Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 13 (1849)
- Issue
- Heft 2 (8.1.1849)
- Date
- 1849-01-08
- Page
- Seite 28 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3224737-3225606-3225609--09922-3239939- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
28 Sie Ihr Rabbinerdiplom, benutzen Sie Ihren Doktorhut etwa ats Vogelscheuche, rufen Sie den tiefgekränkten Lehrern wegen des beabsichtigten Attentats ein reumüthiges peoeavi! zu, und dann wollen wir Sie als einen lieben Kollegen in unserer Mitte ausnehmen. Ziehen Sie es aber vor, mit Ihren „frommen" Vorschlägen den Kanal oder den atlantischen Ozean zu befahren, so wünschen wir Ihnen von Herzen gute Reise. Adieu! Wenn es uns nun auch auf's Tiefste indigniren mußte, wenn ein Hr. Dr. R. mit einem eoup cke main die Lehrer vernichten und die Gemeinden mit einem mittelalterlichen hierarchischen Netze umgarnen will, so müssen wir seiner Klage über mangelhafte Ausbildung jüdischer Lehrer zum Theil wenigstens bcipflichten. Es giebt leider Lehrer in Westphalen, welche als Kultusbeamte auch nicht den allerbescheidensten Ansprüchen genügen, und die überall sich besser zu orientiren wissen, als in der Synagoge. Aber daraus folgt keineswegs, daß nun Legionen von Rabbinen, Rabbinerchen und Rabbinerlein aus der Erde gestampft werden müssen, sondern es folgt ganz einfach, daß die Bildungsanstalten für jüdische Lehrer zweckmäßig reorganisirt werden müssen. Doch das zu erwartende neue Schulgesetz wird gewiß dafür sorgen, daß Schulamtsaspiranten neben der allgemeinen auch eine gediegene religiös wissenschaftliche Bildung erhalten. Dann werden sie auch einen guten Religionsunterricht ertheilen, dann werden sie als gute Kultusbeamte auch zuweilen einen religiösen Vortrag halten können. Ein solcher Vortrag' braucht nicht unbedingt kunstgerecht den strengen Anforderungen der Homiletik überall zu entsprechen. Ein kräftiges Wort, gesprochen aus der Fülle eines tiefbewegten Herzens, wird seinen Eindruck gewiß nicht verfehlen; ja es wird um so instruktiver sein, als der Redner selbst vor allen Dingen die Kunst versteht, Lehre und Leben in Einklang zu bringen. Solche Lehrer thun uns allerdings Noth. Solche Vorschläge werden auch in den Gemeinden Anklang finden, wahrend die Vorschläge des Herrn Di*. Rothschild in Hamm, welche ihm sein böser Engel eingegeben haben mag, wie Seifenblasen wirkungslos zerplatzen werden. — l — Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen l1/* Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petitschrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Einen unverheiratheten, tüchtigen, mit ausgezeichneten Attesten versehenen Lehrer, Kantor und Schächter, der im Besitze einer starken, umfangreichen Tenorstimme so wie in musikalischer Beziehung einen Chor zu leiten im Stande ist, kann ich auf Ostern 1849 empfehlen. Reflektirende Gemeinden belieben sich in portofreien Briefen an mich wenden. Königsberg in Pr., im Dezember 1848. H. Weintraub, Kantor der hiesigen israel. Gemeinde. Ein examinirter Lehrer, Kantor und Schächter, unverheirathet, mit guten Zeugnissen versehen, sucht zu HS ein Unterkommen. Nähere Auskunft ertheilt Herr Dr. Kaffel in Berlin. Literarische Anzeige. In Baumgartners Buchhandlung zu Leipzig und in alten Buchhandlungen ist zu haben: Kleiner Katechismus -er iftaelitifehen Religion. Bon Dr. Ludwig Philippson, Rabbiner. Preis 2^/2 Ngr. (2 gGr.). Gebunden 4 Ngr. (3 gGr.). Bekanntmachung. Wir zeigen von Neuem an, daß wir Briefe, die uns liufrankirt mit Annoncen für den Anzeiger der Allgemeinen Zeitung des Judenthnms zukommen, wie bisher uneröffnet znrückweiscn werden. Solche Anzeigen aber, deren ohngefährer Betrag nicht beigefngt ist, oder für deren Bezahlung eine auswärtige Buchhandlung oder ein hiesiges Handelshaus nicht garantiren, legen wir unberücksichtigt bei Seite. Leipzig, im Januar 1849. Bauingärtners Buchhandlung« Druck von I. B. Hirschfeld in Leipzig.