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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-01-01 · Heft 1 (1.1.1849) · p. Seite 8

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 1 (1.1.1849)
Date
1849-01-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 Sache eine deutsche nennen, der deutschen Hochherzigkeit empfehlen, weil gerade die Entschiedenheit der Gesinnung und Thatkraft, mit der die Juden ihren deutschen Brüdern sich angeschloffen, den sarmatischen Vandalismus gegen die Unglücklichen heraufbeschworen. Ich habe mich der hochheiligen Mission unterzogen, ein Waisenhaus für jene hilflosen Kinder zu gründen, eine Anstalt, welche ihnen nächst den bürgerlichen Elementarunterricht eine kräftige Erziehung giebt, und nach der Entlassung mit dem 14. Jahre, Sorge trägt, daß sie dem Ackerbau oder Handwerksstande sich zuwenden. Wenn einmal, so geht hier die Sache der Menschheit mit dem Interesse einer besondern Nationalität Hand in Hand; denn nicht nur ein Werk der Milde und Barmherzigkeit soll hier gestiftet, sondern die deutschen Elemente der Bildung, des Fleißes und der Sittlichkeit in unsrer Provinz immer mehr und mehr eingeführt und zur Bethätigung gebracht werden, — und diese sind die einzigen Vermittler und Träger einer höhern Entwicklung und Gesittung, besonders in den unteren Schichten unserer Bevölkerung. Menschen und Boden sollen durch die deutsche Kultur der deutschen Sache gewonnen werden. Edle Menschenfreunde! Lassen Sie mich hier zum voraus die Ueberzeugung aussprechen, daß Sie den großen Gedanken unsrer Zeit: Liebe und Brüderlichkeit unter allen Menschen" nicht nur erkennen, sondern durch hilfreiche Betheiligung an diesem Werke auch anerkennen , daß Sie eine Anstalt mitbegründen, die in die Zukunft hinüber ein glorreiches Zeugniß trage von der Humanität der Gegenwart. Sie wird zum Segen werden für die Empfänger — zum Preis aber >und ewigem Ruhm für die Geber." Schwerin, Oktober 1848. Rabbiner vr. Schwabacher. Allein er ließ es bei dem bloßen Wort nicht genügen. Auf seine eigenen Kosten reiste er zuerst nach Frankfurt am Main. Hier fand er eine höchst günstige Aufnahme bei dem jetzt abgetretenen Reichsminister Schmerling, so wie bei dem damaligen Präsidenten der deutschen Nationalversammlung, jetzigem Reichsminister Gagern, die durch That und Empfehlung ihn unterstützten. Es wurden mehre Subskriptionslisten in der deutschen Nationalversammlung in Umlauf gesetzt, welche namhafte Unterstützungen brachten. Die jüdischen Bewohner Frankfurts haben sich weniger geneigt gezeigt. Der Reichsminister Schmerling schrieb selbst an Rothschild, der jedoch nicht mehr als 100 Thlr. zeichnete. Von Frankfurt ging er nach Stuttgart und Kassel, wo er, namentlich auch in letzterer Stadt, bedeutenden Anklang fand. So gelang es ihm, schon jetzt ieine Summe von circa 5000 Thlrn. zusammenzubringrn, die, an den einzelnen Orten, bei namhaften Bankierhäusern liegen. Für jetzt ist vr. Schwabacher nach seiner Heimath zurückgekehrt. Er wird da die Organisation des Unternehmens vorbereiten, um im nächsten Frühjahr nach London und Amsterdam zu gehen. Die Leser dieses Blattes werden diesen Bericht sicher mit vielem Interesse entgegennehmen, so wie sie dem herrlichen Institute zur Zeit ihre Mitwirkung nicht entziehen werden! Magdeburg» 24. Dezember (Privatmitth.) Wir haben in No. 50 des vor. Jahrg. einen genauen Bericht über die projektirte Jerusalemsstiftung und deren Auflösung gegeben. Wir haben daselbst den zusammengekommenen Geldern in Betrag von 917 Thlrn. 17 Sgr. 7 Pf. einen andern Zweck zugesprochen, nämlich: daß sie an jüdische Hospitäler in Deutschland, welche nicht genügend fundirt sind, vertheilt werden sollen. Wir behielten aber den Spendern ihr ursprüngliches Recht, ihre Spenden zurückzufordern vor. Es sind bis jetzt nur sehr wenige Rückforderungen eingelaufen, die wir nach Abwickelung der Sache namhaft machen werden, und freut es uns um so mehr, im Stande zu sein, den jüdischen Hospitälern in Deutschland, die durch die jetzige Zeit so vielfach bedrängt sind, eine namhafte Summe zukommen lassen zu können. Demungeachtet halten wir es für unsre Pflicht, um jeden Vorwurfe, zu dem der Mensch so sehr geneigt ist, zu entgehen, hier noch einmal zu bemerken: 1) Wer von den Spendern zu obiger Summe seinen Beitrag zurückhaben will, hat uns davon schriftlich bis zum ersten Februar 1849 zu benachrichtigen. 2) Wer seinen Beitrag einem Spezialsammler übergeben hatte, hat seine Rückforderung durch diesen zu bewerkstelligen. Jedoch bemerken wir, daß die Spezialsammler für jede einzelne Rückforderung die Unterschrift jedes Beitragenden einzusenden hat, da wir den Beittagenden gegenüber die

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