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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-07-02 · Heft 27 (2.7.1849) · p. Seite 374

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 27 (2.7.1849)
Date
1849-07-02
Page
Seite 374 (sequence 14)
Language
German
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374 Riga, im Marz 1849. Historische Notizen, die Juden in Kurland betreffend^ mitgetheilt von R. I. Wunderbar. Als Nachtrag zu dessen „Geschichte der Juden in Kurland und Zustande derselben in der kurl. Go uVerne mentstadt Mit au" in der Allg Zeitung d. Judth. 1847, Nr. 12, 13, 14, 17 und 18. Es giebt fast kein Land, dessen vaterländische Geschichte zu allen Zeiten so mannigfach und gründlich von den verschiedensten gelehrten Historiographen bearbeitet worden ist, als Liv- und Kurland. Die Begebenheiten und Schicksale, ja selbst auch nur die unbedeutendsten Sagen aller in diesem Lande gelebt habenden Volker und Nationen, von den deutschen Kreuz- und Schwertrittern an, bis auf die ehemaligen heidnischen Letten und nomadisirenden Zigeuner, sind bis ins kleinste Detail gesammelt und der Nachwelt erhalten worden. Die Geschichte der daselbst seit Jahrhunderten lebenden Juden jedoch ist bis hierzu ganz und gar unberücksichtigt geblieben, und außer der von mir in der „Allg. Zeitg. d. Judth." 1847 Nr. 12 ff. gelieferten Skizze derselben, wird deren nirgends auch nur mit einem Worte erwähnt. Deshalb wird der freundliche Leser es mir hoffentlich gern gestatten, daß ich die ohnehin nur fehr spärlich vorhandenen, auf die Geschichte der Juden in Kurland sich beziehenden Materialien, welche sich mir von Zeit zu Zeit darbieten, hier nachträglich liefere, selbst wenn manche derselben vielleicht auch minder wichtig erscheinen sollten. Laut den kurländischen Annalen vom Jahre 1749 hat die Hasenpoth'sche Judenschaft seit dem Jahre 1723 eine geraume Zeit hindurch das Recht gehabt, von jedem von ihren Glaubensgenossen in die Stadt gebrachten Klafter Brennholz einen Zoll von 1 Fl. Alb. zu erheben, welches Geld dieselbe zur Bestreitung eines Theils ihrer Kultusausgaben verwendet hatte. Späterhin haben selbst noch bis aus gegenwärtige Zeit manche Juden, namentlich im Jakobstadt'schen Kirchspiele, sogar auch die allgemeine Brantweinspachtung als Privatgeschäft für eigene Rechnung betrieben. Am Merkwürdigsten aber muß hier erwähnt werden, daß ein Jude namens Joseph Rubin stein seit dem Jahre 1832—1844 den gewöhnlichen allgemeinen Marktszoll vom mitauschen Stadtmagistrate gepachtet hatte, wo derselbe von jedem Landsmanne, welcher mit Gemüsen, Fischen u. dg. Viktualien täglich nach Mitau zum Markte kam, einen taxatkonsmäßigen Zoll persönlich erhub; während welcher ganzen Zeit auch nicht ein einziges Mal irgend eine Klage wegen Mißbrauchs der Pachtung oder wegen Bedrückung der Bauern gegen denselben erhoben worden ist, obgleich er die Pachtung zufällig um ein Spottgelo erstanden und derselbe aus Brodneid daher auch sehr viele Gegner hatte. In Betreff des geistigen Zustandes der Israeliten in Kurland stellen sich dem Beobachter vornehmlich drei verschiedene Klassen dar, deren jede von jeher merkwürdigerweise einen besondern Ort in Kurland vorzugweise inne gehabt hat. Nämlich: 1)strengeOrthodoxen, die zugleich in der Regel nur sehr wenig oder gar keine Bildung äußerten, sind größteniheils in den kurlandischen Städten und Flecken Bauske, Jakobstadt, Fridrichsta dt, Polangen, Windau, Pilten und Schubetz (Subdath) anzutreffen gewesen. In den zwei erstgenannten Städten Bauske und Jakobstadt sind sogar einige Individuen aus der Sekte der Chassidim ansässig. 2) Individuen, die weder zu den Orthodoxen, noch zu den Gebildeten gezahlt werden können, traf man stets in überwiegender Anzahl in den Städten Tuckum, Grobin, Goldingen und Libau an; es verlieht sich jedoch von selbst, daß hier auch mehre ehcenwerthe Ausnahmen stattgefunden haben und finden. 3) Männer von Bildung und Intelligenz, die auch bald mehr, bald weniger orthodox waren, hat Hasenpoth und Mitau vorzugsweise stets in nicht geringer Zahl aufzuweisen gehabt. — Unter den Männern, welche sich entweder wegen ihres Einflusses aus hohe Personen, oder wegen ihrer literarischen Leistungen einen intelligenten Ruf erworben haben, find außer denjenigen, welche ich bereits in meiner gedachten „Geschichte der Juden in Kurland" erwähnt habe, vorzüglich auch noch nachstehende nachträglich zu bezeichnen. I. Lipmann (Lövi), lebte um 1730. — Der in der Geschichte so sehr berühmt gewordene Herzog von Kurland Ernst Johann Biron verdankte bekanntlich seine Stellung als der mächtigste Mann im Reiche lediglich der Großmuth der russischen Kaiserin Anna, verwittweten Herzogin von Kurland, deren Zutrauen er sich im hohen Grade erwarb. Zur Vermehrung seiner Reichthümer trug indessen nicht wenig sein Hofjude Namens Lipmann (Levi)*) bei, dem der Herzog einen betracht! tragen harte. Handel; cc den »a in der gefamm (M Enzyk 10. p. II. Welt b, bekannt che er seinem obgleich Herrn Ersterei auszub der liej nieder. III. Diesen hier bei gebe *), zum < treter von ar den, g Königs jener \ Medizi kungsk ihn sei Berlin Studü gensur *) Seine Nachkommen leben noch gegenwärtig zu Mitau Kaufn *) werde, tagen für n bemerk Maim einrau

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