Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 11 (1847)
- Issue
- Heft 51 (13.12.1847)
- Date
- 1847-12-13
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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No. 51. XI Jahrgang. Allgemeine Zeitung des Zudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von Dr. Ludwig Philipps»«, Baumgartners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. zu Leipzig. (Mit königl. sächsischer allergnadigster Konzession.) Leipzig, den 13. Dezember 1847. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u.f. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; -- 1 Tblr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22\ Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzr worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Zeitungsnachrichten: Nordamerika: Albany. Preußen: Berlin, Gnesen. Oesterreich: Pesth. Korrespondenz: Der israelitische Handwerksverein in Wien. Belletristisches: Das jüdische Herz. (Schluß.) Zeitungsnachrichten. Nordamerika. Albany, 9. September. (Privatmitth. von Rabb. Dr. Wise.) Es hat gewiß für Sie wie für jeden Freund des Judenthums ein erfreuliches Interesse zu hören von der herrlichen Entwickelung, von dem schönen Fortschritte unsres amerikanisch-deutschen Judenthums. Neues Leben, die Freiheit, durchströmt hier seine Avern, und es haucht einen frischen Geist, äußert eine verjüngte Kraft in all seinem Thun. Dieses große Haus, diese goldne Heimath hat die gütige Vorsehung uns geöffnet zu Schutz und Schirm, wenn hereinbricht der nördliche Sturm und dichtes Gewölk die Morgensonne, den Osten, umlagert. Es würde überflüssig sein, Ihnen zu sagen, daß das Judenthum weit rascher und herrlicher sich im Sonnenlichte der Freiheit entwickelt, als wenn es durch geistliche oder weltliche Gewalt zum Fortschritte gezwungen, oder besser, niedergehalten wird. Neue Gemeinden entstehen allenthalben in den vereinigten Staaten; in Rochester und Buffalo im Staate New-York, in Bangor im St. Maine, Hartsort im St. Conecticut, Newark und Patterson im Staate New-Jersy, Chigago im St. Illinois und in Montgomery im Staate Alabama formirten sich jüngstens deutsche Jsraelitengemeinden, die zwar alle blos damit anfangen, daß sie ein Zimmer zum Gottesdienste einrichten, ein nsv fiTin ankaufcn und einen;m anstellen, da eine solche Gemeinde gewöhnlich im Anfänge blos aus 29 bis 40 Mitgliedern besteht; aber kommt man nach zwei oder drei Jahren in eine solche Kehilla, so findet man sicher ein schönes Gebäude in einer eleganten Straße, mit der Aufschrift: Synagogue for the children of Israel; die Gemeinde hat auch ganz bestimmt gute Statuten nach der Konstitution der vereinigten Staaten und eine Wohlthätigkeitsgesellschaft mit der humanen Verpflichtung, Armen und Kranken beizustehen und die Tobten zu begraben. Und fragen Sie mich, wie es in diesen so schnell heranfliegenden Synagogen aussieht; so kann ich Ihnen antworten, Ordnung, Stille und Anstand wird strengstens beobachtet in jeder Synagoge, da Jeder zur Erhaltung und Verherrlichung seines selbsterrichteten Werkes eifrigst beflissen ist, und man häufig von christlichen Brüdern während des Gottesdienstes besucht wird. Stille und Anstand im Gotteshause ist hier Landessitte, der sich der Jsraelite freudig anschließt. Musikalische Singchöre findet man jetzt blos in drei Gemeinden, im Tempel betEmanuel-Congregation zu New-Pork (diese