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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-03-12 · Heft 11 (12.3.1849) · p. Seite 142

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 11 (12.3.1849)
Date
1849-03-12
Page
Seite 142 (sequence 6)
Language
German
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143 daß ein Blick in das Leben der einzelnen Gemeinden nicht nur von Interesse, sondern auch sonst sehr zweckmäßig ist; denn an eine Verbesserung der Verhältnisse ist nur dann zu denken, wenn die Mißstände und Mängel, mit Hinweglassung alles Persönlichen, genau und unparteiisch beleuchtet, klar vor's Auge geführt werden und daher glaube ich im Interesse der Sache zu handeln, wenn ich den mir unbekannten Verfasser jenes Artikels, Herrn —m, ersuche, uns öfter dergleichen Nachrichten zu geben. Und möchte auch Herr Backhaus in Pyritz, den ich hiermit freundlich grüße, sich bewogen fühlen, einmal die Gemeinde- und Schulverhältnisse seiner Gegend in diesen Bl. zu beschreiben. Es würde dies, da Herr B. eine tüchtige Feder hat, gewiß von Interesse sein. Und nun für heute Gott befohlen. W —ll. Anklam, 20. Februar. (Privatmitth.) Soeben habe ich ihre „An- und Aussichten" gelesen, Herr Doktor, (s. d. leitend. Art. in Nr. 7 d. Z.) und bewundert, wie treffend Sie zu zeichnen verstehen. O möchten doch Alle, in deren Herz noch glimmt ein Funken des Glaubens; in denen sie noch nicht ertödtet ist, die Liebe zum Judenthum; die sich noch nicht haben hinreißcn lassen von dem Sturm der da draußen die Wipfel des Lebens umtobt und seine Krone in den Staub zu stürzen droht, möchten doch Alle Ihre Worte lesen und sie beherzigen! Nein, Sie haben nicht zu schwarz aufgetragen, ■ fie haben nicht übertrieben; es ist ein Nachtstück ganz nach der Natur gezeichnet, ganz aus der Wirklichkeit übersetzt; es paßt mit geringen Ausnahmen überall; es sicht traurig aus mit den Interessen des Judenthums — auf der einen Seite Kampf und Sorge, das Stücklein Brod herbeizuschaffen, auf der andern Seite die Politik und weiter Nichts als Politik. Es ist hohe Zeit, daß Etwas geschehe, sonst wird's zu spät! Sie gestatten mir wol, verehrter Herr Doktor, aus einer am jüngsten Sabbat 'b, in der hiesigen Synagoge gehaltenen Predigt einige Worte hierher zu setzen, die diesen Gegenstand auch besprechen und also lauten: „Mit dem vom hellen Lichtglanz umstrahlten Geist der Freiheit ist auch ein Nachtgespenft, ein Geist der Frechheit, der Zügellosigkeit eingekehrt. Ich übertreibe nicht, m. Br., der Geist der Frömmigkeit und Religiosität ist gewichen, ist geschwunden und auf dem Throne sitzt der Religionsindi ff erentismus, der führt das Szepter und in seinem Gefolge sind der eiskalte Unglaube, den man Aufklärung zu nennen beliebt, und die zerstörende Zwietracht! Man will das Banner des Glaubens, das unsere Väter so muthvoll durch die finsteren, blutigen Jahrhunderte getragen, das sie so fest, so krampfhaft festhielten im Sturme des Kampfes; das ihnen keine finstre Macht entreißen könnte, das will man feige verlassen! Während unsere Väter viele Opfer für ihr Judenthum brachten; während sie in Ghetto's eingesperrt, viele Judensteuern, viele Schutzgelder zu zahlen hatten und ihnen kein Opfer zu groß war, wo es die Erhaltung und Verherrlichung des Väterglaubens galt, wird jetzt Alles, was man für's Judenthum thut oder thun soll, so schwer, eine doppelte Last. Man zerreißt das Band, das Israel umschlingt, man löst die Gemeindeverbände auf, und wo es noch nicht geschehen, läßt man Alles gehen im alten Schlendrian und glaubt genug gethan zu haben, wenn man bessere Zustände herbeiwünscht; nirgends ein Wirken, ein thatkräftiges Wirken! Allerdings ist es wahr, daß Viele genug zu thun haben, um das tägliche Brod zu erwerben; aber dies gilt doch nicht von Allen; es giebt noch in allen Gemeinden Männer, die wohlhabend und begütert und denen es weder an Zeit, noch an Geist und an Einfluß gebricht und die dennoch Alles dem Verfall entgegengehen lassen und kein Herz haben für das Heiligthum unsers Glaubens. Wisset Ihr nicht, was einst Mardachai Esther sagen ließ, als sie aus Rücksichten zögerte, für ihre Glaubensbrüder, für ihr Volk in die Schranken zu treten (Esther 4, 14): v» '2 riNTtt D5>3 wnnH Wenn du dich schweigend verhältst in dieser Zeit nby? kitiN ßpüa so wird dem Judenthum und seinen Interessen von anderen Seiten Hilfe erstehen ri«*i nBNn du aber und das Haus deines Vaters, ihr werdet vergessen werden! Wie? gerade jetzt, da Du frei geworden, Israel, da die Ketten gesprengt, die Schranken niedergestürzt, zertrümmert sind, jetzt willst Du das viertausendjährige Erbe zerfallen lassen? Weißt Du denn rmn nrirs Dtjt (ibid.) ob Du nicht nur deshalb frei geworden, um mehr für die Erhaltung, für die Verherrlichung Deines Glaubens thun zu können? Soll Dich denn immer der Borwurf unsers großen Lehrers Mosche treffen (5 B. Mos. 32, 15.) •jw'äj'n Wenn Jeschurun fett

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