Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 11 (1847)
- Issue
- Heft 48 (22.11.1847)
- Date
- 1847-11-22
- Page
- Seite 704 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3224737-3225497-3225546--08995-3239841- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
704 tmb durch Steuerfreiheit und eigene Gerichtsbarkeit außerhalb der Gesellschaft gestellt ward. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten. Großbritanjen. London, 3. November. Bekanntlich sind im vorigen Jahre durch eine Parlamentsakte den Juden alle Munizipalamter geöffnet worden. Jetzt ist auch eine Aldermanstelle vakant. Unter den Kandidaten für die erledigte Aldermanstelle ist auch Herr David Salomons, den seine Eigenschaft als Jude jetzt nicht mehr abhält, die Wahl anzunehmen, Falls sie auf ihn siele. —. Bor einiger Zeit fand hier die Wahl der Mitglieder des Board of Deputies of British Jews statt. Von 1400 Wählern erschienen 120. Die Ursache dieser Gleichgiltigkeit findet man in dem dichten Dunkel, mit welchem diese Deputirten sich umgeben, so wie in der geringen Thätigkeit, die sie entwickeln. —. Dr. Adler setzt, so weit seine Autorität geht, es durch, diejenigen Juden, welche sich mit dem Prostiluuonsgewerbe abgeben, aus den Synagogen auszuschließen. So geichah cs letzte F.iertage einem Manne. Die Tochter eines solchen Weibes hat er nicht krauen wollen, bevor die Mutter ihrem Gewerbe nicht entsage, was aber nicht geschah. Es ist nicht selten in London in solchen Häusern am Freitag Abend der Tsich gedeckt, mit dem Barchut »erichen, die Saboatlampe angezunoet zu finden, und wenn bezahlt werden soll, w.rd die Schabbes-Goie gerufen!! — Vor Kurzem ist ein Jude, Hoga, der sich hatte taufen lassen, und für die Missionäre gearbeitet hatte, da er sehr tüchtiger H-bräer ist, wieder zurückgetreten und schreibt jetzt gegen seine ehemaligen Freunde. — Jenny Lind hat in Birmingham ein Konzert zum Besten der dortigen israelitischen Schule gegeben. Der Erfolg war ungeheuer, denn es fanden sich 3000 Zuhörer ein, und der Ertrag war: 4ö,000 Frks. (12,000 Tyaler)!! (Areh. isr. de Fr.) Die Schweiz. Bern, <4. November. Das hiesige Blatt „der Freisinnige" nimmt heute sein hartes Urtheil gegen die Juden zurück. Nur ein Einziger derselben habe im freiwilligen Jägerkorps den Ausmarsch gegen den Sonderbund verweigert; die übrigen Juden in Bern seien marschfertig und zum Theil schon von früher her wegen Patriotismus und persönlichen Muths erprobte Leute. Türkei. Smyrna, im Mai. Die „Pforten des Ostens" haben zu erscheinen aufgehört. — Die, in diesen Blättern schon besprochenen Streitigkeiten in der hiesigen Gemeinde über die unerschwinglichen Lasten, welche die Reichen den Armen durch Jmposten aus Fleisch und andere Lebensmittel aufbürdeten, sind durch eine von der Regierung ernannte Kommission geschlid)tet worden. (Arch. isr. de Fr.) Deutschland. München, 3. November. Ueber den Stand unsrer Angelegenheit in der jetzigen baier'schen Kammer ergehen folgende Berichte in baier. Bl. Auch die Angelegenheiten der Israeliten kamen zur Sprache und die Kammer sprach von verschiedenen Seiten den Wunsch aus, das Ministerium möchte sich erklären, wie die Verhältnisse der Juden gegenwärtig bei uns stehen. Hierauf folgte eine Erklärung vom Ministertische, daß man bereits mit Einholen der Gutachten über die Verhältnisse der Israeliten Baierns beschäftigt sei. Einige Redner sprachen entschieden und kräftig für die Einsetzung der Juden in die Rechte, die ihnen als Menschen und Bürger gebühren. — Im Verlauf der Sitzung erklärt der Herr Oberkirchen- und Schulrath v. Neumayer, daß die Regierung, sobald ihr das nöthige Material, die verlangten Gutachten der Kreisregierungen, zu Gebote stehe, der Erwägung der Verhältnisse der Israeliten die Aufmerksamkeit widmen werde, welche diese Angelegenheit als Zeitfrage in Anspruch nehme. Frankfurt am Main, im November. Am 28. d. M. wird hier ein großes Freimaurerfest stattsinden. Die dortige, meistens aus jüdischen Mitgliedern bestehende Loge „zum Adler", welche seit fünfzehn Jahren unter derKonstitution des „großen Orients" von Frankreich arbeitete, ist bei Letzterem um Ent-