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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-05-07 · Heft 19 (7.5.1849) · p. Seite 253

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 19 (7.5.1849)
Date
1849-05-07
Page
Seite 253 (sequence 5)
Language
German
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253 Bolksschullehrer) und mir gefälligst mittheilen wollten. Dabei bemerke ich zugleich, daß mir von einer Seite die Meinung ausgesprochen ist, es würden sich die jüdischen Schulen mit geringen Aenderungen der beabsichtigten Organisation der christlichen Volksschule einordnen lassen." Ich glaubte es um so mehr für zweckmäßig halten zu dürfen, Herrn Steinvorths Aufforderung hier wörtlich zu wiederholen, als erstens zu vermuthen ist, daß jene Monatsschrift von vielen jüdischen Lehrern gar nicht, oder doch sehr spät gelesen wird, und zweitens dieses denselben als eine erneute Anregung dienen soll, dem Wunsche der Herren Abgeordneten für die Volksschullehrer nachzukommen. Mögen nun die Herren jüdischen Lehrer unsers Königreichs sich nun nicht säumig zeigen und die ihnen gegebene Gelegenheit baldigst und nach Kräften benutzen, wenn auch weniger durch weitläufige Abhandlungen, als durch einfache briefliche Mittheilungen an jene Abgeordneten, zur Erreichung einer Stellung, wie sie der Lehrerstand schon lange gewünscht, aber bisher trotz vieler stiller Seufzer und verschiedener öffentlicher Petitionen, namentlich in den Konferenzen der jüdischen Lehrer durchaus vergeblich erbeten hat.*) Strelitz, 20. April. (Eingesandte Erwiderung.) Welch Gespenst doch die Demokratie ist, oder wie doch gewisse Leute ein Interesse daran haben, zarten Gemüthern durch diesen bloßen Namen einen frommen Schrecken einzujagen! Wer das jetzt noch nicht ge- -wußt Hut, den wird davon gewiß ein: „Strelitz, 12. März" datirtes und: „Mehrere Gemeindemitglieder" Unterzeichneter Artikel in No. 14 dieser Zeitung überzeugen. Wer möchte beim Lesen dieses Aussatzes nicht den losen Zusammenhang bemerkt haben, in welchem dieser Vorwurf mißverstandener demokratischer Grundsätze zum Uebrigen des Aufsatzes steht! Aber man mußte doch diesen tempelschänderischen Menschen, die es gewagt haben sollten, in Opposition zu treten gegen das Landrabbinat, auch demokratische Grundsätze insinuiren, um dadurch frommen Gemüthern einen desto großem Abscheu vor diesen anarchischen und anhierarchischen Wühlern einzuflößen. — *) Seitdem ist freilich die hannoversche Kammer aufgelöst worden! Redakt. Zuerst also erlaube man uns, uns in kurzen Worten gegen die Verleumdung zu vcrtheidigen, als bewege uns zu dieser Opposition nur eine unsittliche Auffassung demokratischer Ideen. Freilich dringen wir auf eine Abänderung einzelner unzeitgemäßer Bestimmungen unserer Gemeindeordnung, aber eine unwürdige und gänzlich unbegründete Verleumdung ist es, wenn man uns vorwirst, wir arbeiteten hin auf eine Lösung alles Kultus- und Gemeindeverbandes. Unser Interesse, und das muß jener Artikel trotz aller Schleichwege doch zuletzt zugestehen, ist ein rein lokales, und theils sind es die allerdings bedeutenden Opfer, die uns die Erhaltung der Gemeinde und insbesondere des Landrabbinats kostet, theils die Unbedeutendheit der Person, die gegenwärtig unserm Rabbinate vorsteht, und die uns die Größe jener Opfer um so mehr fühlen läßt, als uns auch nicht der geringste geistige Genuß dafür entschädigt, — diese Dinge sind es, die uns zu einer Opposition veranlassen. Niemandem kann wol ein verdächtigeres Lob gespendet worden, als das im besagten Artikel unserm Rabbiner ertheilte. Es klingt das wie die plumpste Ironie, die eigens dazu gemacht scheint, den Herrn Rabbiner Reichmann zu kompromittiren, und wir würden wirklich nicht begreifen, wie einem Manne, von dem kaum ein Zeitungsartikel, geschweige denn ein größeres oder kleineres literarisches Werk existirt, das Prädikat eines „Mannes von literarischem Rufe" beigelegt werden könnte, wenn wir nicht eben die Absicht, zu ironisiren, voraussetzen müßten. Aber das ist nebensächlich: es kann ein Geistlicher auch ohne literarischen Ruf segensvoll wirken: er kann z. B. mit Erfolg den Gottesdienst leiten, ihn verbessern und durch seine Predigten Aller Herzen erbauen. Aber wo ist hier solch segensreiches Wirken? Etwa in dem Umstande, daß der durch den dankenswerthen Eifer des Herrn Dr. Salomon unter Mitwirkung unsers damaligen Vorstandes eingerichtete Gottesdienst fast ganz unverändert bcibehalten worden ist, und die Gemeinde auf ein Gebetbuch, so groß sich auch das Bedürfniß danach herausgestellt hat, und auf «ine Synagogenordnung, die so manche Störung verhindern könnte, immer noch vergeblich wartet? Das ist die gerühmte Thätigkeit des Herrn Reichmann für unfern Gottesdienst, der, so sehr er auch im Allgemeinen befriedigt, doch im Einzelnen immer noch gehoben und vervollkommnet werden könnte. — Und nun erst die

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