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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-07-02 · Heft 27 (2.7.1849) · p. Seite 373

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 27 (2.7.1849)
Date
1849-07-02
Page
Seite 373 (sequence 13)
Language
German
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373 f?n, wodurch dieselbe mehr Nachdruck und Gewicht erhielte. Und damit dies auf die leichteste und schnellste Weise ausgeführt werde, glaube ich im Interesse der Sache und im Sinne Vieler zu handeln, wenn ich den Herrn Oberrabbiner Bodenheimer hiermit höflichst ersuche, mit der Absendung der Denkschrift noch einige Zeit zu warten und dieselbe, sobald sie angefertigt, zuvor in diesen Bl. abdrucken lassen zu wollen) dann hatten alle Lehrer, die mit dem Inhalte derselben einverstanden, ihre Zustimmung an den Herrn Redakteur d. Z., der sich dem zu unterziehen wol die Güte haben wird, und durch denselben in die Oeffentlichkeit gelangen zu lassen und sobald eine entsprechende Anzahl Unterschriften eingegangen, könnte die Denkschrift an die betreffende Stelle abgesandt werden. Der Herr Red. d. Bl., der die Bedeutsamkeit des jüdischen Schulwesens erkennend, demselben von jeher seine ganze Theilnahme gewidmet, wird hoffentlich auch diesmal nicht abgeneigt sein, dem in Rede stehenden Gegenstände die Spalten seines weitverbreiteten Blattes zu öffnen. Sollten manche der in der erwähnten Denkschrift ausgesprochenen Satze vielleicht mit den Ansichten des Einen oder des Andern divergiren, so ließe, wenn die Gegenmeinung ausgesprochen, durch etwaige Modisizirung der betreffenden Stellen, sich vielleicht eine Verständigung und die Zustimmung der Meisten erlangen, was eher zu einem gedeihlichen Ziele führen dürste. Indem ich noch bemerke, daß ich die, mir franko mitzutheilenden, Zustimmungserklarungen der Lehrer in Pommern, Ost- und Westpceußen gern entgegenzunehmen und weiter zu befördern bereit bin und in der Hoffnung, daß sowol Herr Oberrabbinec Bodenheimer, als die geehrten Herren Amtsbrüder meine hier ausgesprochenen Wünsche und Ansichten nicht ganz unberücksichtigt lasten werden, schließe ich mit dem herzlichsten Gruße und mit dem Wunsche des heiligen Sängers! 82 N28 I. Wedelt. Synagogengesang. In No. 25 dieser Zeitung bespricht Herr Gustav Enset „Noch Etwas über Synagogengesang". Mit dem größten Theil dieses Aufsatzes bin ich vollkommen einverstanden; doch am Schluffe, wo es heißt: „Den in No. 17 d. Bl. ausgesprochenen Wunsch des Herrn Hecht, die traditionellen Melodiken wegen ihres erhabenen, nationalen und ergreifenden Charakters von allem überflüssigen Gejodel zu reinigen und blos ihre Grundgedanken zu verwenden, kann ich nicht ganz und gar theilen. Ich glaube, daß mit dem Gejodel und den Schnörkeleien viel Charakteristisches wegfallen würde, und daß nur wenige dieser Melodieen eine zeitgemäße Bearbeitung vertragen." Da ist Herr Enset sehr im Jrrthume. Alle traditionellen Melodieen können zeitgemäß bearbeitet werden; sie sind nicht nur von allem überflüssigen Gejodel zu reinigen, sondern alles Gejodel ist überflüssig und muß wegfallen. Wenn Herr Ensel glaubt, daß damit viel Charakteristisches wegfallen würde, so kann ich ihn dahin vertrösten, daß eben nur der schnörkelnde Charakter verloren geht, während das Würdige und Erhabene der Grundgedanken durch die Einfachheit erhöht wird. Beim hiesigen Gottesdienst habe ich die traditionellen Melodieen für alle Festtage, worunter namentlich das sogenannte niwTn von und 12^,2 und -,:m ro-D, so wie bis rpntt, unp vor H2172 zu den trams w, wie auch tmp und mw zu btt nttta in diesem Sinne geordnet. Hierbei habe ich besonders dahin gestrebt, was ein Hauptbedingniß eines geregelten Gottesdienstes ist, daß der Gesang nur die Worte umfasse, daß zwischen den Wörtern niemals gesungen wird, das Wort selbst aber ungetheilt vorgetragen und nicht durch die Melodie entstellt werde. Beim Ordnen des größten Theils der mit Chor zu singenden Melodieen hat mir ein hiesiger jüdischer tüchtiger Musikus, Herr Fürstenhagen, mit seinem schönen Talente Beistand geleistet, und mit dessen Hilfe sind die Melodieen zum Theil, namentlich auch im“! HD für alle Festtage musikalisch niedergeschrieben. Auf Verlangen bin ich erbötig, Proben davon einzusenden. Nach praktischer Erfahrung kann ich daher versichern, daß wir uns auch für den musikalischen Theil des zeitgemäßen hebräischen Gottesdienstes immer an die traditionellen Melodieen halten können, und wenn wir es können, ist es auch unsere Pflicht, weil dadurch auf geordnetem Wege die Pietät für das Hergebrachte geachtet und somit so manche Opposition beseitigt wird. Strelitz, den 22. Juni 1849. Simon Alexander, Kantor der hiesigen Gemeinde.

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