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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-03-05 · Heft 10 (5.3.1849) · p. Seite 132

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 10 (5.3.1849)
Date
1849-03-05
Page
Seite 132 (sequence 8)
Language
German
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132 darauf weder Mühe noch Geld sparte, gegründet wurden. Was ist dauerhaft und unveränderlich in der Welt? Marmor und Bronze verschwinden unter den Händen der Zeit, der Ruhm der Eroberer bleibt still bei dem Klang neuerer Sieger, nur die Namen der Wohlthäter und Freunde der Menschheit überleben die Geschlechter, und auch die hiesigen jüdischen Kranken- und Armenhäuser, in welchen Arme, zustuchtslose Kinder und kraftlose Greise ihre Zuflucht, Zufriedenheit und Ruhe finden, werden noch die späteste Nachkommenschaft nicht aufhören mit Rührung und Erkenntlichkeit anzuschauen. Noch im Jahre 1824 ersuchte der selige Herr W. Simchowitsch den Kaiser Alexander, die hier außerhalb der Stadt der Krone gehörigen Plätze mit den darauf sich besindenden Gefängnissen zu Anstalten für das Wohl der hiesigen jüdischen Gemeinde schenken zu wollen. Bewogen durch die Bitte dieses Mannes, genehmigte der Kaiser nicht nur seinen Wunsch, sondern bewilligte noch für diese Anstalten 30V» Rubel Banko für ein Mal und 1800 R. B. jährlich, bis die weitere Anordnung folgen werde, und schon im Jahre 1829 sahen wir zur Freude der hiesigen wie auch der angrenzenden Einwohner des Gouvernements, die alten Gefängnisse in wohlthätige Anstalten verwandelt, welche auch durch Beisteuern des Herrn A. Lurie, S. Rapoport rc. einen ganz besondern Hof ausmachen. Hier befinden sich einige neue Gebäude, worin eine gewisse Zahl Betten für die Kranken und sonstige arme Leute, mit getrennten Plätzen für Männer und Frauen bestimmt, eine Apotheke, ein Sessionszimmer für die Aufseher, eine Synagoge, und manche andere Stuben für den Chirurgen, für den Oekonomen rc., nebst Frucht- und Gemüsegärten, welche den Anforderungen eines Hospitals genügen. Im Jahre 1835 ward der Herr A. Lurie von der Regierung mit einem großen goldenen Medaillon, auf einer Seite das Bild Sr. Maj. des Kaisers Nikolaus I. und auf der andern die Aufschrift: „Für Nutzen" beehrt und als dieser Mann, der immer für Nutzen der hiesigen Hebräer sorgte *), im *) Noch in dem hier von jeher existirenden alten Hospitale (nnpN) war der Herr A. L. als '«as zum Einkassiren der milden Gaben von der hiesigen Gemeinde gewählt, und nachdem das neue Hospital unter Jurisdiktion der Regierung stehet, ist der Herr Lurie schon mehr als 2ü Jahre als Hauptaufseher (nodsiraiel) angeordnet. Jahre 1837 eine Bittschrift an Se. kais. Majestät während seiner hiesigen Durchreise, um die Einkünfte des hiesigen Hospitals zu vergrößern, überreichte, gerührte Se. kais. Majestät zu befehlen, fortan die Summe von 2930 Rubel Silber jährlich für die Ausgaben des hebräischen Hospitals von der Karobka zu bestimmen, auch die Einkünfte der hiesigen Badstuben, circa 2000 R. S. jährlich, und eine gewisse Abgabe von jeder Heirath wurden für das hebräische Hospital förmlich bestimmt. Besonders erzielten auch einen günstigen Erfolg die milden Gaben der hiesigen wie auch der fremden Menschenfreunde, und nicht selten glänzt eine Thräne der Dankbarkeit in dem Auge der Leidenden der erhobenen Seele der Besuchenden entgegen. Im vorigen Jahre lieferte das hiesige hebräische Hospital im Durchschnitt 17,430 ganze Portionen für Kranke, 22,601 Portionen für gesunde arme Männer und Frauen, und 1488 halbe Portionen Lebensmittel für verwaiste arme Kinder, laut Vorschrift des dort täglich besuchenden Arztes. Nach diesem Bericht haben wir Nichts mehr zu wünschen, als daß diese wahren wohlthätigen Einrichtungen auf immer ihre Thätigkeit verlängern, und jährlich ihren Wirkungskreis für das Wohl der Menschheit vergrößern mögen! *) kl. *) Verzeichniß der Beamten und deren Gehalt im hebräischen Hospital za Minsk: Zahl Jährlich der einem allen Personen. Rubel Silb. Rubel Silb. Der Arzt f) 1 140 140 Der alterere Chirurgus 1 80 80 Der jüngere 1 50 50 Der Buchhalter 1 100 100 Der Oekonom 1 90 90 Sein Gehilfe 1 50 50 Bediener 3 35 105 Bedienerin 3 25 75 Köchin 2 30 60 Wäscherin 3 24 72 Wächter 2 35 70 19 — 892 Nur der Arzt Hut auch hier im hebrälschen Hospital die Rechte der anderen RegierungSarzte; was aber die Aufseher, welche ohne Gehalt bei dem Hospitale angeordnet sind, uud die übrigen Beamten dieses Hospitals betrifft, sollen Erstrre, wenn

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