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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-04-16 · Heft 16 (16.4.1849) · p. Seite 216

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 16 (16.4.1849)
Date
1849-04-16
Page
Seite 216 (sequence 8)
Language
German
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218 di« aber nicht einmal bei der Gemeinde inkorporirt, waren. > Wien, 1. April Heute Morgens hat sich auch eine Deputation der hiesigen israelitischen Gemeinde nach Olmütz begeben, um dem Kaiser eine Dankadresse für die in der Reichsverfassung ausgesprochene Gleichberechtigung der Glaubensbekenntnisse zu überreichen. Wien, 3. April. Die pesther israelitische Gemeinde ist vom Fürsten Statthalter zu einem neuen Pönfall von 60,000 Fl. in 20gern unnachsichtlich verhalten worden, weil 3 aus Pesth gebürtige jüdische Professionisten Montoursgegenstände an die Insurgenten verkauft haben. Die Betretenen selbst wurden zum Strange verurtheilt und zu 8—12jähriger Schanzarbeit in schweren Eisen begnadigt. (Wir brauchen über dieses Verfahren gegen die pesther Gemeinde kein Wort zu sprechen — es charakterisirt sich als eine Behandlung, die seit Jahrhunderten in Vergessenheit gerathen war!) Deutschland. Leipzig, 30. März. Unsere Stadtverordneten haben am Mittwoch im Hinblick auf die Grundrechte des deutschen Volkes einstimmig beschlossen, daß fortan Israeliten, die das Bürgerrecht in unserer Stadt nachsuchen, nicht mehr einer besonder» Dispensation ihres Glaubens wegen bedürfen. Berlin» 7. April. (Privatmitth.) Es ist in diesen Blattern mehrmals von den Mitgliedern der preußischen Kammern, die jüdischen Glaubens sind, die Rede gewesen, allein unvollständig. In der ersten Kammer sitzen drei: Wilhelm Beer, der Rittergutsbesitzer Guradce und Magnus, sämmtlich auf der äußersten Rechte. In der zweiten Kammer ebenfalls drei: DD. Kosch, Jakoby, Wollheim, sämmtlich der Linken angehörig. München, 6. April. (Privatmitth.) Daß ich Ihnen längere Zeit nicht geschrieben, geschah lediglich, weil wir unfern politischen und religiösen Standpunkt nicht um ein Jota verändert haben. Gerne hätte auch ich Ihnen von Verkündigung der Grundrechte als Purim-Geschenk berichtet, statt dessen bekamen wir, wie Sie wissen, eine Kammervertagung; doch der Tag unserer Gleichstellung wird auch herannahen, aber nicht durch eine oktroyirte Verfassung, sondern durch einen Volksbeschluß. Andererseits freue ich mich, Ihnen heute von einer Reform, die in unserer Synagoge statt haben wird, berichten zu können. Es hat nämlich der hiesige Herr Rabbiner schon vor langer Zeit der Administration einen Entwurf der Synagogenordnung erngereicht, und diese ist, wie Sie aus beifolgendem Zirkular ersehen, vorläufig auf dieselbe eingegangen. Ueber den Eindruck, den diese Reform hervorbringt, werde ich Ihnen nach den Feiertagen berichten. „3n Folge des vielseitig ausgesprochenen Wunsches, die Zeit des Gottesdienstes durch Weglassung mehrerer minder wichtigen Gebete möglichst abzukürzen, hat der Herr Rabbiner hierauf bezügliche Anträge an die Administration gebracht. Obwol diese der Ueberzeugung ist, daß die nächste Zukunft umfassendere Reformen in unserm Gottesdienste herbeiführen wird, glaubte sie dennoch jenen Anträgen des Herrn Rabbiners vorläufig Folge geben zu sollen, und es werden daher nachstehende von diesem beantragte Acnderungen der Gebete, am bevorstehenden Pesachfeste eintreten, und zwar: Bleiben alle Piutim, sowol beim Abendals beim Morgengottesdienst weg. Nur am ersten Tag wird vom lal-Gebet das k. mar-ib in bü tm vorgetragen. München, April 1849. Administration der israel. Kultusgemeinde." Abhandlungen verschiedenen Inhalts. Die englischen Juden im Mittelalter. In einer vor Kurzem erschienenen englischen Schrift, „Geschichte der Bank von England" von Francis, wird in der Einleitung über die frühere Stellung der Juden in England gesprochen. Die Engländer sind bekanntlich praktisch in allen ihren Auffassungen, und begreifen schnell an jeder Erscheinung den praktischen Mittelpunkt. Es mögen daher einige Stellen hierüber aus dem gedachten Werke hier ihren Platz finden.

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