Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 13 (1849)
- Issue
- Heft 25 (18.6.1849)
- Date
- 1849-06-18
- Page
- Seite 339 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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339 der Ercht ent- Bemerjbin. . März Namen und eleer merkelitischen olgendcs ju Einz;»t für 20,000 -rlts. -3. te Thema en wurde, der Wicein. Die?ei ihren ieser Auls rn Gcttb somit Wege er- Zemeinde, m dahin magogennsie eine Einfüh- Krasten l Gesänge ls einem gewichen, in ihren klärt sich l Mangel Benutzung der bereits vorhandenen. Viele haben darin gefehlt, daß sie, anstatt die vorhandenen Gesänge zu säubern und zu vereinfachen, den musikalischen Theil des Gottesdienstes zu erweitern und ihren eigenen fortgeschrittenen Kräften anzupassen suchten. Der Gottesdienst soll niemals an den Konzertsaal oder die Oper erinnern, kann aber überall — das behaupte ich fest — von Verletzung des ästhetischen Gefühls fern gehalten werden. Wer im Anfänge über dieses Ziel hinaus will, wird für alle Bemühung nur den Mißmuth seiner Sänger erndten. Leichte Melodieen, wenn auch nur nach dem Gehör einstudirt, und von der ganzen Gemeinde jeden Geschlechts und Alters gesungen, sind vorläufig komplizirt harmonischen Piecen vorzuziehen und von jedem Kantor von nur einigermaßen musikalischer Bildung seinen Sängern und Sängerinnen anzueignen. Wenn daher in No. 21 d. Bl. der verehrt. Korrespondent von der Elbe die Behauptung aufstellt, daß sich die Gemeinden nur zu wenig Melodieen bringen lassen, so erlaube ich mir als Gegenbeweis anzuführen, daß ich mit 30 Individuen beiderlei Geschlechts, von denen nicht Einer musikalische Vorkenntnisse hatte, in wöchentlich 2—Zmaligen Uebungen, durch mehrmaliges Vorspielen auf der V i o l i n e und spätere Begleitung auf dem Pianoforte*) nach einem halben Jahre, rnn nvs, eineziemuch große Anzahl **) von Gesängen taktfest und fehlerlos vortragen ließ. Als im Juli desselben Jahres die Einweihung der hiesigen neuerbauten Synagoge stattfand, waren die Uebrigen, welche die Uebungen nicht besucht hatten, durch das öftere Zuhören während des Gottesdienstes fähig geworden, dieselben mitzusingen; ja Einige improvisieren eine 2te Stimme, Andere sangen einen, wenn auch äußerst einfachen, doch richtigen Baß. Hin und wieder von mir gegebene Winke hinsichtlich des Taktes genügen jetzt, den Gesang in geordnetem Gange zu halten und die Einrichtung, daß die Wenigen, denen Gehör oder Lust zum Gesänge fehlt, während desselben *) Hatte sich den Sängern die Melodie bereits ein- ^eprägt, so bewährte sich mir die Begleitung auf dem Pianoforte zur Weckung und Stärkung des harmonischen Sinnes als äußerst zweckmäßig. **) in zwei verschiedenen '‘TH httb /"iwn , Tritt N72 Dvb ^ITTWI und nrm Weisen, TH* rmrnö pi» ,/mbb^i ,biy ,12^2 ,in zwei Melodieen inin ,ibnä und -jnriö ,i^nb8tt V« ,NwiNp yttitt /lTaao NNi22i /mb 172772 [o wie auch 3 deutsche Choräle. schweigen, läßt mich für die Zukunft keine Rückkehr zum alten Schlendrian fürchten. — Ein größeres Hinderniß, als die musikalische Befähigung der Gemeinden, scheinen mir die zahllosen v^ttip zu sein. Möge es der hoffentlich nächstens zusammentretenden Synode gelingen, diesen Erzfeind aller zweckmäßigen Liturgie für immer zu bannen. — In No. 21 d. Bl. spricht Herr Ehrlich sich für die Gründung einer musikalischen Zeitschrift aus, Behufs der Veredelung unsers Synagogengesangs. Der Herr Redakteur ist hingegen der Ansicht, daß bei den mit Musikdruck verknüpften Kosten ein besonderes derartiges Blatt kaum Bestand erlangen würde und schlägt eine, nicht an die Zeit gebundene Zeitschrift vor. Ich erlaube mir mich dahin auszusprechen, daß ein regelmäßig, vielleicht jeden Monat erscheinendes Blatt, das jedoch ein Zentralorgan des gesammten Deutschlands sein müßte, wol die entsprechende Theitnahme finden würde; und sollte der Druck, Falls er nicht auf lithographischem Wege, sondern, wie dies bereits vielfach in Choral- und Volksliederbüchern der Fall ist, durch Buchdruckerschwärze bewerkstelligt würde, mit so großen Unkosten verknust sein? Die bereits an den geregelten Vortrag der Gesangsstücke gewöhnten und durch dessen ansprechende Ordnung belohnten Gemeindemitglieder werden auch in der Zukunft die Mühe nicht scheuen, unter der Leitung eines mit Lust und Liebe wirkenden Kantors, die in einer solchen Zeitschrift enthaltenen schwierigeren Piecen einzuüben, um dadurch die Veredelung und Heiligung des Gottesdienstes zu vollenden. Den in No. 17 d. Bl. ausgesprochene Wunsch des Herrn Hecht, die traditionellen Melodieen wegen ihres erhabenen, nationalen und ergreifenden Charakters von allem überflüssigem Gejodel zu reinigen und blos ihre Grundgedanken zu verwenden, kann ich nicht ganz und gar (heilen. Ich glaube, daß mit dem Gejodel und den Schnörkeleien viel Charakteristisches wegfallen würde, und daß nur wenige dieser Melodieen eine zeitgemäße Bearbeitung vertragen. *) Was von diesen alten Gesängen zu benutzen ist, dürfte größtenteils in den schon erschienenen Sammlungen veröffentlicht sein. Auch mir sind viele unserer überlieferten Melodieen, durch die in ihnen *) Anders ist es bei den portugiesischen Juden, deren Melodieen seit Jahrhunderten ohne Schnörkeleien gesungen werden, und deren viele fast unverändert, nur sorgfältiger harmonisirt, in den Gottesdienst des neuen Tempels zu Hamburg ausgenommen sino. Der Einsender.