das Schicksal meiner Brüder zu erleiden, und an ihren Schmerzen Theil zu nehmen. Der Dienst, den der Greis Sara und Moschele geleistet, so wie die Hilfe, welche diese ihrerseits ihm gebracht, ließ in diesen drei Personen ein gegenseitiges Vertrauen entstehen, das sich durch das Wohlwollen und Interesse steigerte, welches der Greis für Sara hegte. Sie müssen reich sein, fuhr er fort, daß Sie so reisen können. Nein, mein Herr. Ich war ein ganz kleines Kind, als man mich im Hause eines russischen Herrn placirte, der mit seiner ganzen Familie reiste, und mich mit sich nahm. Er ist in Frankreich geblieben, ich kehrte zu meinen Verwandten zurück; ich habe meine kleinen Ersparnisse erschöpft, und jetzt ist die Arbeit meine einzige Hilfsquelle. O wenn Sie wüßten, wie schwer es einer armen Jüdin wird, ein Stück Brod zu verdienen! Ich kann vollkommen sticken, ich mache künstliche Blumen, ich kann singen, Klavier spielen; aber wozu nützt alles dies? wer wird eine Jüdin in sein Haus nehmen? Ich wollte einen kleinen Laden eröffnen, um die Erzeugnisse meiner Hände selbst zu verkaufen, man hat mich in eine kleine entlegene Gaffe verwiesen. Da ich für meine Rechnung nicht arbeiten kann, wollte ich meine Zeit und Kräfte einem ehrenwerthen Fabrikanten verkaufen. Er hat mich gut ausgenommen, er war mit den Spitzen, die ich ihm brachte, sehr zufrieden. Nun, ist er mit Ihnen übereingekommen? Ach, nein! Herr; alle Arbeiterinnen ohne Ausnahme erklärten, daß sie das Haus verlassen würden, wenn ihr Herr eine Jüdin annähme. Ein Augenblick des Stillschweigens folgte dieser traurigen Erzählung. Erlauben Sie, mein Kind, noch eine Frage an Sie zu richten, hob der Unbekannte wieder an. Sie sind nicht reich, Sie können Ihre Arbeit nichr verwerthen, und Sie gehen in's Theater? Dies ist ein Geheimniß . .. Welches ich Ihnen anvertrauen will, unterbrach sie Moschele, sich nähernd. Ich höre. Ich bin ebenso unglücklich wie Sara. Wie sie, bin ich arm; wie sie möchte ich arbeiten und kann es nicht. Meine Geburt, meine Religion, lasten auf mir wie ein Bann.. Von Hunger gequält, beschimpft und verachtet überall, habe ich schon bisweilen an Gott und seine Gerechtigkeit gezweifelt; ich war so niedrig, daran zu denken, den Glauben meiner Väter zu verlassen und Christ zu werden, und eine Stelle unter der Sonne zu finden, ein Stück Brod für die schwierigste Arbeit. Ich glaubte, daß die Taufe die Verachtung abwüsche, die an dem Namen des Juden klebt, daß sie mir eine neue Bahn öffnen und mir gestatten würde, an dem Glück Sara's zu arbeiten. Ich verhehle Ihnen nicht, Ihnen, die Sie so gut mit uns sind, daß ich sie liebe. Ich weiß, daß sie einen reichen und glücklichen Mann verdient, der sein Glück und seine Freude mit ihr theiltz aber wer will die arme Jüdin? So laß uns Beide unser Unglück vereinigen, sagte ich zu ihr, kämpfen wir Beide. Wenn du willst, um dich geehrt, geachtet, um dich glücklich zu machen, will ich Christ werden. Sara ward unwillig und bekämpfte meinen Entschluß; sie rief mich zu meinem Glauben, zu meinen Pflichten zurück, weinte und becete für mic mich do tete, w< schloß si eben be geopfert ich Hab, die Höll rehabilil De, Enkel ' mer de, sehen, S ten nid Talent, Sara, nein, n will G ich will Tag de In drückte Erkenn Di sich, sei war in All gismur der Un Hi. Euch r ders n habe i< auszus Be zu glei Kc Ihr kl sind kl Ur Hi morge! M D schele. D 2