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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-07-02 · Heft 27 (2.7.1849) · p. Seite 368

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 27 (2.7.1849)
Date
1849-07-02
Page
Seite 368 (sequence 8)
Language
German
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368 3) Ein Auszug aus Maimonides npmn ‘n sammt den vorzüglichsten Kommentaren desselben nebst deutscher Übersetzung des Textes. Dann werden schnell Nachfolgen: 4) die ganze, vollständige Bibel(^n) mit deutscher Uebersetzung, sammt dem Kommentar Raschi und einem Biur nach Mendelssohn, mit dem Largum Onkelos und den üblichen Gebeten zu Sabbat und die Haphtorot, nebst einigen kritischen, neuen Anmerkungen. 5) Die sechs Mischnaordnungen (rii'-wo) mit dem Kommentar Bartenora, Maimonides und einem kurzen Biur. Der Preis dieser Bücher ist nur a 2*/a Kop. S. per Druckbogen mit Einschlag des Broschirens und der portofreien Zusendung an die örtlichen israelitischen Gouvernementsschulkommissionen festgesetzt worden. Zur Empfehlung der gedachten Bücher unter die Israeliten, haben gezeichnet: zu Wilna: Rabbi Chaim- Nachmann Parnes, Rabbi Israel Gordan, der Maggid Seeb, Rabbi Abrahm David Schtraschun und Zebi Hirsch Kazenellenbogen; zuLibawitz: Rabbi Menachem Schneiursohn; zu Waloschin: R. Jzchak Jzchaki; zu Berditschew: R. Israel Halprin; zu Minsk: R. Jekutiel Sussiel Rapoport und Israel Michael Jeschurin; zu Kremniz: Jsak Behc Lewinsohn, und zu Riga: Dr. Abraham Neumann, Vorstand der dortigen Hebräcrschule. Literarische Nachrichten. Magdeburg, 18. Juni. Es liegen eine Zahl einzelner Predigten uns vor, die hier zu verzeichnen uns Pflicht ist. Mögen sie Anzeichen fein, daß der Mensch auch nach den größten Stürmen, da wieder anknüpft, wo der Faden seiner Bestrebungen abgeschnitten worden. — Israels Zug aus der Knechtschaft in die Freiheit. Eine Sabbat-Beschallach-Predigt von Rabb. Dr. Salomon Eohn. Oppeln, 1849. Israel soll ein Priesterreich werden. Eine Schebuot-Predigt von Rabb. Dr. Salomon Cohn. Oppeln, 1849. Nachdem in der ersten Predigt einleitend der Auszug Israels aus Egypten charakterisi'rt worden, knüpft sie an, diesen betreffende SchnststeUen auslegend allgemeine Betrachtungen, der Religion, der Sinnlichkeit und Selbstsucht gegenüber, zu ihrem Rechte zu verhelfen, die Sitte des Judenthums, nach ihrem geistigen Inhalte besonders, nicht ganz uatergehm zu taffen, und den ganzen Kampf des Lebens nicht anders als mit Gott durchzukämpfen. Die zweite Predigt lehrt (nach 2 M. 19, 6.), daß der Israelit werde ein Priester in der Familie, in dem Vaterlande in der Menschheit. Es wird nicht unzeitgemäß sein, hier den zweiten Theil dieser Predigt herzusetzen; er tautet: „Ihr sollet mir sein ein Reich von Priestern und ein heilig Volk;" ihr sollet zweitens sein Priester in dem Vaterland e. M. Br. u. Schw.! Das Vaterland — Heller lieblicher Klang in den Mißtönen der Gegenwart. Wie die Wogen auch branden und hochschlagen in unserer Zeit — Israel, du hast ein Vaterland, dieser Ruf schallt immer wieder durch; wie die Verluste und Schaden auch drücken auf deine Thatkraft, auf dein Gewerbe, auf dein Streben und Handeln — Israel, dir waxb ein Boden, worin dein geistiges und irdisches Leben wurzeln und sich ausbreiten kann; dieser Gedanke erhebt, stärkt, muthigt die zurückgesunkene Strebekraft wieder auf, dieses Bewußtsein ist der hellwirkende Strahl der Seelenhoheit, durch welche der Mensch zu jenen unsterblichen Tugenden gelangt, die als glanzende Denkmale aus den nächtigen Trümmern der Vergangenheit uns entgegenleuchten. Und nun meine Israeliten! da dies große Gut euch geworden, da ihr nicht mehr, verstoßen von der eigenen Mutter, wie Geächtete herumirren dürfet, da das Vaterland euch an das warme Herz gedrückt und euch als die eigenen Söhne betrachtet, so wollet auch als Priester in demselben wirken und walten. Was war es denn, das so lange hartnäckig den Riegel vorgeschoben hielt, daß die Pforten in's Vaterland sich nicht aufthun konnten, und wir, eingesperrt und eingepfercht, die dumpfe Luft des Kerkers einathmen mußten? ' Freilich nur das Vorurtheil, der aufgenährte Haß der finstersten Jahrhunderte, und wir glaubten — o das Herz des Hartgeprüften glaubt so gern — daß mit dem Frühroth der Freiheitssonne auch alle jene Nachtgestalten schwinden werden. Aber nein! der Fanatismus, der Bruderhaß schürt wieder seine verderbliche Glut wider uns, und so die, welche zur Zersetzung und Auflösung des organischen Bestandes all' ihre Kräfte darreichen, als auch die, welche den vorwärts getriebenen Strom der.Ereignisse gern zurückdämmen und der Gegenwart kein Blatt in der Geschichte gönnen möchten; Beide werfen auf uns das Gift der Verleumdung, und wollen uns den heiligen Boden, den das geläuterte Rechtsbewußtsein einer menschlichem Zeit uns angewiesen, um jeden Preis wieder entreißen. Wird es ihnen mög-

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