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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-07-02 · Heft 27 (2.7.1849) · p. Seite 375

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 27 (2.7.1849)
Date
1849-07-02
Page
Seite 375 (sequence 15)
Language
German
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375 beträchtlichen Theil der Verwaltung seiner Finanzen übettragen und sich seiner vorzüglich in Geldsachen bedient hatte. Letzterer ging so weit, dem Erstem verschiedene Handelsmonopole ausschließlich zu ercheilen, von welchen cc den Wucher mit diesem theilte. Natürlich veranlaßte dieser Umstand, daß die Stande in der Folge nicht dlos dem Herzoge, sondern auch der gesammten Judenschaft abgeneigt wurden. (Man vergleiche hierüber auch die Note in der Al lg. Enzyklopädie von Ersch und Gruber!. Sekt. Bd. 10, p. 247.) II. Die Familie Euchel. Der in der literarischen Wttt bekannte Isaak Abraham Euchel, Verfasser der bekannten Uebersetzung des israel. Gebetbuches rc. rc., lebte, che er nach Deutschland ging, eine geraume Zeit bei seinem Bruder in Hasenpoth, welcher Letztere daselbst, obgleich ein Jude, dennoch das Ehrenamt eines RatHs- Herrn dieser Stadt bekleidete. Hier war es, wo Elfterer sich zu seinem künftigen Berufe autodidaktisch auszubilden Gelegenheit fand. Ein dritter, jüngerer Bruder ließ sich später als Kaufmann in Kopenhagen nieder. III. Hofrath und Professor 0r. Markus Herz. Diesen berühmten Mann, dessen Biographie ich auch hier bei dieser Gelegenheit größtentheils nach vr. Huschte gebe * *), erwähne ich insofern hier, da derselbe in Mi tau zum ersten Male öffentlich literarisch aufgetreten war. Er war am 17. Juni 1747 zu Berlin von armen jüdischen Eltern geboren, sollte Theolog werden, ging aber im I. 1762 als Handlungsdiener nach Königsberg, und widmete sich, da er nach einiger Zeit jener Lebensweise überdrüssig war, der Philosophie und Medizin, worin sein heller Geist einen großem Wirkungskreis und mehr Nahrung fand. Kant gewann ihn sehr lieb und empfahl ihn bei seiner Rückkehr nach Berlin bedeutenden Männern. Ehe er aber hier seine Studien fortsetzen konnte, machte er, um seine V.errnögmsumstande zu verbessern, erst eine Reise über Kurland Mitau und eine Enkelin desselben ist an den dasigen Kaufmann Behrmann verehelicht. *) Ich hoffe, daß sie dem Leser willkommen sein werde, da auch schon Herr vr. Zunz in den „Sterbetagen" in Busch's Kalender und Jahrbuch der Israeliten für 1848, von diesem berühmten Manne mit Bedauern bemerkt, daß ihm de Rosst nur wenige Zeilen unter Muimon und die Konversationslexika gar keinen Platz einräumen. nach Polen als Sekretär des Geheimen-Rathes Ephraim. In Mitau, — wohin er von Berlin an die dortigen Professoren des herzoglichen akademischen Gymnasiums sowol, als vorzüglich auch von Königsberg aus von dem Philosophen Kant an seinen zu Mitau lebenden Bruder empfohlen worden war, — hielt er sich einige Zeit auf, wo es ihm auch gelang, den hiesigen Hosbuchdrucker Steffenhagen als Verleger zu seinem ersten, öffentlichen literarischen Produkte: „Versuch über die Ursachen der Verschiedenheit desGeschmacks. Mitau 1776. 8." willig zu machen. Mir Rath und That von hier aus reichlich unterstützt, ging er hierauf nach Halle, vollendete daselbst seine medizinischen Studien, wurde im Jahre 1774 Doktor, und ließ sich dannin Berlin als praktischer Arzt nieder, wo er auch bald am jüdischen Krankenhause angestellt wurde. Im Jahre 1777 sing er an, Vorlesungen zu halten, sowol über medizinische Gegenstände, als auch über 'Philosophie. Die Letzteren hielt er gewöhnlich unter einem zahlreichen gemischten Publikum beiderlei Geschlechts mit vielem Beifall. — Seine übermäßigen Anstrengungen durch das stete Studium der Medizin und vorzüglich der Philosophie und durch eine sehr ausgebreitete medizinische Praxis warfen ihn im Jahre 1782 aufs Krankenlager und brachten ihn dem Tode nahe. Noch im Jahre 1785 mußte ec deshalb, um seine Gesundheit mehr zu befestigen, eine Badereise nach Pyrmont unternehmen, wo ihn der Fürst von Wal deck zum Hofcathe und Leibarzt ernannte. Nach seiner Rückkehr nach Berlin begann er nun seine Vorlesungen wieder, die ec auch bis wenige Jahre vor seinem Tode jährlich fortsetzte. Im Jahre 1791 wurde ec Professor der Philosophie; entsagte jedoch in seinem letzten Lebensjahre dem Studium derselben und widmete sich einzig und allein dem praktischen ärztlichen Leben. Er starb am 19. Januar 1803 an einem Stickflusse, allgemein betrauert wegen seiner großen Rechtlichkeit, Geschicklichkeit und Thätigkeit. Seine bereits veröffentlichten Schriften sind folgende: 1) Das bereits oben bemerkte Werkchen, betitelt: „Versuch über die Ursachen der Verschiedenheit des Geschmacks", welches sein erstes öffentliches literarisches Produkt war und zu Mitau 1776. 8. erschienen ist. 2) Briefe an Aerzte, zwei Sammlungen. Berlin, 1777—84. 8. 3) Grundriß der medizinischen Wissenschaften. Berlin, 1782. 8. Als Vorzüglichstes seiner Schriften ist zu betrachten: 4) Versuch über denSchwindel. Berlin, 1786. 8. 5) Grundlage

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