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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-05-07 · Heft 19 (7.5.1849) · p. Seite 256

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 19 (7.5.1849)
Date
1849-05-07
Page
Seite 256 (sequence 8)
Language
German
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256 dessen Wandel ein in jeder Beziehung musterhafter war, und der namentlich in dem Wirkungskreise der Wohlthätigkeit eine mit der größten Einsicht gepaarte Unverdrossenheit verband, die ihm in den Herzen Aller ein unverwüstliches Denkmal errichtet und seinen Verlust fast unersetzlich macht. — Seit dem Jahre 1796 Mitglied der Chebra Kadischa, wurde er zwei Jahre später Vorsteher dieses Vereins: ein halbes Jahrhundert hindurch war R. B. Perl im Dienste der leidenden Menschheit ausschließlich wirksam, denn es giebt hier keine einzige der Wohlthätigkeit gewidmete jüdische Anstalt, deren thätiges Mitglied er nicht gewesen wäre. Seit 1820, also achtundzwanzig Jahren, präsidirte er in der Chebra Bikur Cholim, deren Aufgabe es ist, arme Wöchnerinnen, armen Kranken außerhalb des Hospitals, so wie überhaupt Nothleidenden hilfreich zur Seite zu stehen. — Mau kann leicht die Schwierigkeit ermessen, mit welcher die Leitung einer derartigen Anstalten in einer so zahlreichen und von Armen überfüllten Gemeinde wie die hiesige verbunden ist. Aber der wahrhaft fromme und mit der größten Selbstverleugnung verbundene Wohlthätigkeitssinn K. B. Perls wußte jede Schwierigkeit zu überwinden: ungeachtet seines hohen Alters, ungeachtet seiner sehr geschwächten Gesundheit, war er unabläßlich im Dienste der leidenden Menschheit, wirksam besuchte er die fern von ihm wohnenden Kranken, stand ihnen in jeder Rücksicht hilfreich zur Seite, und fast im buchstäblichen Sinne des Wortes kann man von ihm sagen, die letzten Augenblicke seines Lebens waren noch der Wohlthätigkeit und der Milderung der Noth gewidmet, denn während er am vorhergehenden Abend noch unabläßlich den genannten Zwecken gedient hatte, war er am frühen Morgen des folgenden Tages schon verschieden. — Einem so frommen und edlem Wirken gewidmeten Leben kann nicht die dankbare Anerkennung versagt werden: drum ward ihm Anerkennung während seines diesseitigen Lebens: drum begleiteten ihn Dankbarkeit und die innigsten Gebete für sein Seelenheil in's jenseitige Leben. Möchte das Andenken an den mit den seltensten Tugenden geschmückten Greis, dessen Heimgang in unserer Mitte gar sehr fühlbar sein wird, einen Mann kräftig an Gesinnung wie an Thal anregen, sich der nun verwaisten Anstalt so anzunehmen, wie es der Verstorbene that. — Wandelnd in dessen Fußtapfen und eine Wirksamkeit wie die Seinige entfaltend, wird das Andenken des Verewigten auf das Schönste geehrt, und eine Anstalt erhalten, die jedem, der derselben sich annimmt, die höchste Selbstbefriedigung im diesseitigen Leben und den höchsten Lohn im jenseitigen Leben verbürgt. 8. Gold..»38 Abhandlungen verschiedenen Inhalts. Adolph Fischhof. Man kennt das Interesse, welches sich mit diesem Namen verknüpft. Nachdem er eine kurze, aber glänzende Rolle gespielt, nachdem er als der erste Jude einen höhern Posten des österreichischen Staatsdienstes eingenommen, und zwar zum Theit deshalb, weil er Jude: sitzt er jetzt in einsamer Kerkerhaft und erwartet sein Urtheil. Die Köln. Zeit, enthielt vor Kurzem eine Skizze seines öffentlichen Lebens, und wir stehen nicht an, aus derselben die Hauptmomente zu entnehmen. „Die Petition, in welcher die Forderungen des österreichischen Volkes niedergelegt waren, war in den Köpfen einiger Mediziner entsprungen, welche sich in einer abgeschlossenen Gasthausstube bereits seit Monaten zu vertraulichen Besprechungen zusammengefunden hatten. Auf der Universität schlossen sich dieser Petition bald alle Studenten an, und sie wurde im Namen der Universität von Professor Hye dem Kaiser am 12. Marz überbracht. Aber die Jugend wollte die Beantwortung derselben nicht der Willkür der obersten Gewalthaber oder dem büreaukratischen Schneckengange überlassen. Am Vormittag des 13. zog daher die Studentenschaft in geordneten Reihen zum Landhaus in die Herrengasse, wo die niederösterreichischen privilegirten Stande eben zusammengetreten waren und ebenfalls eine Adresse um dringende Reformen beriethen. Der Hof des Ständehauses war bald von den Studenten und einer beträchtlichen Anzahl von Bürgern angefüllt. Ein dumpfes Murren zog durch die ganze Menge — man wußte nicht, wie man die Verbindung zwischen den erlauchten Herren da oben und dem Volke da unten Herstellen sollte, das Bewußtsein der polizeilichen Allmacht fesselte noch die revolutionären Gemüther. Noch fehlte das zündende Wort, um die lang' verhaltene Glut des Volksunwillens zur Hellen Flamme

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