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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-01-15 · Heft 3 (15.1.1849) · p. Seite 38

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 3 (15.1.1849)
Date
1849-01-15
Page
Seite 38 (sequence 10)
Language
German
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38 gliedern Ihres Orts unterschreiben zu lassen und' dabei die weitere Bitte zu stellen, daß Sie uns in einem Schreiben melden möchten, ob sie mit den vom Konnte (aus hiesigen und auswärtigen Bevollmächtigten verschiedener Bezirke bestehend) entworfenen Punkten einverstanden sind, oder noch etwas dabei zu bemerken haben. Wir kommen nun mit Gegenwärtigem dem Beschluß der Versammlung nach und übersenden Ihnen anbei die Abschrift unsres Schreibens vom 11. Marcheschwan, den Beschluß der Versammlung vom 21. November und die Eingabe an's Ministerium, und da wir deshalb schon von vielen Gemeinden des Landes die Schrift, wie verlangt, unterschrieben erhalten haben, so glauben wir uns der sichern, unfehlbaren Hoffnung hingeben zu dürfen, daß auch Ihre Gemeinde hauptsächlich in Beziehung obiger Gründe nicht zurückbleiben wird, unseren dessallsigen Wünschen nachzukommen und inliegende an das Ministerium gerichtete Schrift unterschreiben und sogleich unter untenstehender Adresse zusenden werden. — In dessen Entgegensetzung (!) verharret mit Achtung der gewählte Vorstand Kaufmann Wormser. II. Am 11. Marcheschwan. P. P. Es gereicht uns zum Vergnügen, Sie benachrichtigen zu können, daß unser Vorhaben in Betreff der Auflösung des Oberraths, wovon wir Ihnen in unsrem Schreiben vom 21. Elul v. I. Mittheilungen gemacht, allgemeinen Beifall findet; nur wurde von einigen Bezirken das Ersuchen gestellt, daß die anberaumte Zeit der Berathung verschoben werden möchte, weil Bielen wegen der lomim tvüm, Herbstgeschäfte tc. nicht so viel Zeit übrig bleibt, die Unterschriften gehörig zu besorgen und sich dabei noch von Haus zu entfernen, um unsrer Versammlung anzuwohnen. Wir haben deswegen den Tag hierzu auf Dienstag, den 25. Cheschwan (21. November) festgesetzt; wir wurden aber auch von Einigen aus den am meist von hier entfernten Gegenden,, welche nicht einmal die Eisenbahn benutzen können, somit eine ganze Woche zum Hin- und Herreisen und Anwohnen der Versammlungen gebrauchen, benachrichtigt, daß Sie deswegen höchst wahrscheinlich nicht selbst zur Versammlung kommen werden, erboten sich jedoch, soviel als möglich zu bewerkstelligen, daß die Ihnen zugeschickte Schrift unterschrieben und uns noch vor dem 21. November zugeschiöt werde. — (Bisher leeres, barbarisches Geschwätz sgrsuck druit pour une omelette] — nun kommt des Pudels Kern.) „Sie ersuchen uns indessen, daß man Sie vorläufig schon in Kenntniß setzen möchte, auf welche Art die bisher vom Oberrath verwalteten Geschäfte in Zukunft besorgt werden sollen, worauf wir Ihnen unsre unmaßgebliche Meinung dahin abzugcben haben: (Hört!) 1) Die künftigangestelltwerdendenRabbonim sollen von jedem Bezirk nach der Mehrheit der Stimmen gewählt und angestellt werden mit der Bedingung, daß "sie von bekannten religiösen Rabbonim (z. B. von Ettlinger und Kons., der Lulaf mit den Zähnen schüttelte, wenn er keinen Arm hätte rc. —) ein Zeugniß besitzen, wornach sie zur Bekleidung der Stelle eines Raf die gehörigen talmudischen Kenntnisse haben und nach ihrem religiösen Betragen als Seelsorger tauglich sind. — (O goldne Zeit der Zionswächter, der geistigen Verdumpfung und der Niederträchtigkeit — wirst du bald wiederkehren?) 2) Soll jede Gemeinde befugt sein, ihren Lehrer selbst anzustellen, mit der Voraussetzung, daß derselbe ein badisches Landeskind sei und Zeugnisse besitzt, daß er eine Stelle als jüdischer Lehrer bekleiden kann. — Um sich jedoch auf diese Zeugnisse verlassen zu können, sollen 3 im Lande bekannte, tüchtige Rabbonim aufgestellt werden, (ststua ststuse?) von welchen obige Zeugnisse gegeben sein müssen. — In der Versammlung soll auch erwogen werden, ob es nicht besser wäre, wenn der weltliches!) Unterricht in den Volksschulen gelehrt werden und blos der jüdische Unterricht dem jüdischen Lehrer obliegen, der in kleineren Orten zugleich auch Chafan und Schochet sein könnte, was eine große Erleichterung nichtnur für diese (zu gütig!), sondern auch größeren Gemeinden veranlaßt würde; dabei würde hierdurch noch bezweckt werden, daß der jüdische Unterricht nicht mehr, wie bisher als Nebensache, betrachtet und überhaupt nicht mehr vernachlässigt wird. — (Unsere christlichen Lehrer ringen sich von der Hierarchie und derGeistesknechtschaft los — wir wünschen wieder die saubere, goldne Wirthschast der abgehärmten, wandernden Ba-

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