Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 11 (1847)
- Issue
- Heft 43 (18.10.1847)
- Date
- 1847-10-18
- Page
- Seite 643 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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643 hier, und hat nicht nur in der Kirche (nicht Synagoge), sondern auch in den Schulen unter den Kindern Liebe zu Israel gepredigt^ Ob der gute Mann hierdurch etwas Besonderes bezwecken will, ist nicht meine Sache zu untersuchen. So viel bin ich aber gewiß, daß das Mittel, welches Herr Kalthoff anwendet, und besonders durch das Predigen unter den Kindern, das einzige ist, welches die bisherige Abneigung gegen Juden beseitigt.*) B. Ising. Oesterreich. Ungarn, im September. (Vermischte Nachrichten.) Egerseg. Die Motion eines Komitatenscrs, unter der Deputation zum Empfange Sr. kaiserl. Hoheit des Erzherzog-Statthalters auch von den Israeliten unsers Komitates mitzunehmen, siel durch. Im vuclsposti Hirado wird unser liberales Komitat deshalb der Inkonsequenz beschuldigt. Po lata. Dem Herrn Singer werden von den orthodoxen Rabbinen die Hatorot versagt. Er soll nämlich als Student am Sabbat eine Lichtputzerei begangen haben. Gr. Kanissa. Herr Schiller aus Eperies und Herr Szünto aus Wien predigten hier mit vollem Beifall. Papa. Das neue, prachtvolle Schulhaus ist bereits unter Dach. — An den großen Festtagen fungirte hier der frühere preßburger Vorsänger Weiß, und wird wahrscheinlich angestellt werden. Vom Arzte Feitel erschien im Drucke ein Gedicht betitelt: „Empfindungen der ungarischen Israeliten bei Ankunft Sr. k. k. Hoheit des durchlauchtigsten Erzherzogs Stephan als k. Statthalter Ungarns. *) Die Leser der Allg. Zeit, des Judenth. wissen aus vielen Artikeln, daß dies just nicht die gewöhnliche Weise der Missionäre ist. Uebcigens ganz ohne Persönlichkeit gegen Herrn Pred. Kalthoff, der uns nicht bekannt ist, hat der Vers, jener Miszellen nur nach dem gedruckten Bericht des Missionsvereins geurtheilt, und da scheint die Sache doch anders dargestellt. Es sind in der gedachten Miszelle die vorba ipsissima des Berichtes angeführt — und danach hat Jeder das Recht, sich ein Urtheil zu bilden. Red. Literarische Nachrichten. Mttgdebuvg, 27. September, bn-^ Chants religieux des Israelites, contenant la Liturgie complete de la Synagogue des temps les plus recules jusqu’ä nos jours. Publies par S. Naumbourg, ministre officiant du temple consistoire de Paris, dedies an consistoire israelite de la circonscription de Paris, approuves par le consistoire central des Israelites de France. Paris, chez l’auteur. Rue N. D. de Nazareth, No. 15. 'b öbpb rtbSb ‘■pib, naiöa. — gr. 4. P. 112. — Der berühmte Komponist Halevy stattete über dieses Werk folgenden Bericht an das Zentralkonfistorium ab: „Das Werk des Herrn Naumbourg scheint mir alle wünschenswerthen Eigenschaften zu vereinigen, und ich hoffe, daß es einen glücklichen Einfluß auf die Exekution der religiösen Gesänge in unseren Tempeln ausüben wird, die zu oft einer traurigen Routine überlasten werden. Herr N. hat eine große Zahl traditioneller Gesänge, welche in der Liturgie erhalten zu werden verdienen, und die bis auf uns gelangt sind, ohne Etwas von dem doppelten Charakter zu verlieren, den sie aus ihrem alten Ursprung und ihrer frommen Bestimmung ziehen, gesammelt. Er hat diese Gesänge mit einer einfachen und leichten Vokalharmonie begleitet. Die Gesänge, die er selbst komponict hat, und deren sind eine große Zahl, sind von einem guten Style. Es ist ein vollständiges Werk, welches Herr N. mit einem Eifer, einer Hingebung und einem Talent bereitet hat, die ich meinerseits gern anerkenne." — Der vorliegende erste Theit enthält die Gesänge für den Sabbat, und besteht aus 103 Nummern, wovon 40 alte Melodieen, 45 vom Herausgeber, 3 von Halevy, 5 von Anderen sind. Ein gesangskundiger Chasan schreibt uns Folgendes über das Werk: „Ich habe die Musik größtentheils melodienreich und ansprechend gefunden. Die Mannigfaltigkeit der Stücke ist wohl zu bemerken, und fast immer die Musik würdig, dem Texte genau angepaßt. Die Chöre sind kunstfertig angelegt und werden bei guter Ausführung ihre theils erhebende, theils gefällige Wirkung nicht verfehlen. Oft sind die herkömmlichen Melodieen und alten Weisen unter geschickter Modifikation beibehalten, wie beim rtob vth i-Db in G moll gleich in den ersten Takten der Typus des alten Dreiwochen-'N'N NOb zu erkennen ist, und ist diese meisterhaft durchgesührt; so auch No. 17 N212N 'iöb N2172O worin die alte Melodie des tdw Tiäfc Wö zum Kanon bearbeitet