Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 13 (1849)
- Issue
- Heft 3 (15.1.1849)
- Date
- 1849-01-15
- Page
- Seite 41 (sequence 13)
- Language
- German
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41 ligionsausübung angehalten werden kann — und will dies ein Privatmann aus eigener Ansicht thun, so bedarf er hiezu keine anderen Beschlüsse. (O Jesuit, wär' der Gedank' nicht so verdammt gescheidt, Ich wär' geneigt, ihn herzlich dumm zu nennen.) b) Weil man bisher bei der jetzt bemeldten Zeit keine solche Versammlung veranstalten könne, indem sie — große und zwecklose Kosten veranlaßt. Sollte Ihre Bezirkssynagoge diese Ansicht nicht theilen, so wollen wir denselben wenigstens anzeigen, daß Sie nicht einen Pfennig zu den Kosten dieserSynode bezahlen werden. (Jeder Satz enthält fast eine Anmaßung!) In Hoffnung, daß Sie als Juden diesem unserm Ansuchen sobald nur immer möglich nachzukommen belieben, verharret mit Achtung aus Auftrag des Vorstandes (der beiläufig gesagt, aus Kaufmann Wormser, Lyon Seligmann und anderen unbedeutenden Geldaristokraten und Geistesproletariern zusammengesetzt ist) der Sekretär, Rabbi Jekof Weil (Gastwirth zum goldenen Schiff und Verfertiger eines rührenden Buches: „roiö rVDVli" betitelt.) Das wäre das schöne Pamphlet, reich an Verunglimpfungen unserer wackersten Männer und der besten Absichten derselben für das Wohl unserer erst vom Joche erlösten Brüder, gegen eine noch nicht in's Leben getretene Synode — aber arm, erbärmlich arm an guten Gründen und gesundem Menschenverstände, und würdig aus der Fabrik jener Protestation der 77 Zionswächter hervorgegangen zu sein. — Darum bitte ich Sie, verehrter Herr Redakteur, an die verführten Landgemeinden in Ihrem geehrten Blatte eine jener wahrheits- und seelenvollen Ansprachen ergehen zu lassen, die Eon so oft den Ausschlag im Kampfe des Lichtes mit der Finsterniß gegeben und den Ausspruch Schillers widerlegt haben: „Noch so viele Freunde der Wahrheit dürfen zusammentreten, ihren Mitbürgern aus Kanzeln und Schaubühnen Schule zu halten; der Pöbel hört nie auf Pöbel zu sein, und wenn Sonne und Mond sich wandeln." EinFeind der Verleumder und Fanatiker. Frankreich. Paris, 27. Dezember. / Aus Elsaß sind beunruhigende Nachrichten über Emeuten gegen Juden hier angelangt; auch soll die Regierung die betreffenden Anzeigen von dem französischen Gesandten aus Bern, wohin sich viele französische Juden flüchteten, erhalten haben. Paris, 1. Januar. Gestern Nachmittag empfing auf Veranlassung des Neujahrs der Präsident der Republik neben der übrigen Geistlichkeit auch das jüdische Konsistorium. Wer hätte vorm Jahre sich Solches träumen lassen! Bern, 2. Januar. Die drohende Judenverfolgung im Elsaß, von welcher der Bundesrath den Ständen letzthin Kenntniß gab, scheint sich nicht zu bestätigen. Galizien. Lemberg, 23. Dezember. Die D. Z. läßt sich von hier aus schreiben, daß an die galizischen Deputirten beim Reichstag in Kremsier jüngst von ihren Kommittenten zahlreiche Adressen abgegangen, sie möchten bei der jetzigen Ausarbeitung des Gemeinderechtes besonders darauf antragen, daß ein großer Theil der in Galizien bis zu 600,000 vermehrten Juden nach Ungarn, Dalmatien und Istrien zur Begründung von Ackerbaukolonieen in jene schwach bevölkerten Länder übersiedele. (Daß die D. Z. in Betreff der Juden nicht immer die verläßlichsten Nachrichten bringt, ist bekannt. Redakt. d. A. Z. d. Jud.) Korrespondenzen. Laibach (Hptst. Krains), 30. Nov. 1848. Geschichte der einzigen jüdischen Familie in Krain, Kärnthen und Steyermark. (Fortsetzung.) Am 20. August 1814 bekamen Gebrüder H. vom Kreisamte unter Kouvcrt, worauf die Adresse: An die Gebrüder H., gewesene Handelsleute zu Laibach — den Akt des Kreisamts dd. 18. August: An den Abr. H. allhier. Da der Aufenthalt und freie Verkehr der israelitischen Glaubensgenossen in Krain mit der von Alters