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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-06-18 · Heft 25 (18.6.1849) · p. Seite 341

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 25 (18.6.1849)
Date
1849-06-18
Page
Seite 341 (sequence 13)
Language
German
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341 stimmt anzugeben. Rach Eusebius' Bericht lag sie kn der Nahe der Hauptstadt Judäa's; die Traditionen geben ihre Entfernung vom Meere auf vier Milliarien an. Diese Traditionen fasten auch gewöhnlich in dem Namen und in der Geschichte von Bitter die Glückswechsel und die Dauer des ganzen Krieges zusammen. Um z. B. auszudrücken, daß die jüdischen Gemeinden aller Länder, Feldherren und Soldaten, alle vom allgemeinen Zentrum abhängig waren, gebrauchen sie die folgende Hyperbel: „Man zählte in Bitter 400 Schulen, von denen jede 400 Lehrer und jeder Lehrer 400 Schüler hatte/" Nach Dio Cassius, der selbst während des Jahrhunderts des Barcokebas hohe Staatsämter bekleidete, hatten die Juden sich nicht geregt, so lange der Kaiser in Syrien und Aegypten geblieben war. Sie beschränkten sich darauf, ihre Vorbereitungen zu machen. Kaum aber war dieser Fürst abgereist, so brach der Aufruhr aus. Je mehr die Truppen des Barcokebas sich bildeten, je eifriger führten sie die Vorschriften aus, welche zu Zeiten des Vespasian schon der große Vertheidigungsrath der Nation den Kommandanten der verschiedenen Abtheilungen des Gebietes gegeben hatte. Alle Städte, alle Dörfer, alle militärischen Positionen wurden mit Wällen und Schanzen besetzt. Man grub unterirdische Gange von großer Ausdehnung, durch welche die verschiedenen festen Plätze miteinander verkehren konnten. Aus diesen Gangen wurden auf geschickte Weise auch geheime Ausgange angelegt. Die jüdischen Traditionen behaupten, daß die Armee des Widerstandes in Judäa und draußen sich auf 200,000 Mann belaufen habe. Es kam nicht blos darauf an, den nöthigen Muth zu zeigen, um zu kämpfen, sondern auch die Qualen zu ertragen, welche den Empörern von Seiten der Römer bevorstanden. Daher die figürlich zu nehmende Nachricht, daß Barcokebas von jedem Soldaten, der in seine Reihen trat, verlangt habe, daß er sich selbst einen Finger der Hand abschnitte, ohne die mindeste Bewegung zu zeigen. Der damalige römische Gouverneur von Judäa hieß Rufus. Es war dies derselbe Name, wie der des Legaten, welcher nach der Zerstörung von Jerusalem durch Titus, an der Spitze der in der Hauptstadt zurückgelassenen Truppen stand. Aber der frühere Rufus hatte den Vornamen Terentius und der jetzige Gouverneur Tinnius. Sobald die Empörung einige Fortschritte gemacht hatte, erhielt Tinnius RufuS vom Kaiser bedeutende Verstärkungen. Nach Eusebius überließ er sich grausamen Rachehandlungen und begann damit, eine Menge Einwohner von Judäa ohne Ansehen des Alters und Geschlechtes zu vernichten. Der erste Apologist der christlichen Religion, Justinus Martyr, bezeugt indessen indirekt, daß Barcokebas dem Feinde nicht Grausamkeit mit Grausamkeit vergalt. Nach Justinus waren die Christen allein seiner Strenge ausgesetzt. Nur hatte zu jener Zeit die Schule von Nazaret noch keine Wichtigkeit höherer Art. Der Führer des allgemeinen Aufstandes sah in derselben nur eine jüdische Partei, die nach seinem Dafürhalten aus Abtrünnigen von der allgemeinen Sache bestand. „Während des jüdischen Krieges, welcher vor Kurzem stattgefunden," sagt Justinus, „befahl Barcokebas, der Chef des Aufstandes, allein gegen die Christen grausam zu sein, Falls sie nicht den Christ zu verleugnen bereit wären." Bald wurde Tinnius geschlagen. Die Macht des Barcokebas nahm eine so regelmäßige Gestalt an, als es seine Stellung ertaubte. Er verfuhr nach Art der alten Richter von Israel und der Könige der Juden. Noch heute kann man die verschiedenen Münzen sehen, welche unter seiner Regierung geschlagen worden sind. Eine Ekgenthümlichkeit stellt das Datum dieser Münzen genau fest. Der Führer der Juden befahl, die Münzen des Trajan und wahrscheinlich auch des Hadrian, welche im Lande zirkulicten, zu nehmen und darauf den jüdischen Stempel zu schlagen. Bei den noch existirenden Exemplaren unterscheidet man genau die beiden übereinander geschlagenen Stempel, unten der des Trajan, oben der des Barcokebas. Da der zweite Stempel den Namen Simon tragt, so hatte man daraus geschlossen, daß der Führer des Krieges gegen Hadrian ursprünglich so geheißen habe. Aber bei genauerer Prüfung kommt man zu der Ueberzeugung, daß Barcokebas sich begnügte, den alten in Jerusalem verwendeten Stempel zu benutzen, welcher die Münzen mit dem Namen Simon's Makkabäus, des Herstellers der Unabhängigkeit, bezeichnet. Mehrere römische Generale setzten nicht mehr durch, als Tinnius Rufus. Der Aufstand dehnte sich immer weiter aus, der Funke theilte sich allen brennbaren Gegenständen mit. Dio Cassius versichert, daß er bald den ganzen Erdkreis in Aufregung brachte; eine Menge fremder Völker verbanden sich mit den Juden. Die Bewegung, welche zu Anfang der Regierung des Hadrian stattgefunden, erneuerte sich. Hadrian, welcher fürchtete, daß der ganze Orient ihm verloren gehen würde.

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