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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-06-25 · Heft 26 (25.6.1849) · p. Seite 358

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 26 (25.6.1849)
Date
1849-06-25
Page
Seite 358 (sequence 14)
Language
German
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358 Um die schönen Gesänge zum Gemeingut zu machen, wird sich Herr Wiß auf dringendes Verlangen unsererseits wol entschließen, dieselben drucken zu lassen, und wir sind gewiß, daß er viele, sehr viele Abnehmer finden werde, indem sie viel l e i ch t e r und a n sp r e ch e n d e r sind, als alle bisher erschienenen Gesänge der Art. Wir werden nicht Nachlassen und alle Kräfte aufbieten, um unfern Synagogengesang auf eine solche Stufe zu bringen, daß er der heiligen Handlung unseres Gottesdienstes und dem Geiste der Zeit vollkommen entsprechen werde. „Singet dem Herrn ein neues Lied, Die Gemeinde der Heiligen soll ihn loben!" „Israel freue sich desjenigen, der ihn gemacht hat. Die Kinder Zions seien fröhlich übcr ihren König!" Ps. 149. V. 1. 2. — Speyer im Juni 1849. Marx Hildesheimer. Auszüge. Aus d'Jsraeli's Couingsby. (Die Auszüge aus d'Jsraeli's Tankred haben, wie uns mehrseitig bezeichnet worden, so sehr interessi'rt, daß wir nicht anstehen, aus dem, einige Jahre früher erschienenen „Eoningsby", an welches sich Tankred lehnt, ebenfalls einige, die Juden betreffenden Stellen auszuziehen, um die originellen Ansichten d'Jsraeli's zu vervollständigen.) Sidonia (so hieß der reiche und sehr gebildete Jude, der eine Hauptrolle spielt,) wußte wohl, daß in den fünf großen Racen, in welche die Physiologie das Menschengeschlecht getheilt hat, nämlich der kaukasischen, mongolischen, malayischen, amerikanischen und äthiopischen, die arabischen Völkerstämme nebst anderen, z. B. den sächsischen und griechischen, die erste und oberste Klasse einnehmen. Diese Tharsache an und für sich ist schon eine Quelle großen Stolzes. Sidonia aber und seine Brüder konnten eine Auszeichnung in Anspruch nehmen, welche die Griechen und Sachsen so wie die übrigen kaukasischen Nationen verscherzt haben. Die Hebräer sind ein ungemischtes Volk. Ohne Zweifel findet man unter den Stammen, welche den Schooß der Wüste bewohnen und aus denen ebenso die mosaischen als die muhamedanischen Araber hervorgingen, noch ebenso reines Blut als das der Nachkommen des Scheik Abraham; die mosaischen Araber sind aber das älteste, wenn nicht das einzige unvermischte Blut, welches in Städten wohnt. Ein unvermischtes Geschlecht von der Organisation erster Klasse ist die Aristokratie der Natur. Eine solche Auszeichnung ist eine positive Thatsache, keine Einbildung, keine von Dichtern ersonnene und von bezahlten Wappenmalern versinnlichte Idee, sondern in ihren physischen Vorzügen und in der Kraft ihrer unbefleckten Idiosynkrasie (Eigenthümlichkeit) wahrnehmbar. Auf seinen weiten Reisen hatte Sidonia die hebräischen Gemeinden der Welt besucht und erforscht. Er hatte gefunden, daß die unteren Klassen ausgeartet und die Besseren in schmutzige Gewinnsucht versunken waren, aber er bemerkte, daß die geistige Entwickelung noch nicht beeinträchtigt war. Dies gab ihm Hoffnung. Ec war überzeugt, daß die Organisation die Verfolgung überleben werde. Wenn er überlegte, was dieses Volk schon erduldet hatte, so konnte er nur bewundern, daß es überhaupt noch existirte. Es hatte der Verbannung, dem Blutvergießen, der Plünderung, dem verderblichen Einfluß eines steten Strebens nach Gewinn, es hatte der Zeit getrotzt. Seit beinahe dreitausend Jahren ist es, nach Erzbischof Usher, üver den ganzen Erdboden zerstreut. Dem unbefleckten Strome jenes kaukasischen Blutes und den exklusiven Befehlen jenes großen Gesetzgebers schrieb Sidonia die Thatlache zu, daß es nicht lange schon von den gemischten Völkern absorbirt ist, welche sich anmaßen es zu verfolgen, aber allmalig dünner werden und verschwinden, während ihre Schlachtopfec noch in der ganzen ursprüngUchen Kraft der reinen asiatische Race blühen. (Man vergesse bei Durchlesung des Folgenden nicht, daß es 1844 geschrieben ist — um so merkwürdiger.) Kann es etwas Abgeschmackteres geben, als daß eine Nation sich an ein Individuum wendet, um ihrem Kredit und mit demselben zugleich ihre Existenz als Staat und ihr Wohlbefinden als Volk zu behaupten, und zwar an ein Individuum, welchem ihre Gesetze die schönsten Bürgerrechte, das Recht mit im Senate zu sitzen und Landeigenthümer zu sein, verweigernd... Was ich bestreite, ist, daß, wenn man Leuten gestattet, Vermögen aufzuhäufen, und diese von dieser Erlaubnis sehr ausgedehnten Gebrauch machen, die Gewalt dann von diesem Vermögen unzertrennlich, und es im höchsten Grade unpolitisch ist, einer mächtigen Klaffe die Opposi-

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