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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-12-13 · Heft 51 (13.12.1847) · p. Seite 746

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 51 (13.12.1847)
Date
1847-12-13
Page
Seite 746 (sequence 6)
Language
German
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746 Zahl von kleinen und mittlen Gemeinden — wissen z. B. von den obbenannten Deputationen u. dgl. kein Wort mehr. Und was das Schlimmste an der Sache: können von dieser gar keinen Gebrauch machen. ... Denn kaum erkühlt sich z. B. der Rabbine irgend einer Gemeinde und sein besorgter Hausarzt äußert geheimnißvoll: Se. Ehrwürden werden gewiß — sobald er zu leben aufhört — sterben; erstreckt ein Rabbiner seinen Spaziergang einmal zufällig über einen na® dinn hinaus, kann also vor einbrechender Nacht nicht zurückkommen und wird von dem einen und andern Gemeindemitglied vielleicht vermißt werden; hat die Köchin des Herrn Rabbiners n'ipu •)bv«aan gewesen, die Frau Rabbinerin drob ihre Scheltstimme der Schuldigen gegenüber um eine Oktave höher genommen, so daß die tausendzüngige Fama bereits sagt: der Rabbiner hat np-ibrua in der Kehila u. dgl. m. ... kaum gelangen derartige Gerüchtchen und Gerüchtlein an die Ohren der einer Anstellung begierig entgegenharrenden Rabbinatskandidatenschaar, allsogleich wittert man eine Vakanz und ni-'ch ya ist die arme Gemeinde von einer Unzahl Kandidaten in Schubze's und Fracks, in breiten Hüten und in Streimützel, mit langem Bart oder langem Haar, kurz aller Art und Gattung, Orthodoxe und Aufgeklärte, Zionswächterianer und Reformgenossische u. s. w. überschwemmt; und sie begreift es oft gar nicht, durch welche Zauberkraft ihre Stadt so schnellere rtslsn vs '■'“nsiDi D-’Esn geworden; und sie weiß gar nicht wo lange Ohren genug hernehmen zum Anhören all dieser Anträge und Ueberbietungen.... Glauben Sie nicht, daß ich übertreibe. Wer die Rabbinatsverhältnisse der kleineren ungarischen Gemeinden naher kennt, wird mich schwerlich der Uebertreibung zeihen. Ich könnte Ihnen z. B. eine bedeutende Gemeinde Unterungarns nennen, wo der Rabbiner irgend einer Angelegenheit wegen auf einige Tage verreiste; er trat seine Reise in aller Unschuld am Sonntag an und Dienstag, zwei Lage darauf, mußte die Rabbincrin sammt Familie bereits das Quartier räumen und es dem neuen Rabbiner überlassen!!... Ich könnte Ihnen eine ungarische Gemeinde im diesseitigen Donaukreise nennen, die ihrem Rabbiner 5 Fl., sage fünf Gulden W. W. (1 Thlr. 12 Gr.) wöchentlichen Gehalt giebt und wo vierzehn Tage nach Ableben des alten Rabbiners über20, sage mehr als zwanzig Kandidaten anrückten und darschenten und predigten, und Geld gaben und Wechsel schrieben u. s. w. u. s> w. Ich könnte Ihnen mehrere solche Beispiele anführen, wenn ich nicht anstünde, meine Korrespondenz zu einer Chronique scanilaleuse zu machen.... Ist es zu verwundern, wenn bei solchem Treiben die Gemeinde dem Kandidaten gegenüber alle Achtung aus den Augen setzt, wenn sie den zu Erwählenden auf die verschiedenartigste Weise chikanirt und demüthigt, wenn sie die härtesten Bedingungen und oft unvereinbare Forderungen an ihn richtet, wenn die unbedeutendste Gemeinde sich aufblähet und großthuet, als hätte sie mit ihrem Rabbinat zugleich den Primasstuhl von Ungarn zu vergeben??... Diese veränderte Gestalt der Dinge, dieses Treiben, Drängen und Ueberstürzen der Rabbinatskandidaten hat einen zweifachen Grund: Die — es fällt mir wol ungemein schmerzlich über meine eigenen Leidensgefährten, alias Standesgenossen, den Stab zu brechen, aber Wahrheit vor Allem! — die niedrige Gesinnung vieler ungarischen Rabbinatskandidaten einerseits, andererseits wieder die unverhaltnißmäßig große Menge derselben, die oft selbst den Bessern und Tüchtigem — will er nicht ewig anstellungslos bleiben — zum Treiben und Drängen zwingt.... Woher diese Gesinnungsniedrigkeit bei Männern, die sich dem edelsten und heiligsten Beruf widmen? Woher diese große Menge der Rabbinatskandidaten bei den trüben Aussichten, die sich jetzt dem ungarischen Rabbiner darbieten??... Davon nächstens. J. Elin. Korrespondenz. Wien, im Oktober. Der israelitische Handwerksverein in Wien. „Ein Mann fertig in seinem Gewerbe kann vor Könige sich stellen." Wahrlich zu keiner Zeit, in keinem Jahrhunderte trat die Würdigung dieses herrlichen Spruches unseres weisen Königs mehr an den Tag als in unsrer praktischen. Die dem Gewecbsmanne von Fürsten höchsten Ranges gezollte ehrende Anerkennung und Aufmunterung zu weiterem Streben bietet uns die schönsten Früchte dar; täglich treten neue Vereine, täglich neue Anstalten in's Leben, und wir können mit voller Beruhigung die Lösung der Frage, wie viel unsere Industrie in der ver-

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