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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-07-23 · Heft 30 (23.7.1849) · p. Seite 418

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 30 (23.7.1849)
Date
1849-07-23
Page
Seite 418 (sequence 10)
Language
German
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418 Oesterreichifcher Kaiserstaat. Wien, 11. Juli. (8. K.) Dem Bernehmen nach hat gestern ein Artillerist (Israelit) beim Kaiser Audienz gehabt und eine Erfindung dargestellt, um mit einer Kanone in 5 Minuten 90 Schüsse zu machen, wobei die Kanone sich selbst laden soll. (?) Es wird hinzugefügt, die anwesenden Generäle hätten dem Manne zugerufen: er habe mit dieser Erfindung lein Glück gemacht. —. Der Gemeinderath der Stadt Grätz soll ein unterm 15. Juni erlassenes Dekret ausgewirkt haben des Inhalts, daß kein Jude die Grenze von Steiermark betreten dürfe, unter dem Vorwände, daß diese die Rebellion unterstützten. Dieses Dekret ist durch den Kommissar auf die Mur-Insel ausgedehnt worden, ungeachtet dieselbe als zu Kroatien gehörig erklärt wurde. (Wie viele Kämpfe wird es noch kosten, bis die Emanzipation der Juden dort eine volle Wahrheit sein wird!) Ungarn. Pesth» 8. Juli. Nach einer Verordnung des Kultusministers, Bischof Horvath, vom 27. Juni wird die pesther Jsraelitengemeinde als eine selbstständige erklärt. Frankreich. Paris, 14. Juli. Bei den Ersatzwahlen ist noch ein Israelit, Fould, aus der Wahlurne hervorgegangen, Goudcheaur hingegen ist in der Minorität, wenn auch in einer ehrenvollen, geblieben. Abhandlungen verschiedenen Inhalts. Kultusreform. Breslau, im Juli. Sicherlich sehen auch Sie es gern, daß ich Ihnen doch wieder einmal Etwas über Kultusreform mittheilen kann, so daß auch dieser, wie es schien, abgeschnittene Faden wieder fortgesponnen zu werden scheint. Um so mehr denke ich, daß Sie den ganzen, beigefügten Entwurf in die A. Z. d. Jud. aufnehmen werden, als er jedenfalls den Gegenstand fixirt, wie er in dieser Zeit steht. Sie wissen, daß sich hier aus der zersplitterten Gemeinde eine „jüdische Kultus-Gemeinde" gebildet hat, welche sich aus dem Kern der ehemaligen Gemeinde, so weit sich von dieser der strengorthodoxe Theil nicht schon langst geschieden, besteht. Der Vorstand, bestehend aus den Herren Beyersdorff, vr. Friedenthal, Schreiber, Dr. Günsburg, S. Goldschmidt, hat den Rabb. Herrn vr. Geiger beauftragt, einen Entwurf zu einem Gebetbuche auszuarbeiten. Dieser ist nun gedruckt jedem Mitglieds mit einem Schreiben zugesandt worden, worin es heißt: „mit dem ergebenen Ersuchen, etwanige Bemerkungen darüber dem Unterzeichneten Vorstande bis zum 20. August e. zukommen zu lassen. — Wir werden diese gebührend berücksichtigen, und demnächst im Verein mit dem Ausschuß über diese hochwichtige Angelegenheit Beschluß fassen." Ich glaube, daß kaum jemals ein Gebetbuch mit Beobachtung solcher demokratischen Formen zu Stande gekommen. Der Entwurf lautet aber folgendermaßen: Allgemeine Grundlage. Das Bedürfniß, dem Gottesdienste nicht blos äußerlich eine entsprechende Gestalt zu geben, sondern auch seinen Inhalt mit den jüdischen Anschauungen der Gegenwart in Einklang zu bringen, wachst von Tage zu Tage. Unser Gottesdienst ist — legen wir das Gestandniß ab,' so traurig es auch klingen mag — zum großen Theile unwahr oder zu einem gedankenlosen Werkdienste geworden. Die Gedanken und Gefühle, welche Ln den Gebeten niedergetegt sind, finden bei den Meisten nicht denjenigen Anklang, welcher allein die Weihe und den segenspendenden Einfluß des Gebetes bedingt. Die Sprache, in welcher der Gottesdienst abgehalten wird, verstehen die meisten Besucher des Gotteshauses nicht mehr, eine oft zu lange Zeitdauer desselben ertödtet die Andacht derer, welche ihm vollständig beiwohnen, wahrend sie den größten Theil veranlaßt, das Gotteshaus früher zu verlassen, und noch andere Uebelstande, welche aus den Verhältnissen des Lebens herrühren, tragen immer mehr zur Verödung des Gotteshauses bei. Die ästhetische Form und die Predigt können, trotzdem daß ihnen allgemein die erbauende Kraft zuerkannt wird, diesem Uebet nicht ganz abhelfen. Es müssen umfassendere Mittel angewendet werden. Dennoch wird die Heilung der Gebrechen nicht in einer vollständigen Neugestaltung gesucht werden dürfen, nicht bl lich in mit ein in dem chen Ve wird, gesamm das Gc ihrer I: Zeit in in der ebenso wie da per, oh Wurzel tobten Idee, durchstr lungen Bildun so ist Refor geeignet beizubri Wl die tra Zeit, t ihren f daß dl gestaltu religiös, wander nen ler gung f form i Einwir gie sich gernde heitsnr Allgew zurückz sie mii erwäge bindur pfindu heit

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