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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-11-22 · Heft 48 (22.11.1847) · p. Seite 705

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 48 (22.11.1847)
Date
1847-11-22
Page
Seite 705 (sequence 5)
Language
German
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705 lassung eingekommen, um in der Folge unter der Verfassung einer deutschen Mutterloge zu wirken. Die „große Loge" in Hamburg hat dieselbe nun in ihren Bund ausgenommen, und so findet die Installation an oben genanntem Tage in Frankfurt statt. Aus der Nahe und Ferne werden dieser Feierlichkeit, die sehr großartig zu werden verspricht, viele Angehörige des Freimaurerthums beiwohnen. Die Einweihung der Loge in Karlsruhe wird ebenfalls demnächst vorgenommen werden. Hamburg, 6. November. (Privatmitth. Von einem zweiten Korrespondenten.) Gestern fand im kleinen Saale der Tonhalle eine Versammlung der Partei statt, welche gegen die Beschneidung ist. Di-. Wolffsohn las eine Petition an den Rath des Inhalts vor, daß der Gemeinderegistrator gezwungen werden möchte, auch den Knaben in die Geburtslisten einzutragen, der nicht beschnitten ist, und darauf ward die (durch Einladungskarten zusammenberufene) Versammlung zur Unterschrift aufgefordert. An der Spitze der andern Partei steht ein junger Arzt; auch diese hat eine Petition eingcreicht, und zwar mit größerer Zahl von Unterschriften. Der Gemeindevorstand selbst ist uneins und jedes Mitglied hat für sich ein besonderes Gutachten abgegeben. Der Rath der Stadt ist in großer Verlegenheit; er weiß nicht, wie er bei dieser Verschiedenarligkeit der Meinungen entscheiden soll. Die jüdischen Schullehrer (mit Ausnahme zweier) sind zusammengetreten, um gegen den Chacham Herrn Bernays bei dem Gemeindevorstand Klage zu führen, und zwar, weil Herr Bernays einem christlichen Lehrer, der eine Schule für jüdische Töchter begründet, gestattet hat, sich auf seine Empfehlung zu beziehen. Unrecht ist das Benehmen des Herrn Bernays allerdings. Er hat bisher, wie er sagt, aus Prinzip und seiner Stellung wegen, die jüdischen Privatschulen durchaus ignorirt, es abgelehnt, sich um sie zu bekümmern, wenngleich es seines Amtes ist, und keine dieser Schulen durch seine Empfehlung beschützen wollen — warum protegirt er den christlichen Lehrer? (Die HH. D. Frankel und Louis Simon haben sich an dieser Klageschrift nicht betheiligt.) So z. B. ist es gewiß nicht zu billigen, daß die Talmud Tora, die unter Herrn Bernay's Leitung steht, nur christliche Lehrer anstellt (mit Ausnahme der jüdischen Facher), angeblich, weil man für die Orthodorie eines jüdischen Lehrers nicht einstehen könne. Jene Schule steht nun freilich — trotz Herrn Bernay's täglichen Besuches zu ein und derselben Zeit — auf einer sehr niedrigen Stufe. —. Hamburg und Lübeck haben jetzt einen Juden zum Konsul in St. Helena. Kassel, I. November. (Eingesandt.) Der in dieses Blatt übergcgangene Artikel aus dem Frankfurter Journal vom 25. September erstattet über die hiesige Rabbinerwahlangelegenheit einen Bericht und knüpft daran Bemerkungen über Kanzelvorträge, welche Hierselbst am letztverflossenen Versöhnungsfeste gehalten wurden. Der Berichterstatter will aus der Beschaffenheit dieser Vorträge auf einen beklagenswerthen Zustand der hiesigen Gemeinde schließen. Wiewol nun das Unlogische eines solchen Schlusses von selbst einleuchtet und hiernach allein schon jener Bericht, insoweit er den Zustand der hiesigen Gemeinde und den am Versöhnungsfeste aufgetretenen Redner einer Beurtheilung unterwirft, seine beste Würdigung finden wird, so halten wir uns doch im Interesse der Wahrheit zu der Erklärung verpflichtet, daß wir, gleich vielen anderen hiesigen israelitischen Gemeindegenoffen den eventuellen Abgang jenes in dem erwähnten Berichte recht geflissentlich herabgesetzten Redners um so mehr herzlich bedauern, als derselbe mehrfach in hiesiger Gemeinde gehaltvolle Kanzelvortrage gehalten, sich um das hiesige Schulwesen sehr verdient gemacht und sich überhaupt durch Charakter und das musterhafteste, eines Religionslehrers würdige Verhalten ausgezeichnet hat. (Folgen die Unterschriften von einem Kreisvorsteher, drei Gemeindealtesten und eilf Gemeindemitgliedern.) Aus Baiorn, 10. November. (Privatmitth.) Welch ein Stillstand in unserm Lande herrschte, davon gab Ihr weitverbreitetes Blatt Zeugniß, welches seit langer Zeit keine Kunde über die religiösen und bürgerlichen Verhältnisse der baicrschen Juden brachte. Was sollte auch berichtet werden? *p "’a biam In dem Schattenreiche herrscht tobte Stille. Sv war unser Leben lautlos, Nichts regte sich, Niemand durfte sich regen; mindestens im Allgemeinen konnte an keinen Fortschritt gedacht werden, da der Rückschritt in den obersten Regionen des Staates Sanktion und

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