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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-12-06 · Heft 50 (6.12.1847) · p. Seite 733

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 50 (6.12.1847)
Date
1847-12-06
Page
Seite 733 (sequence 5)
Language
German
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733 Druck von unseren Brüdern entfernen, damit sie sich überall des Friedens und der Ruhe erfreuen können! Genehmigen Sie :c. I. L. Lindenthal. London, 16. November 5608." London, 19. November. sDie Wichtigkeit des Gegenstandes rechtfertigt wol, wenn wir alles denselben Betreffende zusammenstellcn. Redakt.^ Die Vereidigung der Parlamentsmitglieder wird übermorgen und am 21. fortgesetzt, worauf am 22. aller Wahrscheinlichkeit nach nicht von der Königin selbst, sondern von einem Mitgliede einer dazu deputirten königl. Kommission die Thronrede verlesen und sogleich mit den Geschäften begonnen werden wird. Die Frage wegen der Wahlfähigkeit der Juden muß dann im Unterhause nothwendigerweise den Gegenstand einer der ersten Verhandlungen bilden, da sie mit der Konstituirung des Hauses in nächster Verbindung steht. Die Eidesformel, welche bei der Vereidigung der Mitglieder des Unterhauses zur Anwendung kommt, enthält nämlich die Worte: „bei meinem Glauben als Christ", und Herr Rothschild giebt daher durch seine, natürlich vorauszusetzende Weigerung, diese Worte der Eidesformel auszusprechen, den Gegnern der Wahlfähigkeit der Juden die Veranlassung, ihn des Sitzes im Parlament für unfähig zu erklären, und auf eine neue Wahl für die City von London, die er vertritt, anzutragen.. Es wird sich nun fragen, ob man ministericllerseits diesen Antrag abwartet, um ihn zu bekämpfen, oder ob die Minister, was die Meisten zu glauben scheinen, den Gegnern das Prävenire spielen und mit einem selbstständigen Anträge auf vollkommene Emanzipation der Juden oder wenigstens auf Ausdehnung der Emanzipation bis zur Anerkennung der Wahlfähigkeit der Juden austreten. Welcher Weg aber auch eingeschlagen wird, so läßt sich mit Gewißheit voraussehen, daß der Kampf von Seiten der kirchlichen Partei mit größter Erbitterung gekämpft werden wird. Unter Anderm ist auf morgen eine Sitzung des Senats der Universität Cambridge angesagt, um gegen die Zulassung eines Nichtchristen in's Unterhaus zu petitioniren. —. Der „Observer" meldet als gewiß, daß Lord Bentinck und Herr D'Jsraeli nebst ihren Freunden beschlossen hätten, für Wegräumung der noch bestehenden bürgerlichen Beschränkungen der Juden zu stimmen. London, 20. November. Zu der bisherigen Beeidigung der neuen Mitglieder hat Baron Rothschild, an dem die Reihe schon gestern war, sich noch nicht eingestellt, aber auch die anderen londoner Mitglieder fehlten, bis auf Herrn Mastcrman. Schweden und Norwegen. Stockholm, im Oktober. Die Berl. Nachr. enthalten über die schon bemeldete Feier etwas Näheres: Bekanntlich hatte der verstorbene berühmte norwegische Volksdichter Wergeland für die Streichung des Paragraphen in der Verfassung seines Vaterlandes, welcher den Juden jeden Zutritt in Norwegen untersagt, wenn sie nicht durch einen besondern Geleitsbrief des Königs die Erlaubniß dazu haben, mit allen seinen geistigen Kräften bis zu seinem Tode gekämpft. Die jungen Männer der kleinen jüdischen Gemeinde in Stockholm beschlossen, ihre Theilnahme an den dahingeschiedenen Freund durch ein an seinem Grabe zu errichtendes Denkmal von Erz zu beweisen; die Erlaubniß dazu war ihnen von der norwegischen Regierung ertheilt worden, und so hatten sie bald aus eigenen Mitteln über 3000 Thlr. zusammengebracht, welche zur Ausführung dieses Zweckes verwendet wurden. Ein jüdischer Künstler verfertigte das Modell zu dem Denkmal, ein jüdischer Meister — deren es viele in Schweden giebt — und Eisengießereibesitzer in Stockholm besorgte den Guß, und der jüdische Lehrer der Gemeinde, Herr Lipmanson, von dem eigentlich der Impuls zu dem Ganzen ausgegangen ist, verfaßte die Inschrift zu demselben- Diese lautet: „Israelitische Herzen haben sich aus Dankbarkeit gedrungen gefühlt, ihrem Freunde und muthigen Kämpfer für Recht, Wahrheit und Freiheit, dieses Denkmal zu stiften." Die Enthüllung desselben fand unter angemessener Feierlichkeit statt, zu der nicht allein die jüdischen Stifter, sondern auch viele christliche Gelehrte und Notabilitäten eingeladen worden waren. Herr Lipmanson sprach über die Bedeutung des Denkmals, der ebenfalls anwesende norwegische Staatsministcr über die vielen Verdienste seines so jung dahingeschiedenen Landsmannes um Wahrheit und Freiheit, und ein evangelischer Geistlicher, ein Jugendfreund des Verewigten, hob am Schluffe in einer angemessenen Rede hervor, wie das, von Wergeland begonnene und angestrebte, Werk der Emanzi-

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