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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-06-04 · Heft 23 (4.6.1849) · p. Seite 299

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 23 (4.6.1849)
Date
1849-06-04
Page
Seite 299 (sequence 3)
Language
German
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299 Stimme irm der hn- und ft Melange der;en und Keligion lt? Und beit am sen, am? Jene t, ahm o Thun, em uns zu- Auge, ') en, ver-;en von d davon rgen das ihnen l Macht : Handkeinen keinen ist ver- 'chen die und die »en Sieg t immer el, der )Z\i nun iller im Gedanlvelt für den Augenblick vereitelt sehen, darum entfliehet ihnen der Trost, daß, da Gott im Himmel schauet, Gott im Himmel richtet, ja doch der Sieg des Rechtes und der Wahrheit unbezweifelt, sicher, unausbleibend ist. Wir können es uns nicht verleugnen, so schrecklich auch der Gedanke ist, mit schnellen Schritten eilt die Menschheit der Entsittlichung zu, schon schaut die Mehrzahl ganz unklar, was Recht und Unrecht ist, und weiß es nicht mehr zu unterscheiden; Edelmuth, Großsinn, Barmherzigkeit, stille Zucht und Tugend, Sanftmuth, Liebe: wohin sind sie entflohen? wer würdigt sie noch? wer glaubt noch, daß diese es sind, die des Menschen höchste Aufgabe?... Und was anders ist dessen die Ursache, als daß die Menschen vergessen haben: Gott ist ein richtender Gott, ahndend die Sünde, strafend die Schuld, vergeltend nach Thun und Wandel. 11. M. Fr.! Diese Lehre vom Richteramte Gottes — nicht von heute sind die Zweifel an ihr. Wie sie selbst aus grauem Alterthume zu uns herübergekommen, so auch das Dunkel, in das sie oft gehüllt erscheint. Herrliches ist darüber in den heil. Schriften unsers Volkes gesagt, nichts Besseres aber als der Psalm 73 von Assaph, den man nm „den Seher" nannte. Lasset uns, m. Z., denselben genauer Nachsehen. Er beginnt: „Ich, um wenig wankten meine Füße, wie Nichts glitten aus meine Schritte" — also, ich war in Gefahr zu straucheln im Glauben, zu wanken in meiner Ueberzeugung. Warum? „Ich beneidete die Uebermüthigen, der Frevler Frieden sah ich" — also: sein Herz hatte sich mit Neid, mit Eifersucht auf die Bösen und ihren scheinbaren Frieden gefüllt, und in der Verblendung dieser Leidenschaft, wie erschienen sie ihm? „Daß ihnen seien keine Todesschlingen, und ihre Starke feist; der Sterblichen Mühsal theilen sie nicht, und werden mit denMenschen nicht geplagt; darum ist ihr Halsschmuck Hosfahrt, Gewaltthat deckt sie als Gewand; versetzen in den Himmel ihren Mund, und ihreZung' ergehet sich aufErden, sie sprechen: wie sollte Gott es wissen? wie Kenntniß sein beim Höchsten? So sind die Frevler und immerfort sicher häufen sie Vermögen und Macht." Und was ist dessen der Erfolg? Das Volk wendet sich zu ihnen und wird von ihnen verlockt; und selbst im Herzen des frommen Sängers regt es sich: „So hätt' ich um Leeres lauter erhalten mein Herz und meine Hände in Unschuld gewaschen? Hatte umsonst mich geplagt den ganzenTag, und jeglichen Morgen meineZüchtigung gehabt?" — Da, wo der Sänger beginnt seine Tugend, seine Lauterkeit, seine Frömmigkeit wie zu bereuen, zu verwünschen: da wird er aufmerksam. Er bedachte zuerst: „wenn ichalso spreche, da werde ich abtrünnig vom Geschlechts deiner Söhne" — d. h. wenn ich diesen Gesinnungen folge, so entsage ich allem Dem, was ich bisher geachtet, geehrt, ich trenne mich von Allen, die ich als die Edelsten, die Besten verehrt, geliebt; dieser eine Zweifel trennt mich von ihnen auf immer; er läßt sich nicht vereinen mit dem, was ich als wahr, gut und schon bis hieher er- und bekannte. Dies ließ ihn immer tiefer Nachdenken, und er erkannte: hirt wa es ist Mühsal in meinenAugen. Da nahm er seine Zuflucht zu den Heiligthümern des Herrn, er versetzte sich auf den Boden der Religion, der Gotteserkenntniß, er sing an von dem Augenblicklichen, von der Größe des Tages abzusehen, und über ganze Zeiträume seinen forschenden Blick zu lenken: Dm'-irtab inrafc* „ich erlangte Einsicht in ihre Folge, in ihre Zukunft, in ihr Ende." Da sah er denn ganz Anderes: „Ja, auf glatten, schlüpfrigen Boden hast du die Bösen gestellt, zu Trümmern laßt du sie zerfallen. Wie ein Traum nach dem Erwachen, so machst du ihr Gebilde verschwinden, wenn du sie weckest." Es ist Nichts, es ist keine Dauer um das Glück der Frevler, ihr Glück ist ihr Fallstrick, auf ihre Höhe folgt um so tieferer Sturz; sie gehen plötzlich und spurlos unter. Jetzt erkennt er: es war nur, „weit es in meinem Herzen gohr, weil es in meinen Nieren stach, daß ich es nicht erkannte." Die Zweifel sind geschwunden: „Ja ich will stets mit dir, mein Gott, sein, du Leitest mich durch deinen Rath. Wen Hab' ich sonst im Himmel, und neben dir Hab' ich auf Erden anNichtsWohtgefallen. Mag vergehen mein Fleisch und mein Herz, meines Herzens Fels und mein Antheit ist Gott auf ewig!"- M. Fr.! Tiefe Wahrheiten enthüllt uns da der h. Sänger, lasset sie mich kurz zusammenfassen: 1) Die Zweifel am Richteramte Gottes, die Zweifel, ob eine gerechte Vergeltung durch das Leben geht, sie

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