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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-07-09 · Heft 28 (9.7.1849) · p. Seite 388

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 28 (9.7.1849)
Date
1849-07-09
Page
Seite 388 (sequence 12)
Language
German
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388 sprachen außerdem noch die Lords Nelson und Desard und der Bischof von Oxford; für dieselbe der Graf von Wicklow und Lord Brougham. Literarische Ätachrichten. 7. Juli. L’histoire sainte racontee aux: enfants par Lame Fleury. Mit grammatischen Erläuterungen und einem Wörterbuche. Für Schulen und zum Selbstunterricht. Von C. Schnabel, öffentlichen Lehrer der französischen Sprache. Leipzig, 1849. Eine höchst empfehlenswerthe Jugendschrift, in welcher die Geschichte nach der heiligen Schrift und den Apokryphen getreu und im ansprechendsten Tone, in sehr gefälligem, leichtem und korrektem Französich erzählt wird. Nirgends gespreizt, nirgends gesucht, schmiegt sich die Sprache dem kindlichen Gemüth und Verstände an, einfach und rührend, und zugleich ebenso von Pietisterei wie von eleganter, neumodischer Kritik entfernt. Die, der Jugend weniger angemessnen Partieen sind natürlich übergangen. Die Lektüre ist durch ein gutes Wörterbuch und durch reiche, angemessene grammatische Erläuterungen der Jugend zugänglich gemacht. So ist die Schrift für den Unterricht im Französischen sehr paffend, und zugleich für den in der biblischen Geschichte nützlich. Die Ausstattung ist höchst angemessen. Magdeburg, 2. Juli. Vorschläge für Erziehung, Schule und Haus, sowie zur Assoziation der arbeitenden Klassen. Ein Beitrag zur Lösung der Lebensfrage der Zivilisation. Von M. Leidesdorf. Erstes Bändchen. Leipzig, 1848. Der Vecf. trägt ein, für die Fehler der Erziehung, für die schweren, niederdrückenden Mängel der Volkserziehung warm schlagendes Herz in der Brust. Er hat zugleich im Bereiche der pädagogischen Literatur sich vielfach umgesehen, um eine genaue Kenntniß derselben zu erlangen. Originalität der Entwürfe ist ihm nicht abzusprechen. Ob sie ausführbar, ist eine andre Frage. Wie so viele Ideale sehen wir jetzt auch die meisten Ideen zur Verbesserung der Schule an der rauhen Wirklichkeit scheitern. Es handelt in der Menschheit sich immer noch um die Herrschaft, und wo es diese gilt, da fliehen die Entwürfe zur Hebung des Innern weit zurück. In der ersten Abtheilung giebt der Verf. die „Betrachtung der gegenwärtigen Erziehung der Jugend", indem er zuerst die der armen Klaffe, wo er die Verwahrlosung überhaupt, dann die der Mittlern Klaffe, wo er die Verwahrlosung durch die Kindermädchen, endlich die der höhern Stande skizzirt, wo er das Kapitel über die Ammen und die systematische Verweichligung hervorhebt. Zn der zweiten Abtheilung trägt der Verf. Vorschläge zur Förderung der sittlichen Erziehung vor. Eigenthümlich ist hier der Vorschlag „zur Begründung eines Instituts für Kindermädchen." Daß hiermit eine gute Idee angeregt ist, wird man zugestehen müssen, nur daß die Mittel schwerlich zu beschaffen sind, da eben die Kindermädchen Nichts zahlen können. Mit diesem will er zugleich eine Erziehungsanstalt für arme Kinder verbinden, zur Verwirklichung der Idee Fcöbel's von den deutschen Kindergarten. 'Was aber der Verf. für „Vorschläge zur Verbesserung der Bildungsanstalten für die Jugend zu machen hat, erfahren wir in diesem ersten Bändchen nicht, da er zuerst eine allzulange und viel zu allgemeine Einleitung über die „Aufgabe der Menschheit und die Aufgabe der Schule" voranschickt. Mag der Verf. recht bald die Mittel erlangen, das zweite Bändchen herauszugeben. Das Jnhattsverzeichniß dieses zweiten Bändchens verspricht allerdings eine Menge Rubriken. Abhandlungen verschiedenen Inhalts. Riga, im März 1849. Historische Notizen, die Juden in Kurland betreffend, mitgethcilt von R. Z. Wunderbar. (Fortsetzung.) IV. Russ. kaiserl. Hofrath und Doktor der Medizin Etrich; ein geborner Preuße israelitischer Religion, der früher zu Wilkomir in Lithauen als Krons- und Stadlarzt praktizirte, wanderte im Jahre 1770 in Kurland ein und heirathete zu Mitau die Tochter des Kalman Borkum (siehe meine Geschichte der Juden in Kurland in der A. Z. des Jud. 1847, No. 14). An dem Tage seiner Verlobung hatte sein Schwiegervater, der gedachte Kalmann Borkum, den Grundstein zu der von ihm zu Mitau aus eigenen Mitteln erbauten Synagoge gelegt. Dieser Elrich starb als frommerund allgemein geachteter Israelit im Jahre 1809. V. Konsulent Wulff; ein praktizirende Jurist,

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