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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-07-02 · Heft 27 (2.7.1849) · p. Seite 363

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 27 (2.7.1849)
Date
1849-07-02
Page
Seite 363 (sequence 3)
Language
German
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363 „der Gott der- Geister in. allem Fleische", ist es, der die Lehre Israel übergab. Die Schrift beginnt mit der Entwicklungsgeschichte der ganzen Menschheit, und fahrt sie fort, bis dahin, wo die Familie Abrahams aus ihr hervorgeht, um sich zum Volke der Gotteslehce zu entwickeln. Ueberall in der Schrift wird dieses Verhaltniß festgehalten: Gott ist der Gott des Weltalls und der gestimmten Menschheit, nur in der Geschichte des Volkes Israels offenbart er sich nach dem besondern Verhältniß und der besondern Bestimmung dieses Volkes, die eben dieses Volkes Eigenthum ist, wie er jedem Volke das Seine gegeben in der großen Völkerfamilie des Menschengeschlechtes. Die große, alte Lüge-, von der wir hier sprechen, als ob das Judenthum jemals einen „nationalen" Gott gekannt und bekannt hatte, läßt sich auf zwiefachem Wege entfernen, zuerst durch die allgemeine Auffassung, welche zeigt, daß die Gegner das besondere Verhaltniß, in welchem Israel als Verkünder und Träger der Gotteslehre in seiner Opposition gegen die anderen Völker in der Schrift dastehr, das aber niemals den Begriff Gottes als Weltgolt etwa beseitigte, nur dazu benutzen, um der Lehre des Judenthums eine niederere Stufe zu singireu — M? dann durch Hinweisung, auf die zahllosen Stellen der Schrift, wo die allgemeine Lehre von Gott unverkennbar gegeben wird. Um in Letzterer Beziehung nur auf Etwas hinzudeuten, denken wir z. B. an das Buch der Psalmen. Die Psalmen sind so recht das unmittelbare Produkt des israelitischen Volkes. Die nationalen Beziehungen, die am Meisten von den Propheten getragen werden, indem diese sich an die Ereignisse der Geschichte lehnen, werden hier zu den subjektiven, persönlichen der Sänger mitten aus dem Volke; hier gerade, wo meist die Nation verschwindet, und der Mensch hervortritt, hier zeigt es sich in unzähligen Weifen, wie die Religion Israels den universellen. Gott lehrte und den Geistern und Herzen so übergab, daß sie durch eine, ein Jahrtausend vor dem Lhristenthum schon begonnene Schriftenreihe noch heute die Stütze der Gotteslehre für Alle ist. Blicken wir, es ist nicht überflüssig, hierzu auf die Psalmen. Da dies aber zu weit wäre für diese Blatter, sehen wir einmal nur auf die ersten 40 Psalmen. In dem nationalen Ps. 2 ergeht der Zuruf V. 10.11.: „Und nun, Könige, seid weise, gewarnt ihr Richter der Erde, Dienet dem Ew gen in Furcht, und jubelt in Zittern." Ps. 7, 7—10.: „Du hast Gericht verheißen: So schaare der Völker Gemeinde sich um Dich, Und über ihr kehre zur Höhe: Der Ewige richtet die Völker. Es schwinde die Bosheit der Frevler; Du aber richt' auf den Gerechten, Der Du die Herzen und Nieren prüfst, gerechter Gott!" Bezeugt dies einen nationalen Gort?... Lesen wir den 8. Psalm: „Ewiger, unser Herr, wie herrlich ist Dein Name durch die ganze Erde, Da Du Deine Hoheit auf die Himmel gelegt. Aus dem Munde der Kinder und Säuglinge Hast Du Dir Sieg gerüstet ob Deiner Widersacher, Feind und Rachgierigen verstummen zu machen. So ich Deinen Himmel schaue, Deiner Finger Werk, Mond und Sterne, die Du schufest: Was ist der Mensch, daß Du sein denkest, Der Menschensohn, daß Du sein achtest? Aber Du ließt ihn der Gottheit um wenig ermangeln. Kröntest mit Ehre und Herrlichkeit ihn, Setztest zum Herrn ihn über Deiner Hände Werke, Alles legtest Du unter seine Füße." Wo solche Sange nicht blos Einzelnen entströmten, sondern Temp^llieder waren, kann da ein Wahrheitssceund von „nationalem" Gotte sprechen?... Doch fahren wir fort Ps. 9, 8. 9. heißt es: „Der Ewige thronet auf ewig, Hat zum Gericht seinen Thron gestellt. Und er richtet die Welt mit Gerechtigkeit, Urtheilt den Völkern in Gradheit." Ps. 11, 4.: - „Der Ewige in seinem heiligen Palaste, Der Ewige, im Himmel dessen Thron, Seine Augen schauen, seine Wimpern prüfen dieMenschensöhne." Ps. 14, 2.: „Der Ew^ge schaut vom Himmel auf die Menschensöhne, Zu seh'n, ob ein Verständiger vorhanden, der Got sucht." Ps. 19, 2. ff.: „Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes, Und seiner Hände Werk verkündet die Veste. Tag strömt Tag die Rede zu.

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