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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-12-06 · Heft 50 (6.12.1847) · p. Seite 734

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 50 (6.12.1847)
Date
1847-12-06
Page
Seite 734 (sequence 6)
Language
German
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734 pation der Juden hoffentlich durch den bevorstehenden Reichstag in Erfüllung gehen werde. Nächstens wird dieses Denkmal zu Wasser nach Norwegen, wo die Asche Wergelands ruht, hinübergeführt werden, dorthin, wo die jüdischen Stifter desselben nur sehnsuchtsvoll hinüberschauen, aber nicht hineinkommen dürfen. vr. M. L.l. Deutschland. Schwerin, im November. Auf eine Vorstellung von Seiten des israelitischen Vorstandes in Schwerin an den Magistrat um die Verwendung des Letztem für die bürgerliche Emanzipation der Mecklenburger mosaischen Glaubens auf dem bevorstehenden Landtage ist nachstehende Antwort erfolgt: „Auf Ihre Vorstellung vom 2. d., betreffend die bevorstehenden Landtagsverhandlungen über die Emanzipation Ihrer Glaubensgenossen erwidern wir, daß von uns schon längst die Gleichstellung der Juden mit den Christen gewünscht und vertreten worden, und daß auch jetzt wiederholt unser Landtagsdeputirter um so mehr Ihrem Gesuche gemäß instruirt ist, als wir die von Ihnen vorgetragenen Gründe des Gesuches nicht nur vollkommen billigen, sondern auch für so human und gerecht halten, daß eine baldige günstige Lösung dieser Frage nicht mehr zu bezweifeln steht. Schwerin, den 8. Nov. 1847. Der Magistrat." Bom Neckar, 12. November. Der rühmlich bekannte Publizist vr. Karl Weil in Stuttgart hat von dem Könige der Franzosen den Orden der Ehrenlegion erhallen. München, 20. November. Der vom dritten Ausschuß der Abgeordnetenkammer zum Referenten über die Vorstellung der hiesigen israelitischen Gemeinde, die Verhältnisse der israelitischen Glaubensgenossen betreffend, ernannte Freiherr v. Lindenfcls trägt darauf an, daß der vorjährige Gesammtbeschluß beider Kammern erneuert werde. Dieser Beschluß ging dahin, Se. Maj. zu bitten, daß „1) bis zum nächsten Landtage ein Gesetzentwurf zur Beseitigung der gegen die Israeliten bestehenden zivilrechtlichen und prozessualischen Ausnahmsgesetz vorgelegt; und 2) das Edikt vom 10. Juni 1813 über die Verhältnisse der jüdischen Glaubensgenossen einer gründlichen und zeitgemäßen Revision unterstellt, jedoch dabei die nothwendige Rücksicht auf den, unseren christlichen Landleuten gebührenden Schutz gegen Uebervortheilung in Darlehns- und, im Kreise der Landbevölkerung gewöhnlich vorkommenden Rechtsgeschäften genommen werde." Der Ausschuß hat auch diesem Anträge beigestimmt. (Baier. Bl.) Bon dev Lahn (Nassau), im November. (Privatmitth.) Während es sich in den intelligenten Kreisen des Judenthums aller Orten regt und bewegt, überall das Streben nach zeitgemäßem Fortschritt sich offenbart, sollte man glauben, daß nach der Seltenheit zu schließen, in welcher öffentliche Blätter unsrer Gegend erwähnen, die Israeliten des von der Natur so reich gesegneten Nassau mit ihrem religiösen Leben noch in der Lethargie des Mittelalters sich befänden. Und dem ist nicht so. Auch hier ist seit dem Erscheinen der Reskripte hoher Landesregierung vom 3. August 1842 und vom 3. Februar 1843, welches Letztere die Organisation der Rabbinate bestimmt, ein regerer Geist erwacht. Die Herren Rabbinen haben, wenn auch sukzessive, dem Prinzipe der vernünftigen Reform Geltung verschafft und haben im Allgemeinen keinen ungünstigen Boden gefunden. Krasser Orthodoxismus ist es übrigens nicht, was ihnen entgegenstand, sondern mehr jener Feind, der schon mehr Unheil gestiftet hat, als der Letztere: ich meine den Jndifferentismus. Sie haben aber redlich gekämpft, wacker gearbeitet und manches Schöne zur Wirklichkeit gebracht. Bei den Meisten blieben freilich diese Reformen, zunächst was den Gottesdienst betrifft, bei ihrem Wohnorte stehen. Wir wollen darüber nicht rechten, und diese Herren kennen wahrscheinlich ihre auswärtigen Gemeinden besser, als Referent. Die größte Ausdehnung hat die gottesdienstliche Regeneration bisher im Rabbinatsbezirke Diez unter den Auspizien des Herrn Rabbiners vr. Wormser erlangt. Die einer traurigen Vergangenheit angehörenden Gebetstücke sind entfernt, viele Piutim abgeschafft, an die Stelle der vs, des ipTiB tnp"< rc. entsprechende deutsche Gebete adoptirt, an den meisten Orten Choralgesang und überall Konfirmation eingeführt, und überhaupt dem Gottesdienst eine würdigere Gestaltung gegeben. Mit rühmlichem Eifer stehen Herrn vr. Wormser die Lehrer seines Bezirks zur Seite, und dieses Zusammenwirken hat bereits eine schöne Frucht getragen. Am

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