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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-01-08 · Heft 2 (8.1.1849) · p. Seite 27

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 2 (8.1.1849)
Date
1849-01-08
Page
Seite 27 (sequence 11)
Language
German
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27 vor Judäisirung bei der Aufnahme der gesammten jüdischen Jugend jenem Vorurtheile ganz nahe liegt. Werden aber die jüdischen Gemeinden sich dazu verstehen, ihren Lehrern, die sie bisher mit 80, 100 und 110 Thlrn. besoldet haben, ein auskömmliches Gehalts das doch wol mindestens auf 300 Thlr. .festgestellt werden dürfte, zu gewahren? Und wenn sie sich dazu nicht bereit zeigen werden, wird der Staat sie als jüdische Gemeinden oder nur als Juden dazu zwingen? Als Beitrag zu einer Konfessionsschule wäre es offenbar gegen das Prinzip der Gewissensfreiheit. Dem würden aber die Kommunen dadurch begegnen, daß sie einen städtischen Schulfonds gründen, alle Einwohner der Stadt gleichmäßig dazu heranziehen und alle Schulen aus diesem Fonds erhalten. Zuletzt wird es aber doch darauf ankommen, ob der Staat, der nach der provisorischen Verfassung der Gemeinde einen bedeutenden Einfluß auf die Schule reservirt, diesen auch dahin ausdehnen wird, ihrem Ermessen es anheimzugeben, ob sie eine Simultan- oder mehre Konfessionsschulen in der Stadt errichten wollen, was der Staatskasse nicht gleichgiltig sein kann. Bevor ich dem Wunsche eines geschätzten Kollegen genüge und durch meine Namensunterschrift mich zu den Aufsätzen „von der Warthe" in der Schulfrage bekenne, sei mir die Erklärung gestattet, daß der Aussatz in No. 46 bereits eingesendet war, als mir dessen Bericht über das jüdische Schulwesen Pommerns zu Gesicht kam. Außerdem muß ich mir erlauben, einige, den Sinn störende Druckfehler zu verbessern. So wolle man Seite 551, Spalte 2 anstatt „Professor wol", „Professor Mose", auf derselben Seite weiter unten statt „nicht erlangen", „nicht verlangen"; Seite 667, Sp. 2 für „Indem wir zugeben", „Jeder wird zugeben" lesen. Schrimm, im Dezember 1848. Goltmann. XVI. Aus Westphalen, Ende Dezember.*) Die welterschütternden Ereignisse des nun fast abgelaufenen Jahres haben nicht blos hohen Potentaten, sondern so¬ *) Den tief sich gekränkt fühlenden Lehrern zu genügen, geben wir noch diesen Artikel, ohne jedoch für die Zukunft dergleichen Jnvektiven Raum geben zu können. Redakt. gar Rabbinatskandidaten bedeutende Konzessionen abgerungen. Man lese nur den Artikel des Herrn Dr. Rothschild aus Hamm in No. 49 der A. Z. des Jud. und man wird sich eines mitleidigen Lächelns nicht erwehren können, daß es so weit kommen mußte, daß Männer wie Herr vr. R. es nicht mehr unter ihrer Würde halten allenfalls mit einem Gehalte von 80 Thlr. nebst freier Wohnung und fliegender Kost das vierfache Amt eines Rabbiners, Predigers, Lehrers und Kantors zu übernehmen. Wer hätte es sich vor dem März auch nur träumen lassen, daß diese Herren Kandidaten, welche sonst so stolz, so gewaltig vornehm auf den armen gedrückten Lehrer herabsahen (rühmliche Ausnahmen gehören nicht zur Regel), nun wie durch ein Wunder — Dank den Märzhelden — es nicht mehr verschmähen, mit diesen jüdischen Lehrern fraternisiren, konkurriren, ja sogar syllabiren und buchstabiren, event. sie gar ruiniren möchten. Denn selbst der Umstand, daß man so unbedeutenden Subjekten, wie jüdische Lehrer es sind, mit einem Vernichtungskrieg bedroht, muß als eine glorreiche Märzerrungenschaft betrachtet werden. Nur Schade, Jammerschade, daß wir Ihnen, Herr Di*, et Cons. das ominöse trop tard! zurufen müssen. Die Gemeinden, froh, daß sie des Alpdrucks für immer sich entledigt fühlen, protestiren allen Ernstes gegen diese Quadrupelallianz des Rabbiner-, Prediger-, Lehrer¬ und — Kantoramts und sagen ganz einfach: Wir wollen sie nicht haben!! Als Beleg möge folgender konkreter Fall dienen. Als in einem westphälischen Städtchen bei Gelegenheit einer zu besetzenden Lehrerstelle ein gewisser Rabbinatskandidat vorgeschlagen wurde, legte der Vorsteher mit folgenden charakteristischen Worten sein Veto ein: „Wir wollen keinen Doktor, und damit Punktum!" Und stille ward's ringsum, und auch nicht Einer widersprach. Sehen Sie, Herr Doktor? Es ist zu spat. Wie wollen Sie nun aus dieser Kalamität herauskommen? Hören Sie! Es steht geschrieben: syi üN!Dnb Und da wir Lehrer uns trotz der Verfolgungen christlicher und jüdischer Jesuiten ein liebevolles Herz erhalten haben, so wollen wir Ihnen einen Rath ertheilen, in welchem Sie die Seelengröße jüdischer Lehrer bewundern werden. Wir geben Ihnen nämlich den sehr humanen Rath YT)!n Vernichten

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