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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-01-08 · Heft 2 (8.1.1849) · p. Seite 21

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 2 (8.1.1849)
Date
1849-01-08
Page
Seite 21 (sequence 5)
Language
German
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21 und Ihnen einen Bericht über den Zustand Ihres unglücklichen Kindes in den letzten Augenblicken seines Lebens zukommen zu lassen. Ich fühle cs; je würdiger die Haltung, je achtungswerther die ganze Persönlichkeit in so schauerlichen Momenten sich zeigt, desto größer der Verlust, desto gerechter der Schmerz, desto tiefer und unheilbarer die Wunde sein muß, die das Geschick eines solchen Sohnes dem Vaterherzen schlägt! — Und dennoch, mein sehr verehrter Freund — ich nenne Sie so, weil ich den letzten Bruderkuß Ihrem Sohne auf den Mund gedrückt — und demnach muß es Ihrem Herzen auch wohl thun, wenn Sie erfahren, daß dieses Geschick, uns so furchtbar, Ihren geistesstarken Sohn nicht beugte, seinen Muth nicht brach und seine Gedankenklarheit nicht einen Augenblick trübte.— Ich war die letzten Stunden bei ihm; er sprach von seinem Zustande mit der Ruhe eines greisen Philosophen; kein Wort der Klage kam aus seinem Munde, kein Seufzer drängte sich aus seiner Brust, und wo ich seine Gedanken abzuziehen und auf ein allgemeines höheres Gebiet des Geistes zu lenken suchte, da sprach er sich mit einer Ruhe und Klarheit über die höchsten Fragen des Lebens aus, daß ich mich überzeugte: In diesem Herzen finden die Schrecken des Todes keinen Raum. Diesen Muth, diese unbeugsame Konsequenz im Angesichte der drohendsten Gefahren haben allerdings seinen frühzeitigen Tod herbeigeführt, allein ungewöhnliche Geister dürfen nicht mit dem gewöhnlichen Maßstabe gemessen werden. Nehmen Sie, verehrter Herr, die Versicherung meiner wärmsten und innigsten Theilnahme an. Möge Gott Ihnen in dem Glücke Ihrer übrigen Kinder Trost und Linderung und Ersatz für den Verlust verleihen, den Sie in dem einen würdigen Sohne erlitten haben! — Mit aufrichtiger rc. Leopold Breuer, Religionslehrer." Die Geschichte der Völker und die Geschichte Israels insbesondere wird seinen Namen fernen Zeiten aufbewahren und sein Angedenken wird gesegnet sein unter den Völkern, wie der Name seines Schicksalsgefährten Dr. Becher, der leichter in den Tod gegangen als er; die ersten Schüsse, die Jellinek trafen, tödteten ihn nicht ganz und er mußte noch einen Gnadenschuß bekommen. Unsere Alten sagten: iiso mssa tpp'HK nn'a und wahrlich wenn die Volkspartei aus Unmuth und Verzweiflung in den letzten Tagen manches Unrecht begangen, ein solches Leben sühnt es. —. Ueber unsere Emanzipationsangelegenheit, die in letzter Zeit, seitdem die Reaktion mehr Terrän gewinnt, und das Spießbürgerthum zunimmt, wieder in Frage gestellt worden ist, kann ich Ihnen mittheilen: nach einem mir von Mannheimer zugekommenen Briese haben von den neun Sektionen im Reichstage fünf Sektionen sich für die Annahme des 16. §. ausgesprochen, der lautet: „Vor dem Gesetze sind alle Staatsbürger gleich." In der Sektion, worin der Mannheimer war, wurde er ohne Debatte per Akklamation angenommen; drei Sektionen haben ihn verworfen, und eine, worin der evangelische Pfarrer Schneider sitzt, hat das Wörtchen „christliche" zwischen „alle" und „Staatsbürger" eingeschoben; er wollte vor Allem sein Schäfchen im Trockenen haben. — Der Konstitutionsausschuß hat sich für den Paragraph ausgesprochen und die Kammer hat ihren Beifall geäußert. 6erven. Wien, 26. Dezember. (Privatmitth.) Fischhof hat seine Abdankung als Ministerialrath eingereicht bereits vor vier Wochen, weil er sonst seine Stelle als Deputirter nicht behalten könnte, die Entlassung ist aber bis jetzt sonderbarer Weise noch nicht angenommen worden. Goldmark hat von Mehreren seiner Urwähler ein Vertrauensvotum bekommen. München, 26. Dezember. (Privatmitth.) Das an wichtigen Ereignissen so überreiche Jahr naht sich seinem Ende, ein Jahr, das mit einer siegreichen Revolution begonnen, welche die Throne der Fürsten wanken machte, welche dem Volke wieder seine Rechte zu holen schien, dieses Jahr, welches Manchen unserer deutschen Brüder eine, der menschlichen Würde angemessene, Verfassung gab, Manchen unserer deutschen Glaubensgenossen die so herzlich ersehnte Gleichstellung brachte, um die wir vergebens Jahrhunderte hindurch mit Wort und Schrift kämpften; dieses Jahr, was hat es uns Baiern, was uns baierischen Juden gebracht? Leider noch sehr wenig von dem im März so feierlich Versprochenen, denn der größte Theil ist in die Zukunft hinausgeschoben, ist einer Kammer Vorbehalten, die bereits gewählt, aber noch nicht einberufen ist. — Das Resultat dieser Wahlen ist durch-

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