Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 13 (1849)
- Issue
- Heft 25 (18.6.1849)
- Date
- 1849-06-18
- Page
- Seite 338 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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338 schrieb, den Gott Israels anzubeten und seine Andacht in der Synagoge zu verrichten, nv»ni nr<Lin, und ließ sich ein -pao vz machen, wobei er ein bedeutendes Geschenk machte. Es verursachte dies viel Aufsehen, was aber in Algier nicht der Fall gewesen sein würde, woselbst man an Sabbat und Festtagen oft Mauren in die älteren Synagogen (La Hara und Hebrat Zarfati) eintreten, mehre Male betend um die Teba gehen und reiche Gaben in die Armenstöcke legen sieht. Es ist dies eine oftmalige, fast tägliche Huldigung, welche die Muselmänner der Religion Mosis darbringen. — Bei der jüngst stattgefundenen Krönung des Königs von Holland hat ein israelitischer Deputirter den Eid bedeckten Hauptes geleistet. (Ar'ch. isr. de Fr.) Dänemark. Kopenhagen, 7. Juni. (Privatmitth.) So ist denn auch in unserm Vaterlande die letzte Scheidewand gefallen. Das konstitutionelle Grundgesetz ist vollendet und gestern feierlichst vom Könige sanklionirt worden. Ich setze Ihnen hier die, dieses Blatt interessirendcn Paragraphen in getreuer Uebersetzung her: §. 3. Die evangelisch-lutherische Kirche ist die dänische Bolkskirche, und wird als Solche vom Staate unterstützt. §. 80. Die Verfassung der Volkskirche wird durch ein Gesetz geordnet werden. §. 81. Die Bürger besitzen das Recht, sich zu vereinen, um in Gemeinschaft Gott auf die Weise zu verehren, die mit ihrer Ueberzeugung übereinstimmt, jedoch so, daß Nichts, weder gelehrt, noch vorgenommen werde, das wider die Sittlichkeit oder die öffentliche Ordnung streitet. §. 82. Niemand ist verpflichtet, für seine Person zu irgend einer andern Art von Gottesverehrung, als zu der, die seine eigene ist, einen Beitrag zu leisten, doch muß Jeder, der nicht Nachweisen kann, daß er zu irgend einer im Lande anerkannten Glaubensgemeinschaft angehöre, die für die Volkskirche gesetzlich bestimmten Abgaben an das Schulwesen zahlen. §. 83. Das Verhältniß der von der Volkskirche abweichenden Glaubensgemeinschaften wird durch ein Gesetz geordnet werden. §. 84. Aus Grund seines Glaubensbekenntnisses kann Niemandem der Zutritt zum vollen Genüsse der bürgerlichen und politischen Rechte verwehrt werden, noch darf Jemand der Religion wegen sich der Erfüllung irgend einer allgemeinen Bürgerpflicht entziehen. Nehmen Sie diese eilige Meldung an, Bemerkungen sollen baldigst folgen. D. Rubin. Nordamerika. Philadelphia, im April. Den 29. März wurde hier eine neue Synagoge, unter dem Namen n"2, eingeweiht. Sie ist sehr reich und elegant gebaut, besonders die heil. Lade von einer merkwürdigen Schönheit. — Der Unwachs der israelitischen Bevölkerung in Amerika erweist sich durch folgendes Faktum: in der ersten Zeit der Gemeinde zu Cincinnati buk man ungefähr 100 Pfund Mazzot für das Peßachfest; in diesem Jahre waren über 20,000 Pfund nothwendig. Abhandlungen verschiedenen Inhalts. Noch Etwas über Syuagogeugesang. Wenn auch das in der Ueberschrift angedeutete Thema neuerdings in diesen Blattern mehrfach besprochen wurde, so glapbe ich doch meinen Herren Kollegen mit der Wicderaufnahme desselben nicht unwillkommen zu sein. Die verschiedenen Erfahrungen einzelner Kantoren bei ihren Gemeinden können, verglichen und gewürdigt, dieser Angelegenheit nur nützen und frommen, da sie uns rn Gesichts- und Vergleichungspunkten bereichern, und somit die Prüfung und Wahl der einzufchlagenden Wege erleichtern. Lehrer und Kantor einer kleinen Gemeinde, ist seit mehreren Jahren mein ifrigstes Streben dahin gerichtet, in meinem Wirkungskreise Lüst zum Synagogengesang zu wecken und dadurch dem Gottesdienste eine edlere und würdigere Form zu geben. Durch Einführung der braunschweiger und einiger, den Kräften meiner Sänger angemessenen selbst komponirten Gesänge ist das frühere tolle Durcheinander größtentheils einem harmonischen, taktgerechten Vortrage der Gebete gewichen. Wenn in vielen Gemeinden die Kantoren in ihren Reformversuchen weniger glücklich waren, so erklärt sich das nach meiner Ansicht nicht so sehr durch den Mangel an geeigneten Musikalien, als durch die falsche Benutzung