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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-11-29 · Heft 49 (29.11.1847) · p. Seite 720

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 49 (29.11.1847)
Date
1847-11-29
Page
Seite 720 (sequence 8)
Language
German
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720 Zugeständniß, daß viele Unwürdige unter den ungarischen Israeliten die bürgerlichen Rechte nicht verdienen — und die Bitte, man möge die Würdigen von den Unwürdigen trennen — und wie diese Bitte vom Buda-pesti Hirado und von der zuckersüßen Pesther Zeitung komentirt wurde: man möchte den Ersteren allein erweiterte Rechte gewähren—, hat nicht nur die Mißbilligung jener Partei zu erwarten, welche auf liberalem Standpunkte stehend *), von ähnlichen eben so feigen als selbstsüchtigen Ansprüchen sich mit Widerwillen wendet; sondern auch die genannten Organe des ungarischen Konservatism — bei welchen baä hiesige Komitö Sympathien und billigende Beistimmung erwartete — nahmen mit Schadenfreude unser Konnte beim Worte, daß von Emanzipation keine Rede sein könne; der Unwürdigen wirklich Biele wären, und machten den folgerechten Einwurf, daß zur Trennung der Unwürdigen von den Würdigen der Maßstab fehle — und wenn dieses durch sichtbare Reformen sich Herausstellen sollte, es nur dazu beitragen möchte, die an Zahl überwiegenden Unwürdigen dem gänzlichen Verfalle preis zu geben. Ueber die Ursache des Mißgriffes im bedachten Zirkularschreibcn herrschen zwei Meinungen. Die Einen suchen den Fehler darin, daß nicht die Intelligenten unserer Gemeinden an der Abfassung desselben**) Theil nahmen. Hierbei siele aber die wenigste Schuld aus die würdigen Vorsteher der hiesigen Gemeinde; denn diese haben in ihrer Einladung an die Gemeinden diesen cs nicht vorgeschrieben, wen selbe zur diesfälligen Berathung hierher beordern sollen. Es ist traurig genug, daß die Gemeinden so indifferent sind, und keine eigens hierzu Deputirten hier anwesend waren. Man will aber auch die Ursache der Unzweckmäßigkeit des Zirkulars in dem Umstande finden, daß es das Komitö seiner preßburger Mitglieder wegen, nicht anders hätte abfassen können; und wirklich ist eine Befangenheit in dem *) Das höchst judenfreundliche Pcsii Hirlap iznorirte gänzlich das Zirkularschceibm, welches die judenfeindlichen Blatter getreu mitiheillen und interpretirten. **) Die erste Motion zur Abfassung eines ähnlichen Zirkulares stellte in diesem Blatte (No. 15, 1846) der papaer Feitel, und endete damit, daß bei „Berathungen dieser Art die Missionen der Intelligenz anvertraut werden sollten". Zirkulare sichtbar, die bei Ansprüchen auf die heiligsten Menschenrechte vermieden werden sollte. Hier ist Kühnheit eine Tugend, weil sie von dem mächtigen Drange: Mensch im wahren Sinne des Wortes sein zu wollen, am Besten überzeugt. Die preßburger Juden werden freilich gejubelt haben, daß auf Emanzipation verzichtet wurde, und sreueten sich sicher schon im voraus, daß im Falle das Gesuch rcussiren sollte, sich mit gutem Gewissen zu den Unwürdigen zählen zu können, welche von den Erhöhungen der Rechte verschont bleiben sollen, aber es wäre wirklich eine Versündigung an der würdigen Sache und an den Würdigen, der bekannten preßburger Gesinnung eine Konzession zu machen. Wie aus dem folgenden Schreiben ersichtlich, sind die papaer Vorsteher mit dem größern Theile des Zirkulars einverstanden — und hielten es gar nicht für nöthig, das löbliche Verwaltungskomitö vor ähnlichen Mißgriffen bei der Abfassung der Landtagspetition zu warnen. Einem 0n dit zufolge soll der dortige Rabbiner Löw sich eigens nach Preßburg begeben wollen, um seine Bekanntschaft und sein Ansehen bei den Großen unseres Landes durch zweckmäßige Informationen geltend zu machen. Derselbe und seine übrigen intelligenten Kollegen sollten aber vielmehr eine Reise hierher nicht unterlassen, um in brüderlichem Einverständniß mit dem hiesigen würdigen Vorstande die gegenwärtige Aufgabe der ungarischen Israeliten zu besprechen. Die Bemerkung der papaer Vorsteher in Beziehung auf die palotaer Gemeinde ist um so gegründeter, und ihre Rüge um so gerechter, da, wie bekannt, zur Einweihung der palotaer Synagoge unser hochwürdiger Herr Oberrabbiner dahin berufen wurde, und den dortigen Juden bei den dortigen höchsten Behörden Ehre und Auszeichnung erwarb. Indessen sind ähnliche konsequente Inkonsequenzen bei Gemeinden gemeinen Schlages etwas Alltägliches. Den besten Beweis von der palotaer Gesinnungslosigkeit liefern die Aeußerungen der dortigen Juden: „sie haben darum den Peter Singer nicht zur Erlangung einer n-inn an den Rabbiner Schwab angewiesen, weil dieser zu sehr den Charakter des Kandidaten berücksichtige". — Zum Beschlüsse wünsche ich vom Herzen, daß der liebe Gott unsere eben so weisen als thätigen und einflußreichen Herren Vertreter in allen ihren Unternehmungen kräftige und stütze — und daß die Vorsteher zu Papa, trotz der Kämpfe, welche sie zu bestehen hatten, und,

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