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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-05-21 · Heft 21 (21.5.1849) · p. Seite 276

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 21 (21.5.1849)
Date
1849-05-21
Page
Seite 276 (sequence 4)
Language
German
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276 Asche erstehen, welch' Leben wird sich entfalten, wie wird der reiche Boden Ungarns hundertfältig das Verlorene ersetzen! Ja, Ungarn wird das unerschöpfliche Asyl Europa's werden. Darum verlangen Sie jetzt keine genaueren Berichte. Ueber die Kernfragen kann ich Ihnen noch Nichts schreiben, und zu gleichgiltigen Einzelnheiten haben wir weder Lust, noch Zeit. Großbritanieu. London, 8. Mai. Sitzung des Unterhauses vom 7. Mai. Der Hauptgegenstand der Sitzung war die Debatte über die zweite Lesung derBiU, durchweiche der Parlamentseid geändert werden soll, um auch jüdischen Mitgliedern den Eintritt in's Unterhaus möglich zu machen. Neue Ansichten wurden nicht gellend gemacht, wol aber das schon früher von beiden Seiten Gesagte nochmals vorgetragen. Bei dieser Gelegenheit hielt der Sohn R. Peels, F. Peel, seine erste Rede (für die Bill) und zwar unter großem Beifall, so daß sich selbst Lord Ruffel veranlaßt fand, derselben sehr lobend zu erwähnen. Ebenso sprach der wieder eingetretene Roebuck seine erste Rede zu Gunsten der Bill. Schließlich wurde die zweite Lesung mit 278 gegen 185 Stimmen angenommen. (Im vorigen Jahre hatte die zweite Lesung 73 Stimmen Majorität; diesmal 93.) —. Sir Moses Montesiore nebst Gemahlin ist den 24. April von London nach Jerusalem abgereist. Ihre Absicht ist, der unglücklichen jüdischen Bevölkerung zu Hilfe zu kommen. Mögen sie bessere Erfolge erreichen, als aus der Reise nach Petersburg. —. Beim jüngsten Lever der Königin Victoria wurde durch Lord Foley der Königin Herr Philip Salomon präsentirt, der zum Mntlemsn ok arms ernannt worden. —. In Montreal (Kanada) wurde ein Jude zum Stadtrath erwählt. —. Im Staate Pensylvanien (Nordamerika) legt man sich jetzt wieder gewaltig aus die strengste Sonnlagsfeier. Jüngst wurden mehrere Israeliten mit Gefängniß bestraft, weil sie am Sonntag öffentlich gearbeitet; zwei von ihnen hatten Aepfel eingesammelt!! Frankreich. Paris, im Mai. Die Arch. isr. de Fr. bringen einen Artikel, worin sie bemelden, daß die Israeliten in Paris sich eifrig damit beschäftigen, die Vergrößerung des Tempels zu Stande zu bringen. Eine Kommission hat sich freiwillig dazu gebildet, und betreibt die Angelegenheit mit großem Eifer. Man braucht mehr als 100,000 Frcs. und will dieselben durch Verkauf einer Anzahl Stellen zu 1200, 1000 und 800 Fr. erlangen. „Einige Personen, sagen die Areli., haben gewollt, daß man diese Gelegenheit benutze, um endlich einige der Reformen, die seit so langer Zeit gefordert werden und denen sich die Religion durchaus nicht entgegenstellt, in den Tempel von Paris einzuführen: die Kommission glaubte nicht das Recht zu haben, sich mit diesem Gegenstände zu beschäftigen; sie glaubt, daß diese Frage später kommen würde. Uebrigens, wenn Einige unter den Israeliten von Paris der Reform günstig sind, (einem in der That vagen und zu vielen Auslegungen befähigten Worte,) so sind Andere der Reform dergestalt entgegen, daß sie selbst wollen, man solle rückwärts gehen. (In Paris, wo selbst die Mizwot noch verkauft werden!) Wir haben dies von einigen Mitgliedern der Kommission selbst. Endlich, was eine volle Antwort giebt, ist, daß die Subskription des Geldes rasche Fortschritte macht, ein Beweis, daß das Bedürfniß der Reform des Kultus unter uns nur schwach gefühlt wird." So die Areli. Wir wollen ihnen das Letztere nicht bestreiten, aber doch den Beweis. Wer mit den Verhältnissen in den jüdischen Gemeinden betraut ist, der weiß, daß Geldgeben zu einem öffentlichen Zwecke bei den Juden — gar kein Beweis ist. Es giebt da der Motive sehr viele. Außerdem wissen wir auch, daß zahllose Juden den Kultus besser wünschen, ohne daß dieser Wunsch so stark wäre, daß sie sich darum — Mühe geben sollten. Zum Schluffe des Artikels fügt der Redakteur der Arch. hinzu: „Aber, wird man zu uns sagen, welche sind denn die Reformen, die man in den Tempel einführen könnte, ohne die Religion zu verletzen? Auf diese oft gethane Frage antworten wir: wenn man die Nothwendigkeit einer Reform zugeben wird, wird es immer Zeit sein, in neue Details über diesen Gegenstand einzugehen; man wird sich dann leicht verständigen." Unser Kollege nehme es uns nicht übel,

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