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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-05-14 · Heft 20 (14.5.1849) · p. Seite 268

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 20 (14.5.1849)
Date
1849-05-14
Page
Seite 268 (sequence 8)
Language
German
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268 schen Juden und Christen zu machen. Wodurch die Güter sowol an Werth als an Pacht sehr gestiegen sind. Denn leider Alles, was Israeliten gebrauchen können, wird theuer, weil sic sich gegenseitig Nichts gönnen. So zeigt es sich schon jetzt, wie durch die Emanzipation der Juden auch die christliche Bevölkerung, die einzigen Besitzer von Gütern, ihren Nutzen hat, und doch können es die hiesigen verstockten Büreaukraten wie einen Stein im Magen nicht verdauen, daß Jude und Christ von nun an gleich sind. X. Wien, 2. Mai. Aus die erste Kunde der hierher eingebrachten zahlreichen Verwundeten, hat der Vorstand der hiesigen Jsraelitengemeinde das derselben gehörige Spital in der Roffau der Militärkommandantur zur Disposition gestellt. Großbritanien. London, 30. April. Die auf heute anberaumte zweite Verlesung der Bill zur Beseitigung des Eides, welcher die Juden bisher vom Parlament ausschloß, ist von Lord I. Russell wegen des heutigen Hofballes bis über acht Tage ausgesetzt worden, weil, wie die „Times" bemerkt, die Freunde der Bill wünschen, daß sie mit möglichst großer Majorität in's Oberhaus gelange, was nicht der Fall sein könne, wenn die zweite Verlesung heute erfolge, wo sehr viele Mitglieder aus dem Balle sein würden. Abhandlungen verschiedenen Inhalts. Adolph Fischhof. (Schluß.) „In dem „Sicherheitsausschuß für Ruhe und Ordnung und zur Wahrung der Volksrechte" wurde Fischhof einstimmig zum Präsidenten gewählt. Ec handhabte die schwierige und mühevolle Stelle mit einer Würde, Ruhe und Entschlossenheit, welche ihm die Achtung aller Bürger, selbst seiner politischen Gegner erwarb. Das Schicksal der Hauptstadt und mit ihr jenes des ganzen Reiches lag durch zwei volle Monate in seinen Händen. Mitten durch alle Stürme, von welchen die Regierung und die Sicherheit der Stadt bedroht war, wußte er, theils durch eine geschickte und kräftige Leitung der Ausschußgeschäfte, theils durch den überwiegenden Einfluß seiner eigenen Persönlichkeit, die überspannten Forderungen der Radikalen und der arbeitenden Klassen im Zaume zu halten. Wer in jenen Tagen Gelegenheit hatte, den Präsidenten des Sicherheitsausschusses in den verschiedenen Verhältnissen zu beobachten, gegenüber einer stürmischen Versammlung, welche trotz ihrer politischen Unreife den ganzen Staat zu regieren dachte, in fortwährender Verhandlung mit einem Ministerium, dessen größte Stärke in dem steten Wechsel von Prinzipien und Regierungsmaßregeln bestand; wer mit ansah, wie der Präsident des Sicherheitsausschusses Heute eine Deputation von czechischen Studenten mit edler Würde zur Versöhnung und zum brüderlichen Anschlüsse an die Deutschen aufforderte, am nächsten Tage mit Kaltblütigkeit und Energie einen Arbeiterkrawall niederzuhalten wußte, an einem spätem Tage wieder die ganze Versammlung und die gedrängten Gallerieen durch eine glänzende Rede zur Begeisterung für die italienische Armee und ihre Waffenthaten hinriß, — der mußte die seltenen Talente und den männlichen Charakter eines Mannes bewundern, den die Revolution plötzlich aus dem bescheidenen Dunkel seines bisherigen Lebens zum würdigsten Vertrauensmann seiner Mitbürger emporgehoben hatte." „Mit einer wahrhaft klassischen Selbstverleugnung sagte einmal Fischhof in öffentlicher Sitzung zu einer Arbeiterdeputation, welche Erhöhung des Tagelohnes bei den öffentlichen Bauten forderte: „Seht mich an, Männer; auch ich bin Arbeiter, so gut wie Einer von Euch, ich bin Sekundärarzt im kaiserlich königlichen Krankenhause und habe oft Tag und Nacht am Krankenbette zu thun, und seitdem ich durch das Vertrauen meiner Mitbürger Vorsitzender dieser Versammlung bin, glaube ich, nicht weniger Mühe und Sorgen für die öffentliche Ruhe, für Eure Bedürfnisse bewiesen zu haben, als bisher für die leidenden Menschen im Spitale. Ich habe täglich 40 Kr. K.-M. Gehalt, ich muß essen und trinken so gut wie Ihr, ich muß eine ordentliche Kleidung tragen, wenn ich die Patienten empfange, ich brauche Bücher und Instrumente, und doch komme ich mit diesem Gelde aus und bin zufrieden. Solltet Ihr in Eurer Stellung nicht ebenso gut mit 25 Kr. täglich leben können? Oder könnt Ihr fordern, daß der Staat in seiner jetzigen Bedrängniß die anderen Bürger beraube, um die 40,000 Arbeiter, welche täglich auf Kosten dieser Gemeinde bei den Bauten beschäftigt sind und kaum die Hälfte ihrer Arbeit

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