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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-06-25 · Heft 26 (25.6.1849) · p. Seite 354

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 26 (25.6.1849)
Date
1849-06-25
Page
Seite 354 (sequence 10)
Language
German
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354 ßerer Sicherheitt hervortreten. (Bemerkenswerth ist die Art, wie die deutschen Zeitungen dieses Resultat ausnehrnen. Die Meisten derselben sagen, die Opposition gegen die Emanzipation der Juden sei, wie diese Abstimmung erweise, gestiegen, so daß keine Aussicht auf Erfolg im Oberhause sei. In letzterm Punkte können sie Recht haben; es wäre diesmal das vierte Mal, daß im Oberhaus die vorn Unterhause votirte Gleichstellung der Juden verworfen würde, aber jenes halte damit nur seine Schwache, die es bei anderen Gesetzen, wo der große Haufe hinter dem Unter hause gestanden, bewiesen, wie bei der Katholikenemanzipation, der Reformbill, der Aushebung der Kornzölle, dokumentirt. Aber ganz falsch ist es, daß die Opposition im Unterhause gegen dieses Gesetz gewachsen ist: denn im vorigen Jahre wurde es mit 234 gegen 173, also mit 61 Stimmen Majorität, diesmal mit 66 Stimmen Majorität angenommen, also das gerade Gegentheil. Die deutschen Zeitungen mögen dabei wol nur einen schelen Blick auf die in Deutschland auf dem Papiere vollendete Gleichstellung — mit Ausnahme Baierns — haben thun wollen. Sonst hätten sie nicht erdacht, was — nicht wahr ist. Red. d. A. Z. d. Judenth.) London, 13. Juni. Sir Moses Montesiore, der sich zur Zeit der Judenverfolgung in Damaskus so eifrig und erfolgreich bei Mehemed Ali für seine Glaubensgenossen verwendete, hat sich, auf Einladung der Letzteren, die unter neuem Drucke zu leiden haben, aeermals in Malta nach dem Orient eingeschifft. Er ist von seiner Frau, sechs Dienern und einem Rabbi begleitet. Frankreich. Paris, im Juni. Die Archive« israel. de Fr. enthalten einen Artikel, überschrieben: „Inkonsequenzen", wo eine Reihe von Fakten aufgeführt wird, die zeigen, daß das Prinzip der Gleichstellung nirgends durchgeführt wird. Wir heben Einiges daraus hervor. „Eine Revolution ist im Februar 1848 ausgebrochen; unter anderen unermeßlichen Konsequenzen, die sie versprach, sollte die Freiheit derKulte im ersten Gliede figurircn. Wir aber haben Nichts dabei gewonnen, als daß man unfern Theil am Staatsbudget geschmälert hat. Während alle Beamte in Paris gegen die Provinzialbeamte bedeutend hohem Gehalt beziehen, weil die Lebensart in Paris ungleich theur-r und mit mancherlei Lasten verbunden ist, erhalt der Großrabbinc vvn Paris 3000 Frcs. (800 Thlr.) gerade wie der Großrabbinc von Nancy und Kolmar. Inkonsequenz. Alle Kulte sind gleich, ruft man täglich aus; cs giebt keine Staatskirche mehr. Aber zu allen öffentliche« Zeremonieen, denen seil dem Mai 1848 die Nationalversammlung beiwohnte, ist die katholische Geistlichkeil allein berufen worden, und zu der Jahresfeier der Konstitution sind unsere Großrabbinen nicht einmal eingeladen worden: wahrscheinlich hatte man dem Gott der Herren Cremieux, Alcan und Goudcheam Nichts zu sagen. Inkonsequenz. Die Bauern des Elsasses haben die ersten Tage der vorjährigen Revolution mit Plünderung und Braill der Hauser der elsassischcn Israeliten begangen. Jci-i wählen sie einen jüdischen Schulmeister, Herrn Ennery, zum Volksvertreter. Die Schweiz, das Land, das sich die freie Schwei; paiexcellcnce nennt, schließt die Israeliten von den Rechten des Bürgers aus. Man sagt, daß in Deutschland und Italien »ich Juden sich in den Krater der demagogischen Demokratie gestürzt haben; eS ist dies eine Inkonsequenz, denn die Geschichte lehrt uns, daß die Juden noch immer mehr Stütze bei den Königen als bei den Völkern gesunden. Wir sind im Allgemeinen sehr stolz darauf, wem: unter uns große Gelehrte und Künstler die Fortschritte bezeichnen, die wir seitdem wir frei geworden gemache haben. Aber wo ist die Unterstützung, die wir den jungen Gelehrten und Künstlern angedeihen lassen? Zehn Arme zu unterstützen wird den Juden leichter, als einen Sludirenden oder Künstler. Vielleicht schlagen wir darum nachher um so mehr Lärm von ihnen, als wir uns selbst verwundern, wie sie cs geworden." Dänemark. Kopenhagen, 14. Juni. (Privatmitth.) Sie werden mein jüngstes Schreiben, mit den Paragraphen unserer nunmehrigen Verfassung, die die Gleichstellung der Juden verbürgen, erhalten haben, unk gestatten mir einige Bemerkungen. Wir Danen haben den großen Vortheil, daß unsere Verfassung, unsere

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