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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-01-15 · Heft 3 (15.1.1849) · p. Seite 33

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 3 (15.1.1849)
Date
1849-01-15
Page
Seite 33 (sequence 5)
Language
German
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83 von christlichen Eltern als Pathc eingeladen wird, er als Jude Bedenken zu tragen habe, 2) ob der christliche Prediger, wenn die Eltern einen Juden zum Pathcn eingeladen haben, diesen annehmen müsse. Vor Beantwortung dieser Fragen haben wir uns klar zu machen, daß cs sich hier nicht um ein einseitiges Faktum handelt, sondern um ein gemischtes, um ein Zusammentreffen auf doppeltem Gebiete, auf jüdischem und christlichem, ja daß der Kernpunkt der Fragen auf dem christlich-kirchlichen Gebiete liegt, wo also der jüdische Theologe von vorn herein zur Beurtheilung eines Gegenstandes aufgcsordert ist, welcher seiner Natur nach ihm nur eine sehr bedingte Urtheilssähigkeit zugestehen wird. Denn man wird sofort einwendcn, Du willst hier über ein christliches Kirchen- Sakrament urtheilen, woher hast Du, der jüdische Theologe, das Recht und die Befähigung ein Urtheil zu fällen? Indem Schreiber dieses vollständig anerkennt, weiß er sich nur dadurch zu schützen, daß er sich, was die Hauptfrage betrifft, an eine christliche Autorität selbst hält, und so am Wenigsten selbst zu sprechen sucht. Es handelt sich nämlich hier um eine christlichkirchliche Zeremonie, die Taufe. Es kommt daher nicht auf Ursprung und Geschichte dieser Zeremonie an, sondern lediglich auf die Bedeutung, welche die Kirche als Solche derselben beilegt. Sehen wir nach, was de Wette in seinem Lehrbuch der christlichen Dogmatik", zweite Auflage, hierüber sagt. Im ersten Theile, „die biblische Dogmatik", im Abschnitt über „die Lehre Jesu" §. 251 heißt cs: „die innere Umwandelung, Wiedergeburt — 3) wird bezeugt durch die Taufe (Joh. III. 5.), welches das äußere Zeichen der Gemeinschaft mit dem Reiche Gottes ist;" im Abschnitt über „die Lehre der Apostel" §. 298. „Symbol dieser Umwandelung (innere Wiedergeburt) ist die Taute, und zugleich Einheitsband der Gemeine," wozu die Stellen angeführt werden. Im zweiten Theile, „die Dogmatik der lutherischen Kirche" sagt de Wette §§. 89. 90: „die mit der res terreslris verbundene res coelestis in diesem Sakrament soll nach der alten Dogmatik die heilige Trinität oder bestimmter der heilige Geist sein, richtiger aber nach der Bibel und den Symbolen die Gnade der Sündenvergebung, und die Wirkung und Folge ist die Wirksamkeit des heil. Geistes im Getauften zu einem neuen Leben. Die mystische Ansicht von der Taufe als einem meäium elliesx regenerationis führt die Nothwendlgkcit der Kindertaufe mit sich u." Er fügt in einer Anmerkung hinzu: „Daß der Glaube der Eltern und Pathen zunächst durch den Ritus selbst, der Glaube der Kinder aber erst späterhin durch die Erinnerung in Anspruch genommen werde, ist wol durch sich selbst klar." (S. 202.) — Wir sehen hieraus, daß die Ansicht über die Taufe und ihre Bedeutung, wie über alles Kirchliche nicht überall dieselbe ist, und vieler Verschiedenheit unterliegt. Bleiben wir aber auf dem kirchlichen Boden stehen, so können wir aus Obigem allein schließen, daß der Jude kein Pathe bei einer christlich-kirchlichen Taufe sein kann, und der christliche Pfarrer ihn zurückweisen muß. Denn schon auf dem Standpunkte Jesu soll die Taufe ein Zeugniß der innern Wiedergeburt im getauften Kinde sein, nach der Lehre der Apostel das Symbol dieser Wiedergeburt, nach den alten Dogmatikern der lutherischen Kirche die Dreieinigkeit oder doch der heilige Geist darin sein, nach den Symbolen die Gnade der Sündenvergebung und die Wirksamkeit des heiligen Geistes zu einem neuen Leben rc. — alles dies enthält Glaubenssätze, welche der Jude als Solcher nicht annehmen kann, die er für falsch erklären muß. Ist der Pathe daher auch nur Taufzeuge, so kann er doch nicht bezeugen, was er für falsch annehmen muß, ist der Pathe aber gar berufen, auf die Erziehung des Kindes in diesem Sinne zu wirken, so wird er dies um so weniger können und dürfen. So weit also werden wir dem christlichen Prediger bei der Zurückweisung des jüdischen Pathen nicht abstehen können. Aber hier kommt das herein, daß die Protestanten nicht auf diesem kirchlichen Boden stehen geblieben sind, daß große Theile der protestantischen Kirchenlehrer und Kirchengenoffen der Taufe die obige Bedeutung nicht mehr beilegen, sondern sich lediglich an die andere Seite der Taufe halten, daß sie Nichts weiter als „das äußere Zeichen der Kirche", als „das Einheitsband der Gemeine" sei, und der Taufe nur einen „heitern ästhetischen Charakter" beilegen (s. de Wette a. a. St. S. 199). Von diesem Standpunkte aus steht die Sache allerdings anders, und der Jude kann kein Bedenken tragen, alsZeuge für die Aufnahme eines Kindes in die christliche Gemeine zu fungiren, da dies dann nur ein ganz äußer-

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