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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-12-20 · Heft 52 (20.12.1847) · p. Seite 755

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 52 (20.12.1847)
Date
1847-12-20
Page
Seite 755 (sequence 3)
Language
German
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755 herausarbekte, und all dieser Jndifferentismus, diese läppische Nachahmerei, dieses großthuerische Verwerfen und Absprechen sich entferne — ich werde Ja, Ja, Ja! aus voller Brust rufen. Man wird sagen: auch in den sozialen Fortschritten, in den Gewerbsverhältnissen der Juden, in ihrer Theilnahme am öffentlichen Wohl muß der Eifer nicht erkalten — und ich werde dem nachdrücklich beistimmen. Endlich wird man sagen: Vor Allem entfernet die Bitterkeit, die Gehässigkeit, ja die rohe Gemeinheit, die sich in Euren Diskussionen untereinander so vielfach kund thut, achtet Euch selbst, wenn Ihr geachtet werden wollet-und wer wird dies verneinen wollen? Gut, möge das kommende Jahr in allen diesen Punkten recht Vieles leisten, zu unserm eigenen Heile! Frägt man endlich, ob nicht die Redaktion selbst auch etliche Schulden zu bezahten hat? so gesteht sie offen, daß dies namentlich mit sehr vielen, ihr zugekommenen literarischen Erzeugnissen der Fall ist, über welche Berichte und Kritiken zu liefern sind — und zeigt sie sich entschlossen, diese Schuld recht bald abzutragen. Ueberhaupt aber hat sie natürlich die Schuld gegen alle ihre Leser übernommen, einen recht ^nhaltreichen, gediegenen Jahrgang zu liefern, und in diesem Bewußtsein wird sie alle ihre und ihrer Mitarbeiter Kräfte anstrengen. Das Publikum aber hat die Schuld einer freundlichen Nachsicht und entgegenkommender Liebe auf sich, und wir wissen es, es wird nicht zögern, sie bestenzu entrichten. Zeitungsnachrichten. Großbritanien. London, 26. November. Sitzung des Unterhauses vom 24sten. Es wurden mehrere Petitionen, unter anderen von der Universität Cambridge, gegen die Zulassung der Juden übergeben. Das Haus beobachtete dabei vollkommenes Stillschweigen. Dagegen überreichte vr. Bowring eine Petition von „gewissen unitarischen Christen", welche das Gegentheil verlangen. Aehnliche Petitionen zu Gunsten der völligen Gleichstellung überreichte Lord John Russell von den englischen Presbyterianern in Stockport und anderen Städten, und äußerte dabei das Haus seine Zusriedenheit von beiden Seiten desselben. Sitzung vom 25sten. Lord John Russell eröffnete dem Hause, daß er nächster Tage eine Bill vorlegen werde, welche die Beseitigung gewisser politischer Ausschließungen bezwecke, denen die Juden noch unterworfen seien (lauter Beifall von beiden Seiten des Hauses). Die Einbringung dieser Bill hat er auf den 9. Dezember festgestellt. —. Die „Morning Post" versichert, Sir Robert Peel werde zwar die Judenemanzipationsbill im Unterhause unterstützen, zugleich aber ein Amendement hinzufügen, welches die Saduzäer ausschließc, weil dieselben nicht an die Auferstehung der Tobten glauben. (Die „Morning Post" gehört zu den Toryblättern, und ihre Nachricht schmeckt nach ungereimter Erfindung.) London, 5. Dezember. Herr Salomons ist wirklich zum Alderman (Mitglied des Stadtraths der City) erwählt. Bor einigen Jahren stand ihm bei dieser Wahl der Eid entgegen; jetzt ist dies durch die Bill des vorigen Jahres entfernt, und er wird nun wirklich eintreten. Somit ist abermals ein Schritt in thatsächlicher Anerkenntniß unsres Rechtes geschehen. —. Die Boss. Zeit, schreibt: Bisher hat bekanntlich Baron Lionel v. Rothschild sich nicht im Unterhause eingefunden, um seinen Eid zu leisten, was er wahrscheinlich unterläßt, bis die von Lord Russell angekündigte Judenemanzipationsbill durchgegangen. Das Gutachten der ersten Rechtskundigen ging nämlich dahin, daß er den Eid nicht abzulegen im Stande sei, den man bei seinem Eintritt in's Unterhaus von ihm fordert „upon the true faitb ol a Christian.“ Da nunmehr Lord Russell die Bill bereits angekündigt, so wird dieselbe in den nächsten Tagen zur Verhandlung kommen und trotz der heftigen Opposition der Hochkirchlichen mit großer Majorität im Unterhause durchgehen. Zweifelhaft bleibt aber noch ihre Annahme im Obcrhause, in welchem eine bedeutende Zahl Pairs in der politischen Gleichstellung der Juden eine Verletzung der Grundprinzipien des englischen Staats erblicken. So könnte es denn sein, daß sie im Oberhause durchsiele, wodurch die Maßregel nur auf kurze Zeit hinausgeschoben sein wird, da sie am Ende dennoch wie andere dem Oberhaufe widerwärtige Maßregeln angenommen werden wird. —. Die Mitglieder der Universität Oxford sind für heute zu einer Versammlung einberufen, in welcher der Antrag gestellt werden soll, im Namen der Universität Petitionen gegen die Zulassung von Juden 52*

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