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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-01-01 · Heft 1 (1.1.1849) · p. Seite 12

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 1 (1.1.1849)
Date
1849-01-01
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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13 mont blieben zurück. Der König selbst hatte sie an Juda Hallevi gewiesen. Es konnte nicht zweifelhaft sein, daß sie mit diesem in Unterhandlung traten, und das Schreiben der Gemeinde zu Jerusalem gebrauchen würden. Jetzt galt es, seine Pflicht zu erfüllen. Eines Tages erging sich der junge Mose Hallevi, der Neffe des Juda, der bei jenem verhängnißvollen Ritt seiner Base so wenig zur Hilfe kommen konnte, auf der Alameda von Kordova. Es war bereits die Dämmerung eingetreten; jenes zauberische Zwielicht des Südens, welches alle Dinge Ln verklärendem Halbglanz erscheinen laßt. Die Hitze des Tages begann sich abzukühlen, und die Brust des Menschen wurde bei dem Wehen der würzigen Luft, welche tausendfachen Dust ertheilt, von unnennbarer Sehnsucht geschwellt. Das Auge wandte sich suchend zu dem klaren, lichtdurchschimmerten Himmel, an welchem die Heere der Gottesleuchten immer zahlreicher, immer funkelnder hervortraten; dann senkte es sich wieder zur Erde, um die vorüberwogenden Gestalten zu mustern, ob ein Gegenstand darunter, an dem die Sehnsucht des Herzens haften bleibe und sich daran festsauge, zu endlicher Befriedigung. Da, mitten aus dem Gedränge heraus ... wir wollen die Gedanken und Bilder nicht mustern, welche eben die Einbildungskraft des feurigen Jünglings beschäftigten, und seine jugendliche Brust mit Seufzern füllten ... da, mitten aus dem Gedränge der Wandelnden heraus streckte sich ein Arm, und faßte die.Hand Mose's, und zog ihn sanft, aber fest herüber, daß er ihm folgen mußte. Eine, in einen unscheinbaren Mantel gehüllte Gestalt neigte ihren Mundzu Mose's Ohr, und flüsterte ihm mit leiser, aber gebieterisch klingender Stimme zu: „Ihr müsset mir folgen, bei Allem, was Euch lieb ist!" Mose schreckte zurück, aber noch einmal zog ihn der eisenfeste Arm, der seine Hand gefaßt hielt, und so eifrig winkte ihm die andre Hand der Gestalt, und so herrisch schauten ihn die glühenden Augen des Unbekannten durch die Dämmerung an, daß Mose sich dessen nicht erwehren konnte, sondern gehorsam Folge leistete. Sie waren bald aus dem Gedränge heraus, und die Menschenmengen flutheten bereits in der Ferne vor ihnen vorüber, als die Gestalt sich umwandte, und den Jüngling ansprach: „Mose, kennst Du Hulda, die Tochter Juda Hallevi's?" „Ob ich sie kenne! ..." „Liebst Du sie? .. „Wie fragst Du, sie ist ja meine Base. .. „Ich meine, ob ihr Heil Dir ins Herz gewachsen, und Du willig für sie Gut und Blut daran seßtest?..." „Ich wollte, ich könnte es. O, wie wollt' ich ihr zeigen, daß der zurückgestoßene, verachtete Mose für sie Berge zu ebnen, Meere . . . ." „Nun," unterbrach der Unbekannte ihn, „Solches wird nicht gleich nothwendig sein. . . Mose erschrak, denn er glaubte ein leises Lächeln des Fremden zu hören. Er ärgerte sich, daß er seine Gefühle einem Unbekannten so schnell verrathen, Gefühle, deren Bedeutung ihm selbst nicht klar war. Der Fremde schien seine Gedanken zu errathen, denn er hob an: „Jüngling, um für die Wohlfahrt derer, die unsere Neigung besitzen, und denen wir diese schuldig sind, zu wirken, ist nicht immer gleich Großes, Gefährliches zu leisten. Wisse, junger Freund, ein fortgesetztes, ungewahrtes Wachen und Wahren, ein ununterbrochenes Hüten und Fördern kostet oft mehr Anstrengung und Selbstaufopferung, als Gefahr und Kampf, und ist daher um so rühmlicher und dankenswerther. Doch zur Sache. Hulda ist in Gefahr, willst Du beitragen sie zu schüzzen? . . „Mit Leib und Seele; Ihr seid mir ein willkommener Bote, wenn Ihr mich zu ihrem Dienste verwendet." „So kommt, hier ist kein Ort zu ungestörter Mittheilung." Der Jüngling fühlte einen Augenblick den Zweifel in sich aufsteigen, ob er der geheimnißvollen Gestalt, die ihm völlig fremd war, sich so ganz überlassen solle. Er sagte: Wollet Ihr mir nicht Den nennen, mit dem ich gehen soll?" „Ihr würdet dann gerade in derselben Ungewißheit sein, denn Ihr kennet weder meinen Namen, noch meine Person. Aber, Mose, man kann nicht immer wissen, mit wem man zu thun hat, denn wie oft sind Einem die unbekannt, mit denen man Jahre lang zu thun gehabt. Komm, es gilt das Heil Deiner Base, und ein muthiger Jüngling zaudert in einem solchen Falle nicht." Die Ungewißheit war also jetzt dieselbe, wie vorher. Aber der Klang dieser Stimme, der Ausdruck dieser Worte war so seetenvvll und so bestimmt, daß sich Mose unweigerlich hingerissen fühlte. Er folgte. Durch viele Straßen und entlegene Gassen führte ihn der Unbekannte, bis er an einem kleinen Hause stehen

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