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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-12-13 · Heft 51 (13.12.1847) · p. Seite 742

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 51 (13.12.1847)
Date
1847-12-13
Page
Seite 742 (sequence 2)
Language
German
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742 Gemeinde hat letztens eine prachtvolle Kirche für 12,000 Dollars gekauft, welche sie zum Gotteshause einrichtet), in den deutschen Synagogen zu Albany und Philadelphia; doch erwartet man zuverlässig, daß die drei Gemeinden unter dem Nabbinate des Herrn Dr. Lilienthal die Bildung der Chöre für ihre Synagogen jetzt rasch betreiben werden, da sie an dem neuen Tempel eine bedeutende Opposition haben. Haben die deutschen Gemeinden in New-Pork einmal ihren Ritus verbessert, so würde sich dieses Verjüngen des Gottesdienstes schnell über die vereinigten Staaten verbreiten, da New-Uork das Muster anderer Gemeinden ist, wenn wir hier nicht völligen Mangel an musikalisch gebildeten d'nn hätten. Dieses allein ist die Ursache, daß die alte Weise des Gottesdienstes noch beinahe allenthalben geltend ist. Da die große Mehrzahl unserer trsin mit dem Unterrichte wie mit der Musik bekannt sind, so tragen sie auch die Schuld der gänzlichen Vernachlässigung der Religionsschule (den Elementarunterricht genießt jedes Kind unentgeldlich in den Volksschulen, wo gar keine Religion gelehrt werden darf). In den meisten Kehillot ist gar keine Religionsschule, in einigen unterrichtet der ",m ebräisch Lesen, läßt die Kinder in diesem oder jenem Katechismus etwas lesen, und oft geschieht auch das Wunder, daß ein Knabe die rrr« und einige Kapitel wvin verdeutschen lernt, dabei ist aber in Betracht zu ziehen, daß die Kinder gewöhnlich sehr wenig deutsch verstehen, da sie übrigens englische Schulen besuchen müssen. Zn anderen Gemeinden hat man ein Luftgebilde eingeführt, welches Sonntagsschule genannt wird; da wird an jedem Sabbate oder Sonntage von einigen gutherzigen Mädchen ein Religionsunterricht den Kindern ertheilt. Welche Früchte diese wenigen Stunden Hervorbringen können, bedarf wol keiner großen Beschreibung. Doch zittern sie nicht für's Judenthum in unserm Amerika! Auch dieser Schlange wird der Kopf zertreten werden. Gab es doch hier eine Zeit, wo der Israelit aus falscher Scham seine Religion verleugnete, während er jetzt stolz bekennt: I am a german je». Ist es doch noch nicht lange, daß man weder am naia noch am av aia feierte, während es jetzt wenige Israeliten giebt, die ihre Ruhetage entweihen. Nur einige Prediger und einige Predigten haben das Volk mit seinen geistigen Bedürfnissen, mit dem innern Werthe des Judenthums bekannt gemacht, und doch war dieses Anstoß genug zu solch einer schnellen und günstigen Wendung; das Wort besitzt hier eine unbeschreibliche Kraft, und besonders das deutsche Wort an den Deutschen gerichtet; das Volk ist leicht von der Nothwendigkeit des Nothwendigen, von der Wahrheit des Wahren zu überzeugen, und zur kräftigsten Thal zu begeistern. So muß denn auch die Stunde schlagen, wo unsere Religionsschulcn ein günstigeres Urthcil verdienen werden. Der Anfang, ein kraftvoller Anfang ist gemacht und so wie der Chor muß auch die Schule sich schnell verbreiten, sobald wir nur a^m hier haben, die Kenntniß und Willen genug besitzen. Mit freudigem Gefühle kann ich Sie aufmerksam machen auf ein junges kraftvoll aufblühendes Ilehlen-englisli Institution in New-Uork, ein anderes in Albany, in New-Orleans und in Cincinaty, wo der hebräische, englische und deutsche Unterricht von fähigen Lehrern eifrig und mit dem besten Erfolge betrieben wird. Das größte dieser Institute ist unstreitig the Union-school in New-Pork, die von Herrn Dr. Lilienthal begründet wurde, und nun von ihm geleitet wird. Aus allen deutschen, aber auch aus den polnischen, holländischen und englischen Gemeinden sind da die Kinder versammelt, 300 an der Zahl, die von 6 Lehrern unterrichtet werden. Die zur Erhaltung der Schule und zur Freizahlung armer Kinder bestehende Gesellschaft zählt 400 Mitglieder. So ungünstig sich auch das Resultat Herausstellen möge, daß New-Pork nur eine Schule haben soll, so wünschenswerth ist es, daß nur eine Schule bestehe; denn Union ist das inhaltsschwere Wort, das dem westlichen Kontinent solch eine eminente Bedeutung in der Weltgeschichte gab; nur durch Union können wir von New-Pork etwas Großes erwarten. Die Union-school ist ein herrliches Band, das die 10 Gemeinden lieblich umschlingt. Und wird es ausgeführt, was jetzt im Plane ist, wozu schon aktive Komitös von den verschiedenen Wohlthätigkeitsgesellschaften ernannt sind, daß eine allgemeine Nsrnp 8->an und ein allgemeines Jewish Hospital zu Stande kommen, dann ist auch ein fester Grundstein zur Union für alles Gute und Große gelegt. — Zittern Sie gar nicht für's Judenthum in unserm Amerika! Es steht hier fester als man in Europa denkt. Während die völlige Gewissensfreiheit, die man hier genießt, in anderen Religionen so großes Unheil anrichtet, die Gesellschaften in Sekten und abermals Sekten entzweit, die sich

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