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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-03-19 · Heft 12 (19.3.1849) · p. Seite 160

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 12 (19.3.1849)
Date
1849-03-19
Page
Seite 160 (sequence 8)
Language
German
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160 Fatimiten gestürzt, seine Herrschaft über ganz Egypten aus. Der Freund und Minister dieses Fürsten, der Kadi Al-Fädhel hatte Gelegenheit gehabt, Maimonides kennen zu lernen und seine eminenten Eigenschaften zu würdigen. Ec nahm ihn in seinen Schutz, sicherte ihm die Mittel, seinem Handel zu entsagen, um sich ganz der Wissenschaft zu widmen, und ernannte ihn zum Hofarzt. Man muß aus den Briefen des Maimonides selbst ersehen, was für ein Leben er damals führte, und welchen Grad von Berühmtheit er in seiner Kunst erlangt hatte. Folgendes schrieb er an Samuel Jbn-Tibbon, den hebräischen Uebersetzer mehrer seiner Werke, der ihm die Absicht ausgedrückt hatte, zu ihm zu kommen, um sich in seinen Unterhaltungen zu unterrichten. „Ich werde Dir offen sagen, daß ich Dir nicht rathe, Dich meinetwegen den Gefahren dieser Reife auszusetzen, denn Alles was Du erlangen könntest, wäre mich zu sehen; aber, gedenkst Du einigen Nutzen für die Wissenschaften und Künste daraus zu ziehen, oder mit mir und wäre es nur eine Stunde besondere Unterhaltung zu pflegen, sei es am Tage, sei es in der Nacht, so hoffe dies nicht. Die Zahl meiner Beschäftigungen ist ungeheuer, wie Du sogleich erkennen wirst.... Alle Tage, sehr früh des Morgens, begebe ich mich nach Kairo, «und wenn mich dort Nichts zurückhält, so kehre ich Mittags nach meiner Wohnung zurück. Hierangelangt, vor Hunger sterbend, finde ich alle meine Vorzimmer ungefüllt von Muselmännern und Israeliten, von ausgezeichneten Personen und gewöhnlichen Leuten, von Richtern und Zöllnern, Freunden und Feinden, die begierig den Augenblick meiner Rückkehr erwarten. Kaum bin ich vom Pferde gestiegen, und habe ich die Zeit gehabt mir die Hände zu waschen, nach meiner Gewohnheit, so gehe ich eifrig alle meine Gäste zu begrüßen, und sie zu bitten Geduld zu haben, bis ich mein Mittagsmahl beendet: dies fehlt keinen Tag. So wie dies geschehen, beginne ich, ihnen meine Sorgfalt zuzuwenden, und ihnen Heilmittel vorzuschreiben. Einige von ihnen findet noch die Nacht in meinem Hause. Oft, Gott ist mein Zeuge, bin ich noch mehre Stunden in der Nacht beschäftigt, zu hören, zu sprechen, Rath zu ertheilen, Medikamente zu verordnen, bis es mir bisweiten zustößt, aus Uebermaß von Müdigkeit einzuschlafen, und so sehr erschöpft zu sein, daß ich den Gebrauch der Sprache verliere." „Dieser hohe Grad von Ruhm und Glück ermangelte nicht, Maimonides Feinde zuzuziehen. Wir sprechen noch nicht von denen, welche die Kühnheit und der Schwung seiner Ansichten ihm unter seinen Glaubensgenossen erweckten. Ein muselmännischer Theologe, Namens Abul-Arab ben-Moischa, der, von Spanien kommend, wußte was nach der Eroberung von Kordova vorgefallen, schuldigte den Arzt Saladin's an, zum Judenthum zurückgekehrt zu sein, nachdem er den Glauben Mohameds angenommen. Was die Inquisition später einen wieder abgefallenen Ketzer nannte, bestraften die Muselmänner wie die Christen mit der härtesten Strafe. Aber der Kadi Al-FLdhel rettete seinen Schützling durch die weise Bemerkung, daß man der Apostasie nicht schuldig ist, wenn man eine Religion verläßt, die man niemals angenommen hatte, und deren Zeremonien man nur unter der Herrschaft der Gewalt und der Todesdrohung geübt. Maimonides spricht oft in seinen Briefen von einer langen Krankheit, die seine Konstitution gebrochen. Er starb den 13. Dezember 1204, einen einzigen Sohn, Namens Abraham hinterlassend, der, so sehr er auch hinter ihm zurückblieb, sich doch einen Namen als Arzt und Theologe machte." „Trotz diesem bewegten und in Anspruch genommenen Leben, hat Maimonides es vermocht sich als Schriftsteller unter die größten Geister des zwölften Jahrhunderts zu reihen, und unter diejenigen, welche das ausgedehnteste Ansehen ausgeübt. In der That, während er bei den Juden fast allgemein wie ein Heiliger verehrt, wie ein Orakel vernommen ward, zitirten ihn zwei berühmte Lehrer des Christenthums, Albert der Große und Thomas von Aquino, mit hoher Achtung in ihren Schriften, und betrachteten ihn die Araber als den ersten Arzt und einen der größten Gelehrten dieser Zeit. „Die Medizin des Galenus," sagt eine der bedeutendsten Personen dieser Zeit, der Kadi Al-Sa'id, „ist nur für den Körper, die des Abu-Amram aber ist zu gleicher Zeit für Körper und Geist angemessen. Wenn er sich mit seinem Wissen zum Arzte des Jahrhunderts gemacht hätte, hätte er von der Krankheit der Unwissenheit geheilt." Die Schriften des Maimonides können in drei Klassen geordnet werden, welche uns ebenso viele Epochen in seiner geistigen Laufbahn bezeichnen: die Einen beziehen sich lediglich auf die Theologie, die anderen auf die Theologie und Philosophie, endlich die zahlreichsten, aber nicht die berühmtesten betreffen nur die Medizin. Wir haben schon aus der ersten Klasse eine Abhandlung über den Kalender, besondere Kommentare zu verschiedenen Traktaten des Talmuds und einen allgemeinen Kommentar über die Mischna, angefangen 1158 in Spanien, und vollendet in Egypten

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