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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-12-20 · Heft 52 (20.12.1847) · p. Seite 757

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 52 (20.12.1847)
Date
1847-12-20
Page
Seite 757 (sequence 5)
Language
German
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757 gleichen nicht errungen werden und besser wäre es gewesen, wenn die jüdischen Handwerker sich zu solchem Zwecke gelegentlich mit christlichen Arbeitern vereinigt hätten. Die Theilnahme für die Bestrebungen des Vereins ist übrigens im Zunehmen, wenn auch einzelne Mitglieder sich zurückziehen, weil ihrer Meinung nach zu wenig gethan wird und das Konnte die Stimme des Volkes zu wenig beachtet. Hamburg, 10. Dezember. (Köln. Zeit.) In der gestrigen Versammlung der Kaufmannschaft Behufs der Wahl neuer Deputaten in das Kommerzium wurde von Seiten des Vorstandes der Antrag angekündigt, daß jeder die Börse besuchende Kaufmann und Fabrikbesitzer, der oder dessen Haus ein eigenes Bankokonto habe, in den Versammlungen der Kaufmannschaft zu erscheinen berechtigt sei und folglich damit die seitherige Bedingung des christlichen Glaubensbekenntnisses Wegfall-n solle; dagegen werde man die Bedingung festhalten, daß zu Mitgliedern der Kommerzdeputation nur Bürger gewählt werden könnten. Wir freuen uns aufrichtig, daß dieser Antrag wenigstens auf eine merkantilische Emanzipation derJuden von dem Kommerzium selbst ausgegangen ist, und können nur hoffen, daß die Kaufmannschaft, welche in ihrer nächsten Versammlung, noch vor Ende dieses Monats, darüber abstimmen soll, darin den Akt der Toleranz und Humanität, ja, selbst handelspolitischer Klugheit, besser erkennen werde, als bei früheren Wahlen, wo derselbe Antrag verworfen wurde. Mit Ausnahme Bremens, wo nicht einmal ein Jude wohnen darf, sind wol in keiner andern großen Handelsstadt die Juden so zurückgesetzt, wie hier. Denn wenngleich in Preußen und Oesterreich die Juden politisch nicht emanzipirt sind, so herrscht doch unseres Wissens weder auf der wiener noch auf der berliner Börse jener merkantilische Unterschied, wie hier, wo sie das Versammlungszimmer eines „Ehrbaren Kaufmannes" nicht betreten dürfen und in den rein kaufmännischen Fragen kein Stimmrecht ausüben. Und doch bilden die Juden einen sehr ehrbaren, thätigen und reichen Theil unsers Handelsstandes, und ein Haus von solchem Weltrufe, wie Salomon Heine, von den Versammlungen der Kaufmannschaft auszuschließen, ist nicht nur intolerant und inhuman, sondern auch, wie wir sagten, handelspolitisch unklug. Handelsfreiheit ist das Banner, welches über der Hamburger Börse weht, und es sollten da Gewissen und Glaube nicht frei sein und es zwischen ihnen ein Oben und ein Unten geben? Die Emanzipation derJuden ist eine späte Schuld, welche dem Rechte und der Wahrheit gezahlt wird, und darum hoffen wir, daß diese Erkenntniß auch hier endlich durchdringen werde, obgleich wir andererseits die Macht des Vorurtheils und der Engherzigkeit nicht verkennen, welche noch in weiten Kreisen unserer christlichen Glaubensgenossen vorwalten. Emden, 10. Dezember. (Privatmitth.) Inder Mitte des laufenden Monats wird hier die Wahl eines Landrabbinen an der Stelle Hirsch' stattsinden. Die hiesige Gemeinde hat das Präsentationsrecht von drei Kandidaten, und hat dafür drei strengkonservative Männer aufgestellt. Die Landgemeinden haben andere Wünsche; sie wollen einen Mann, der eine gemäßigte Reform bewerkstellige und der für sie Etwas wirke, so daß sie das Dasein eines geistlichen Hauptes nicht lediglich aus dem Zahlen ihrer Beiträge zum Gehalte erfahren. Dieselben sind daher bei der Wahl in großer Verlegenheit, da sie erstens einen andern Kandidaten zu wählen nicht das Recht haben, zweitens die aufgestellten Kandidaten gar nicht kennen. Die Wahl wird wahrscheinlich den Herrn vr. Jsaakssohn zu Frankfurt an der Oder treffen, an dem die Gemeinden jedenfalls einen tüchtigen Kanzelredner gewinnen. Preußen. Breslau, 6. Dezember. Nach der „Börsenhalle" haben die theologische und philosophische Fakultät der hiesigen Universität für die Habilitation jüdischer Dozenten im Gutachten gestimmt, dagegen aus der medizinischen Fakultät nur zwei Herren, wogegen fünf aus religiös-fanatischen Gründen (!) dagegen. (Es erinnert dies lebhaft daran, daß die Schneider jeder Zeit dafür stimmten, daß die Juden Schuster sollen werden können, aber bei Leibe keine Schneider! Red.) Gnefen, 16. November. (Privatmitth.) (Fortsetzung.j Doch wenden wir uns nun von der Schule zu den Kultusverhältnissen der Gemeinde, auf welchem Gebiete seit einigen Jahren wahrhaft Großes in's

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