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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-03-12 · Heft 11 (12.3.1849) · p. Seite 147

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 11 (12.3.1849)
Date
1849-03-12
Page
Seite 147 (sequence 11)
Language
German
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147 liges Evangelium" weggefallen, und lautet derselbe blos: „so wahr mir Gott helfe.") Ungarn und Galizien. Pesth, 28. Februar. Der Feldmarschall Fürst Windischgrätz hat in der That der pesther Judengemeinde 40,000 Fl. K.-M. Kontribution auferlegt, weil zwei Gefangene pesther Juden sind. Lemberg, 20. Februar. Die Deutsche Zeit., welche vor Kurzem die Juden aus Galizien nach Ungarn transportiren ließ, läßt jetzt schon wieder sehr bedauerliche Auftritte der galizischen Bauern gegen die Juden in Aussicht stehen, setzt aber sofort hinzu, daß in Folge des Belagerungszustandes große Ruhe und Sicherheit in Galizien herrsche. Es ist gut, daß von Frankfurt am Main bis Lemberg und vic« versa ein recht weiter Weg ist. Literarische Nachrichten. Magdeburg, 5. Marz. In diesen Tagen gelangte einmal wieder eine Sendung aus P esth im unsre Hände. Was wird sie enthalten? Berichte über die traurigen Zustände im Lande, über Tod und Verlust, über Gefangenschaft und Flucht, Verarmung und Zerstreuung? Nein, von dem allen Nichts,, sondern Bücher. Gott sei Dank, wenn man in einem Lande noch an Bücher denkt, an schreiben, denn man muß dann doch auch auf Leser hoffen! Jndeß, obschon bte Sendung den 22. Februar von Pesth abgegangen, sind doch die Schriften von bis zum November a. pr., also freilich aus einer Zeit, wo der Krieg Ungarn noch nicht überzogen hatte. Was sind es für Schriften? Eine Reihe von Broschüren von I. Einhorn. Zuerst: Offene Antwort auf den „offenen Brief" an den Redakteur des „Ungar." Ofen, 1848. Eine polemische Broschüre gegen einen Anonymus, der den Redakteur des „Ungar" schimpfend angegriffen, weil er ein Jude, und dabei, versteht sich, die Juden besonders mitgenommen. Die Broschüre ist denn in dem Sinne geschrieben: „auf einen derben Klotz gehört ein derber Keil", und wir geben zur Stylprobe folgende Stelle (S. 10): „Unsere Feinde mögen unsere Richter sein", ist ein alter Schrei des Juden, der sich heute besonders gut anwenden läßt. Sieht man genau wer unsere Feinde sind, so ist bereits das Urtheil über, d. h. für uns ausgesprochen. Noch ist seit dem 15. März kein ehrenhafter Mann, kein ehrenhaftes Organ gegen uns aufgetreten. Die hohe und niedere Geistlichkeit spricht und agitirt für uns. Der hohe und niedere Adel spricht und wirkt für uns. Das nicht verführte und gehetzte Volk ist für uns. Die gesinnungsvolle Presse, ob übrigens konservativ, liberal oder radikal — ist für uns. Wer ist gegen uns? Einige Spießbürger einiger k. Freistädte, die es durch ihr Betragen vor wie nach dem 15. Marz deutlich genug gezeigt haben, daß ihnen ihr Sonderinteresse über Alles geht, und daß sie bereit sind diesem auch das Höchste, das Gemeinwohl, die Freiheit u.s. w. hinzuopfern! Oder sollten Sie, Herr Ritter von Judenfraß, so erzdumm sein Das ernstlich zu glauben, was Sie Andere glauben machen wollen: daß nämlich die Judenplünderungen zu Neustadtl, Nados u. a. O. dem Judenhaß des Volkes entspringen? Sollten Sie in der Teufelskunst Ihrer Meister und Miethherren so wenig eingeweiht sein, um nicht zu wissen, daß jene Raubhorden für ihr edles Handwerk aus demselben Säckel bezahlt werden, aus dem das Honorar für Ihr judenfresserisches Pamphlet fließt? daß all' dies ein Werk der im finstern schleichenden Reaktion, die zur Erreichung ihrer teuflischen Zwecke a tont prix Unruhen verbreiten will?? Wenn Sie das nicht wissen, dann sind Sie noch dümmer als wofür ich Sie bisher gehalten. Und das will viel, sehr viel sagen... Wer schreibt gegen uns? In Preßburg ein charakterloses, langst dem Kriminalgericht verfallenes Individuum; hier ein elender Wicht der sogar schon unter dem alten Regime antinationaler Bestrebungen bezüchtigt wurde, und die vonF—y gegen ihn erhobenen infamirenden Anklagen durchaus nicht zu widerlegen wußte!! Wer tritt in der Journalistik gegen uns auf? In ganz Ungarn ein einziges, eben unter der Leitung jenes Jndividuum's stehendes Organ, das von Charakter und Tendenz so wenig weiß, daß es dieselbe seit dem 15. Marz schon zu wiederholten Malen gewechselt; ein Organ, das trotz der kurzen Zeit seines Bestehens bereits von seiner Gemeinheit sprüchwörtlich geworden; das sich nicht nur kaufen läßt, sondern sich den Leuten mit Gewalt verkaufen will; ein Organ, dessen sogenannter Redakteur bekanntlich zu wiederholten Malen bei den hiesigen Juden bettelte, daß sie ihn doch um Gotteswillen bestechen und erkaufen mögen, und das

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