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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-10-04 · Heft 41 (4.10.1847) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 41 (4.10.1847)
Date
1847-10-04
Page
Seite 3 (sequence 19)
Language
German
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3 von Karpfen und Kapaunen, das predigen Sic, das sollten Sie sagen, und daß wer nicht arbeitet, nicht essen soll! Dann werden unsere Nachkommen kräftig, gut und fröhlich, und wir werden dir Ersten sein, die Ihnen die Hand, die deutsche Hand, zum Frieden reichen, die Unbilden und Wunden, der tiefen, vergessend, der Sie nicht uns Allen io loco, sondern dem ganzen lieben Baierland geschlagen; und um diesen Preis wollen wir mit Brod und Salz zu frieden sein, und es in Freude verzehrend, nimmer uns zurücksehnen nach den Fleischtöpfen Egyptens. Eresjaumkipur den 19. September 1847. Nr. Ignaz Landauer. H. Muhr, Uhrmacher. Nathan Landauer, konzessionirter Kaufmann. Samuel Landauer, Kaufmann. Offener Brief an meinen Freund U..... in H..., das Rabbinat Hürden in der Ulmer Chronik No. 117 vom 23. Mai 1847 betreffend. Ueberall wo's gilt für's Wohl des Judenthums zu streiten, da finde ich Sie, edler Menschenfreund, unter den Ersten der Kämpfenden; wo die Finsterniß mit dem Lichte im Kampfe, zeigen Sie sich willig, Ihr Scherflein beizutragen durch Wort und Thal, durch schriftliche und mündliche Thätigkeit des Aberglaubens dunkle Wolken zerstreuen zu helfen. Warum aber so mild in Ihrem Urtheile, warum so heiterer Laune? Warum erst jetzt, warum im Verhältniß so zahlreicher und großer Sünden so Geringfügiges getadelt? Wäre der unkonzessionirte Handel mit Palästinaerde des biedern Mannes erster unbilliger Schritt; ach! wie verzeihlich, wie wenig wäre er öffentlicher Rede und Rüge werth! Verjüngen Sie sich wieder, werther Freund, gehen Sie wiederum in die Schule, und zwar zu uns nach H.».., und merken Sie gefälligst auf die von ihm verbreiteten Lehren! Statt tausend verderblicher Grundsätze zu erwähnen, nur Einiges: „Selbst den Christen darf man des Samstags sein Pferd nicht leihen." „Auf den Bänken mit den Fingern zu spielen ist Todsünde, weil dies so viel sei, als hätte man am heiligen Samstag Figuren eingegraben." In der Schule, das sehen Sie wol, lehrt er nicht das waS er soll, was nützt und frommt, was überhaupt der Jugend zu wissen nöthig ist. Desto zufriedener, hoffe ich, werden Sie mit ihm auf der Kanzel werden! Nicht blos daß er hier, wie im Leben, der lüderlichsten Faulheit auf jedmögliche Weise Hand bietet, willig und bereit stets Thür und Thor öffnet, so rathet er offen in seinen Predigten den angeblichen Armen: „Entlehnt euch wohlgemuths das Geld zum Samstagmachen, Gott giebl's am Sonntag wieder! Freilich hier, 'so wie in vielen Dingen ist er etwas anderer Meinung als der Talmudist, der da sagt, mache deinen Samstag zum Werkeltag, nur um fremder Leute Hilfe nicht bedürftig zu sein! Was soll ich von der Eloquenz, was von der Logik derselben sagen?!? Freund, dazu fehlt Zeit, fehlt Raum! Die Geduld ist Etwas, was man nicht in Scheffeln messen kann. Wer da anführen will, was man sagen sollte und nicht sagt, was man sagt und nicht sollte, müßte die Nachsicht der Leser des verehrlichen Blattes allzusehr in Anspruch nehmen. Aber Sie wagen es, einen Mann wie diesen der Verbreitung des Aberglaubens anzuklagen? Du lieber Himmel! warum das? Ist nicht Sclbftcrhaltung des Menschen erste Pflicht? Der Mann braucht halt Geld und immer Geld, nicht wegen zu zahlreicher Familie, nicht zum Fohlenhandel, meilenweit gefehlt, nein! der

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