Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-06-11 · Heft 24 (11.6.1849) · p. Seite 324

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 24 (11.6.1849)
Date
1849-06-11
Page
Seite 324 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3224737-3225606-3225631--10240-3240279
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

kommt, wird der Staat sich nicht Ln die inneren Angelegenheiten irgend einer Religionspartei mischen, es dieser vielmehr selbst überlassen, ihre Angelegenheiten zn ordnen, sich Institutionen zu geben und überhaupt zu bestimmen, welche Kultusbeamten sie anstellen und was sie von ihnen fordern will; erst wenn dieses geschehen, werden die Gesetze, die sich irgend eine Religionsgenossenschaft selbst gegeben, durch die Bestätigung des Staates in Kraft treten. Der Staat als Solcher ist indifferent gegen jede Religion, und so wünschenswerth es auch für ihn ist, daß z. B. durch Religionsunterricht Moral und Religiosität immer mehr verbreitet werde, so kann er sich doch keine direkte Betheiligung an demselben erlauben. Würde nun der von ihm eingesetzten Prüfungskommission ein jüdischer Geistlicher beigegeben, so nähme der Staat die Religionsprüfung in die Hand, was dem oben ausgesprochenen Grundprinzipe zuwider wäre. Anspacher bemerkt, daß die Trennung der Kirche vom Staate diesem das Recht entziehe, in die kirchlichen Angelegenheiten einer Religionsgefellschaft einzugreifen, nicht aber das Recht der äußern Beaufsichtigung über dieselben, so wie von seiner Exekutivgewalt dann Gebrauch zu machen, wenn dieselbe zur Hemmung antistaatlichen Grundsätze irgend welcher Religion oder zur Unterstützung der geistlichen Behörden in ihren auszuübenden Funktionen erforderlich erscheine. Somit habe also der Staat bei der Anstellung eines Lehrers durchaus nicht nach seinen Religionskenntnifsen zu fragen, wodurch also die Beigebung eines Geistlichen bei einer weltlichen Prüfungskommission, als eine Ueberschreitung seiner Befugnisse, verworfen werden müsse. Man beschloß beide Ansichten in die Denkschrift aufzunehmen. Auf den Antrag Kramers wurde Präs, einstimmig ersucht, die Denkschrift anzusertigen und einzusendm, wozu derselbe sich auch bereit erklärte. Herr Pölitz stellt den Antrag, daß vom Präs, unter Mitwirkung der Lehrer ein Blatt, zunächst für den kcefelder Sprengel berechnet, herausgeben werde, das die Angelegenheiten der Schute und Synagoge bespräche. Die Zweckmäßigkeit und der Nutzen eines solchen Unternehmens wurden einstimmig anerkannt. Nachdem noch von mancher Seite der Kostenpunkt und viele andere Schwierigkeiten, auf die ein solches Unternehmen stoßen müßte, hervorgehoben waren, wurde beschlossen, daß Bodenheimer vorläufig einen Prospektus anfertigen und veröffentlichen sollte, und man dann die Theilnahme abwarten wollte, die dieses Projekt finden würde. Es wurde nun noch eine hebräische Lesefibel von Hecht vorgelegt, welche nach Plan und Ausführung sehr empfehtenswerth befunden wurde. Unter passenden Schlußworten erklärte Präs, die diesjährige Konferenz für geschlossen. L. A. Auszüge. Einige Neisetnren im heiligen Laude, ausgezogen aus Robinson's Palästina. Bon Suez nach dem Berge Sinai 63 Wegestunden, gleich 31 */2 deutscher Meilen. Vom Berge Sinai nach Akabah 50 Wst. 20 Min. — 25 d. Meilen. Von Akabah nach Jerusalem 80 Wst. 40 d. Meilen. Von Jerusalem nach Bethel 6 Wst. 20 Min. ----- 3 d. Meilen. Von Jerusalem nach Ain Jidy und dem tobten Meere 15 Wst. 35 Min. — l3ji d. Meilen. Von Jericho nach Jerusalem 12 Wst. 25 Min. ---- 6 d. Meilen. Von Jerusalem nach Gaza 23 Wst. ---- 11l/2 d. Meilen. Von Gaza nach Hebron 17 Wst. 35 Min. ---- 83/4 d. Meilen. Von Hebron nach Ramleh 20 Wst. 25Min.— 10 d. Meilen. Von Ramleh nach Jerusalem 10 Wst. 55 Min. 5‘/2 d. Meilen. Von Jerusalem nach dem Berge Tabor 32 Wst. 30 Min. ----- 16 */* d. Meilen. Vom Tabor nach Safed 16 Wst. ---- 8 d. Meilen. Von Safed nach Beiruth 32 Wst. 30 Min.----- 167« b. Meilen. Szenen aus der Geschichte der Jude» kurz nach der Zerstörung Jerusalems. (Fortsetzung.) Die Nichtswürdigkeit der Regierung des Kaisers Domitian ist alldekannt. Die Ereignisse sowol, wie ihr eigener Antrieb drängten die Juden zu ihren letzten Versuchen mit bewaffneter Hand hin. Die Habgier und

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.