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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-01-01 · Heft 1 (1.1.1849) · p. Seite 11

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 1 (1.1.1849)
Date
1849-01-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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11 zünftiger Meister werden, höchstens Freimeister, dh. ohne Gesellen und Lehrburschen. Die Handwerker haben daher von jeher sich gewöhnt, in den, zum Handel von ihnen selbst gedrängten Juden ihre Gegner zu sehen, und sehen sie in ihnen jetzt um so mehr, da sie die Juden nun auch in ihre Mitte aufnehmen sollen. Man sieht, es ist hier abermals ein Kampf gegen Bevorrechtete, nur daß, da die Bevorrechteten ein Theil des Volkes selbst sind, sie dieses für sich zu gewinnen vermögen. Es müssen daraus nothwendig noch große Wirren entstehen, die zu lösen sehr schwierig sein werden. Es ist Nichts schlimmer, als wenn man einem schuldlos Gefangenen, den man Jahrhunderte eingekerkert, die Freiheit giebt, und dieser nun wieder seinen Platz in der Gesellschaft einnehmen will — am Liebsten möchte man ihn in das Gefängniß zurückbringen. Frei sollte er werden, aber nicht leben wollen. Daß er seine Freiheit auch zu freiem Lebenswerke benutzen will, das ist das Unbequeme. 6. Belletristisches. Hispania und Jerusalem. Novelle aus dem zwölften Jahrhundert. (Fortsetzung aus No. 47. 50. 51.) 7. Es ist keine seltene Erscheinung im Leben, daß, wenn unser Verstand, wenn ein tiefliegendes Ehrgefühl, wenn das ganze Bewußtsein, das uns beherrscht, uns von einem Orte, von gewissen Personen hinwegtreibt, das Geschick uns gerade zu ihnen hindrängt, und eine seltsame Verkettung der Umstande uns immer wieder dahin zurückführt, von wannen feste Entschlüsse uns verbannt hatten. Dann pflegen wir entweder uns, wie die von den Augen der Schlange bezauberten Vögel, mit Einem Mate dem Geschick zu überliefern, und ohne Widerstreben dem, was uns der Ruf des Verhängnisses scheint, zu ergeben; oder, die kräftigeren Naturen, wir lassen nicht ab dagegen zu kämpfen, so weit wir es vermögen, gleichsam dem Geschick gegenüber immer wieder Protest einlegend, bis in Erfüllung geht, was wir vermeiden wollten, aber nicht konnten. Aber wohl gemerkt, es ist nicht immer just vom Uebel, wogegen wir uns sträuben, aus Motiven, die dem Herzen oder der persönlichen Stellung entspringen. Wir weigern uns ebenso oft das Gute, wie das Leid, aus der Hand der Vorsehung entgegenzunehmen. Ja, wenn sie nur aufrichtig sein wollten, die Menschen, diese seltsamsten aller Geschöpfe, sie würden meist eingestehen: der Herr hatte es besser mit uns im Sinne, als wir selbst.... Nun, meist gehört hierzu auch nicht allzuviel. So war denn unser Abraham wieder zurückverschlagen nach Hispanien. Zwar so schnell nicht, wie wir es hier beschrieben. Neun bis zehn Monde dauerte die Fahrt, die oft durch mehrwöchentlichen Aufenthalt in den Häfen des Mittelmeers, mehrmat auch durch Stürme und Irrfahrten unterbrochen. Man berechnete damals auch die Operationen nach der Dauer solcher langweiligen Reisen. Er war wieder hingewiefen zu Juda Hallevi, den zu vermeiden, wie er dem Rabbi Joseph mitgetheilt, er gerade so viel Interesse hatte. Es war daher natürlich, daß er, nach Kordova zurückgelangt, sich nicht beeilte, seine Sendung bei Juda abzumachen. Ec suchte vielmehr erst genau mit der Sachlage bekannt zu werden. Er erforschte zunächst, was denn der Tempelorden mit dem Könige Alphons zu schaffen habe, und erschrak nicht wenig, als er erfuhr, es handle sich um das ganze Königreich Arragonien, welches Alphons der Schlachtengewinner testamentarisch dem Orden überwiesen habe. Jetzt fand er es am Geeignetsten, das Erscheinen der Gesandten des Ordens am Hofe des Königs erst abzuwarten, um nach ihren Schritten und deren Erfolg die Seinigen abzumessen. Der Bote des Großmeisters hatte sich nicht sofort nach Kordova begeben, sondern suchte den Komthur von Beaumont auf, der noch nicht in Kordova angelangt war. Die Zwischenzeit wandte Abraham noch zu besonderen Zwecken an, über die wir ein andermal berichten werden. In diese Zwischenzeit fiel auch die Rettung der schönen Hulda aus den empörten Wellen. Welch' eine Verlockung für Abraham, jetzt dem Vater der Geretteten naher zu treten. Aber gerade diese Begebenheit veranlaßte ihn, sich noch fern von ihm zu halten. Abraham kämpfte den heiligen Kampf wider das Geschick, obschon es ihm bereits klar ward, er würde vergebens sein. Er wollte bei Juda auf die zufällige Rettung seiner Tochter keinen Grund des Wohlwollens bauen; sie sollte erst wieder vergessen sein. Aber die Begebenheiten blieben nicht stehen. Wenn du auch zögerst und säumest, der Augenblick der Entscheidung kommt doch. Die Gesandten des Großmeisters langten an, und wurden abgewiesen. Sie zogen wieder ab, aber der Ritter von Herssord und Arthur von Beau-

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