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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-01-01 · Heft 1 (1.1.1849) · p. Seite 9

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 1 (1.1.1849)
Date
1849-01-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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s Verpflichtung haben, jede Beeinträchtigung zu vermeiden. 3) Die bis zum ersten Februar 1849 eingelaufenen Rückforderungen werden von diesem Dato an ausgezahlt. 4) Wer bis zum ersten Februar 1849 seinen Beitrag nicht zurückgefordert hat, hat uns damit ermächtigt, die übrig gebliebene Summe an nicht genügend fundirte jüdische Hospitäler Deutschlands zu vertheilen, worüber die Quittungen in der Allg. Zeit, des Judenthums veröffentlicht werden. vr. Ludwig Philippson. Magdeburg, 25. Dezember. (Privatmitth.) Im Verfolg der in No. 52. erlassenen „Aufforderung an alle israelitischen Gemeinden Preußens" haben wir uns gestattet, folgendes Schreiben an den wohllöblichen Vorstand der jüdischen Gemeinde zu Berlin zu richten. „Ein wohllöblicher Vorstand weiß es sicherlich zu würdigen, daß für alle Bekenner des Judenthums, wie für die israelitischen Gemeinden in ihrem jetzigen Bestände, namentlich in Preußen nach §.11 und 12 der Verfassung vom 5. Dezember, ein Wendepunkt der Entwickelung von so großer Bedeutung eingetreten ist, wie er in der Geschichte nicht oft wiederkehrt. Abgesehen von der Gleichberechtigung aller Glaubensbekenntnisse, ist die Selbstverwaltung und unbedingte Selbstständigkeit der Religionsgemeinden und die unbeschränkte Glaubensfreiheit der Individuen gewährleistet. Diese beiden Momente, ein großes, heiliges Errungniß, setzen aber voraus, daß faktisch in den Gemeinden Israels ein neues Leben beginnen muß, da sie sonst der Auflösung anheimsallen, ja einer zufälligen, stets schwankenden Existenz hingegeben sein müssen, welche alle ihre Institute alles dauemden Halts und aller nachhaltigen Kraft berauben würde. Um so nothwendiger ist es, daß durch einen allgemeinen Aufschwung und eine vielseitige Bethätigung das auf eine bessere, des freien Menschen würdigere Weise ersetzt werde, was Aeußeres an dem, bis jetzt stattgefundenen, größern oder geringem Zwang verloren geht. Rechnen wir zu den jetzt zur Herrschaft gekommenen Prinzipien das freie Vereinigungsrecht, insonders die völlig freie religiöse Vereinigung, so scheint der Weg wie von selbst vorgezeichnet, der zu beschreiten: die Juden Preußens müssen eine große, freie Gesammtheit in religiöser Beziehung bilden, eine allgemeine Vereinigung, die, aus freiem Geiste hervorgegangen, aus eigenen Mitteln, mit eigenen Kräften sich erhält, sich unterstützt, sich fortbildet. Gerade so lange die Gemeinden gewissermaßen immer noch eine Art politischer Körper, die der Staat als Solche berücksichtigte, waren, durfte eine solche Vereinigung nicht stattsinden, um nicht im Staate einen Staat zu bilden. Jetzt aber, wo der politische Charakter aus der Existenz der Judengemeinden bis auf die letzte Spur schwinden wird und muß, jetzt, wo sie Nichts als religiöse Gesellschaften, durchaus weiter Nichts sind, jetzt muß auch die weitmöglichste Vereinigung angcstrebt werden, weil eben auf dieser die Gleichheit des Bekenntnisses, des Kultus rc. beruht. Der ergebenst Gefertigte hat diesem Gedanken einen Ausdruck gegeben in der „Aufforderung an alle israelitischen Gemeinden Preußens", von der ich hier ein Exemplar beilege, und die in diesen Tagen die möglichste Verbreitung durch das ganze preußische Vaterland erhält. Ich gestatte mir nun das Gesuch an den wohllöblichen Vorstand: diese Aufforderung einer geneigten Prüfung zu unterziehn, und sich an die Spitze dieses Unternehmens zu stellen, wodurch er an Hoffnung der Realisirung unendlich gewinnen würde. Ein wohllöbl. Vorstand wird mit mir in der Wichtigkeit des Gegenstandes übereinstimmen. Er kennt nicht minder den Beruf unserer Zeit, durch Vereinigung der Kräfte und Anstrengungen Großes herzustellen; er wird nicht minder gerade diesen Zeitpunkt, wo das Vaterland nach mannigfachen Stürmen wieder einige politische Ruhe genießt, für geeignet anerkennen. Möge daher der wohllöbl. Vorstand den Ruhm, dieses segensreiche Werk in Angriff genommen zu haben, sich aneignen. Denn, wie es auch ausfalle, es wird ein Mittel sein, frisches Leben hervorzubringen in einer Zeit, wo, was nicht lebendig sich bethätigt, immer mehr abstirbt. Lassen Sie, hochgeehrte Herren, uns eine der großen 1*

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