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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-01-15 · Heft 3 (15.1.1849) · p. Seite 40

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 3 (15.1.1849)
Date
1849-01-15
Page
Seite 40 (sequence 12)
Language
German
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40 Institut unsers ehrwürdigen Volksvaters Carl Friedrichs seligen Andenkens, dem wir trotz des Kampfes mit den Matadoren des Stabilismus viel Gutes in Kirche und Schule verdanken, wird sich durch die Achtung aller Denkenden für diese Schmähung entschädigt fühlen, besonders wird Hr. Oberrath Epstein, in und außerhalb Badens als ein Ehrenmann bekannt, solche Verunglimpfungen mit stiller Verachtung strafen. „Es liebt die Welt, das Strahlende zu schwarzen und das Erhabene in den Staub zu ziehen — Um zu wissen, was dieser Oberrath im Schild führt, darf man nur das Zirkular lesen, welches 2 der Besseren, Oberrath Ettlinger und Hochstädter mit Anderen unterschrieben haben, in welchem enthalten ist, daß dieJuden hinsichtlich derVerbesserung und Veredlung derReligion ebenso wie die Deutschkatholischen und Lichtfrcunde mit der Zeit fortschreiten müssen; die Grundsätze dieser Sekten, hauptsächlich der Letztem, sind diese: daß an keine göttliche Offenbarung zu glauben sei, demgemäß die von Gott durch Mose Rabbenu's Vermittelung gegebenen 5 Bücher Mosis, die Prophezeihungen der Propheten Blendereis!?) sei, da diese blos die Absicht hatten, das Volk im Zaum zu halten; am Ende dieses Zirkulars heißt es noch: daß sie jene, welche unsre Tora nach dem Wortlaut glauben, nicht in ihren Verein aufnehmen. — Wenn also roran öv>ai — nicht nach dem Wortlaut genommen werden kann, so kann der Sabbat auch auf Sonntag verlegt werden, wie diese — wie dies z. B. beim Reformverein in Offcnbach geschah — “Pin und gespickte Hasen ebenfalls für unser gemäßigtes Klima nicht mehr verboten halten und dergleichen Kleinigkeiten mehr. — Weil übrigens dieses Ansinnen keinen allgemeinen Anklang gefunden hat, sucht nun der Oberrath diese Grundsätze durch einen Gewaltstreich, nämlich durch Berufung einer Synode von Seiten des Ministeriums durchzusetzen, und um dies Ziel zu erreichen, ist dabei der Antrag gestellt worden, daß nicht nur sämmtliche Rabbiner des Landes, sondern auch eine Zahl, ihre Zahl übersteigende Nicht-Rabbiner, welche ebenfalls stimmberechtigt sein sollen, zu dieser Synode cinberufen werden; was nur deshalb geschah, weil sogar unsre neuerungssüchtigen Rabbonim, wenn sic zum Theil auch der Art denken, es dennoch ihres Berufes (d. h. solcher Fanatiker) halber nicht wagen dürfen, solche Grundsätze öffentlich auszusprechen; es muß daher ein Ausweg gefunden werden, daß eine größere Anzahl Nicht-Rabbiner, welche, wie vorauszusehen, ächte 'Wie sind, dazukommen, die Rabbonim überstimmt werden. — Wir halten uns daher verpflichtet, jedem Juden, in dessen Adern noch jüdisches Blut zirkulirt, streng zu empfehlen, dem Zirkular des Oberraths kein Gehör zu geben, (wie gemein und revolutionär!) um sich zu diesem wr>-ia bnp zu gesellen, welches eine höhere Stufe als — a3>a1v> aas ia — einnehmen; sie werden unfehlbar auch so enden! (Welche Bruderliebe, welche Gottesfurcht; ist das talmudische Vollkommenheit und Sitteneinfalt, Unterthanentreue? —) und glauben deshalb, (immer Glaube; je weniger Vernunft und Ueberzeugung, desto mehr Glaube. —) daß es am Platz sei, wenn wir wie Mose Rabbenu beim Egel (also ekelhaft!) ausrufen! —! 'nb ■’a — d. h. wer nach dem göttlichen Willen handelt, die von Gott gegebene Tora wie bisher befolgen will, schließe sich an uns an, um — mit Vereinigung der Kraft zu bewerkstelligen, daß wir — diesen Oberrath los zu werden. (Wie edeldenkend! Hür her, meine Herrn; hier ist der wahre Jakob zu sehen!! —) Wir müssen Ihnen, hochlöblicher Synagogenrath, noch an's Herz legen, daß, wenn Sie selbst Ihre Gemeindeglieder, hauptsächlich noch Ihre unschuldigen Kinder in Befolgung unsres Glaubens erhalten wollen, es Ihre Schuldigkeit, zu veranlassen: 1) daß inliegende Schrift*) an's Ministerium von den Gemeindemitgliedern sogleich unterschrieben uns unverzüglich zugeschickt wird, was, wie Sie selbst daraus entnehmen werden, den Zweck hat, daß der Oberrath rps aufgelöst wird. 2) Vereint mit den übrigen Ihnen gleichgesinnten Gemeinden Ihre Bezirkssynagoge zu veranlassen, daß sie gegen Einberufung einer Synode protestirten, und können dabei als Grund anführen: a) Daß in der jetzigen Zeit gar keine solchen Neuerungsbeschlüsse gefaßt werden können, weil — nach den jetzt bestehenden Gesetzen Gewiffens- und Religionsfreiheit existirt (Hört!!) und somit Niemand zur Abänderung seiner bisherigen Re- *) Diese vielbesproche Schrift ist mir gegenwärtig nicht zu Händen, vielleicht kann ich dieselbe spater mittheilen.

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